Donnerstag, 11. August 2011

Somalia: Kindersterblichkeit infolge Hungersnot erschreckend hoch


Somalia: Kindersterblichkeit infolge Hungersnot erschreckend hoch!




3,7 Millionen Somalier sind mittlerweile von der Hungerkatastrophe
am Horn von Afrika betroffen.
Die UNO zeigt sich alarmiert über die hohe Kindersterblichkeit


jonas m lanter

Ich schaue tatenlos zu wie Kinder und ältere Menschen in Somalia und anderen Orten sterben. Ich sehe die Bilder täglich am TV oder am Computer. Die Bilder prägen sich tagtäglich aufs Neue ein: " Ein sterbendes Kind wegen Unterernährung? Schrecklich! "

Sterben wegen fehlender Nahrung; die wir in der sogenannten Ersten Welt in den Abfall schmeissen oder an unser Vieh verfuttern!

Was ist los mit unserer hochgelobten Solidarität, der Hilfe an hungernden und sterbenden Kindern in unserer globalisierten Welt? Wenn es um unseren Wohlstand geht, können wir Berge versetzen und Staaten mit Hunderten von Milliarden vor dem Boykott retten.
Das Aktivieren von Hilfsmitteln unter anderem für die Hungernden in Somalia kostet nicht mehr, als mit einem Mausklick die richtigen Weichen zu stellen. Wir sind alle untereinander verbunden! Let's do it!

Seit den vergangenen 20 Jahren, seitdem der Computer auch zu Hause zu einem unentbehrlichen Kommunikationsmittel geworden ist, sind wir in Sekundenbruchteilen in allen Teilen dieses vom Klimawandel geschwächten Planeten.
Dennoch, der Computer verleitet nicht nur Politiker zum Nichthandeln, sondern auch mich selbst. Wem soll ich meine Spende anvertrauen? Warum benötigen verschiedenste NGO's einen Verwaltungsapparat der zwischen elf - bis 30 Prozent der Spenden frisst?
Mit etwas über elf Prozent Spendenabgang für Werbung und Verwaltung steht 'Médecines Sans Frontières' (MSF) an vorderster Stelle.

Ja, ich sehe die Bilder täglich vor mir. In Bruchteilen einer Sekunde bin ich mit verschiedensten NGO's verbunden. Ich organisiere meine Hilfe für hungernde Waisen in Burma selbst. Leider fühlen sich die meisten Leute nur im Geiste verbunden mit Kranken, Hilfsbedürftigen und Sterbenden.
Sind wir ein Volk von Heuchlern und aphatisch-Veranlagten? Heute, wo jeder von Kindheit an in und an den Kapitalismus gebunden und mit diesem verflochten wird, fallen Menschen, die nicht gleich walten und schalten aus dem sozialen Auffangnetz; sie werden als Asoziale abgestempelt. Hier liegt die grösste Gefahr; denn immer mehr Menschen fallen durch die Maschen.

Ich frage Euch: Was für eine Welt wollt Ihr Euren Kindern hinterlassen? Eine ohne Kriege, ohne Hunger, ohne soziale Benachteiligung? So könnte man es jedenfalls meinen.
Aber sicherlich nicht mit einem so minimalen Anteil an Wille, Eigenverantwortung, Wegschauen und falschen (Wahl-)Versprechungen.
Jeder einzelne Staat, unsere Politiker und jeder unserer egozentrischen Gesellschaft verpasst die letzte Chance für eine bessere Zukunft mit der eigenen Passivität, in die wir hineinerzogen wurden. Dieses wird sich mehr und mehr rächen! Soziale Ungleichheiten werden zunehmend bei uns zu Revolten führen (siehe Grossbritannien, Frankreich, Irland, Griechenland und weitere).

Kapitalismus, Globalisierung, Gier und Egoismus gehen Hand in Hand mit der Kriminalität. Dies ist mit unserem ungezügeltem Egoismus nicht nur falsch, sondern verbirgt, dass es in vielen Ländern dieser Welt weiter brodelt und sich die Lage weiter verschlimmert. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter. Als Irland vor 20 Jahren noch arm waren, hatten diese faktisch Bürgerkrieg. Irland ging in die EU und wurden die Nummer Eins; die Iren konnten sich plötzlich auch was leisten. Nach dem Bankrott bekriegen sich Protestanten und Katholiken wie in mittelalterlicher Zeit von Neuem. Ist dies unser Ziel?

Wer es noch nicht bemerkt hat: Es geht an allen Ecken und Enden abwärts mit unseren Werten. Die Zukunft liegt in den Schwellenländer. Unsere Politiker stellen die Weichen; leider die falschen. Jeder von ihnen ist ein Lobbyist; ob er dies wahrhaben will oder nicht!

Ein wenig mehr soziales Engagement kann niemandem schaden.
Wenn Kinder, alte Leute oder Flora und Fauna irgendwo auf unserem Planeten unsere Hilfe benötigen ist dies unsere Pflicht; wegschauen rächt sich sicherlich!

11. August 2011