Mittwoch, 24. August 2011

Burmas Waffenlieferanten sind zugleich ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates



Daw Kyaing Kyaing, die Frau des Militärmachthabers Than
Shwe, spendet zur Einweihung des 99 Meter
hohen Prunkpalastes im neuen Verwaltungssitz
in Naypyidaw



jonas m. lanter / sven m jakal

Waffenlieferungen


Die fünf grössten Waffenlieferanten dieses Kontinenten sind auch stetiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates; und daher vetoberechtigt. Dies ist ein in sich geschlossenes Absurdum absolutem. Kein einziges Land kann sich diesem Vetorecht entziehen und daher bleiben Sanktionen gegenüber Staaten wie Burma chancenlos. Seien dies die Vereinigten Staaten von Amerika, Russland, China, Frankreich oder Grossbritannien. Sobald Wirtschaftsinteressen im Spiele sind, lassen sich keine Sanktionen durchsetzen. Hier liegt der springende Punkt zur Lösung vieler Konfliktherde. Solange die Situation weiterhin so ist und sich keine Änderung abzeichnet, wird sich daran auch nichts ändern. Diese Lage wird durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch geradezu noch gefördert. Es stehen keine humanitären und globalen Lösungen zur verschlechternden Menschenrechtslage und der zuehmenden Verschmutzung unserer Flora und Fauna zur Debatte. Ökonomie kommt in heutiger Zeit vor Ökologie. Den Staaten selbst geht es jetzt vorderrangig um die Rettung ihres eigenen Bruttosozialproduktes. Und solange es mit der Wirtschaft weiter bachab geht, ist keine Änderung auch innerhalb der "Non Gouvernements Organisations - NGO's" abzusehen.
Darunter leidet gerade das äusserst arme Burma.

Eine direkte Einmischung durch die ASEAN, der EU oder der Verbündeten der Vereinigten Staaten bleibt so chancenlos. Burma war, ist, und steht weiterhin im Abseits.


Der Spitzel


"Nicht umdrehen", warnt ein Begleiter, nachdem uns der Mann auf Schritt und Tritt zur Shewagon-Pagode gefolgt ist. Wie ein birmanisches Sprichwort besagt, kommt auf drei Reisende ein Spitzel. Dieser fällt auf, weil er der einzige Einheimische ist, der eine dunkle Sonnenbrille in dieser angenehmen Nachmittagswärme trägt. Die Spitzel im Dienste des Militärregimes, die an der Tempelanlage vom frühen Morgen bis in die Abendstunden mit kleinkrämischer Pedanterie hinter ausländischen Besuchern herstiefeln, zeigen ein Jahr nach der schweren Verwüstung durch den Wirbelsturm "Nargis" und 18 Monate nach der Safranrevolution, mit welcher Besessenheit die Generäle des Landes jede Form von entfaltender Opposition sofort im Keime ersticken. "Man kann nicht sagen, dass es blanke Unterdrückung gibt", sagt eine Frau in Rangun. "Aber die Behörden schlagen zu, sobald sie glauben, es gebe das kleinste Anzeichen von Widerstand."
Etwa 2100 politische Gefangene sitzen in den brutalen Folterstätten der Junta und verbüssen oftmals drakonische Strafen, wie etwa ein 21-jähriger Student, der wegen Teilnahme und Anführung der Safranrevolution im September 2007 zu 104 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. "Die Militärs wollen niemanden zulassen, der die Wahlen nächstes Jahr stören könnte". Der Urnengang wäre der "krönende Abschluss" der Roadmap zur Demokratisierung, welcher nach den Vorstellungen der Generäle gemacht wurde. Im vergangenen Jahr wurde während des verheerenden Wirbelsturms "Nargis" per Referendum über eine neue Verfassung "abgestimmt". Welche Rolle das Parlament spielen wird, kann man nur erahnen. "Wir müssen abwarten, ob im Parlament wirklich Entscheidungen gefällt werden oder ob dieses nur ein- bis zweimal pro Jahr zusammenkommt, um Beschlüsse der Militärmachthaber abzusegnen". Denn die Junta lässt sich seit Jahrzehnten nicht in die Karten blicken. Das Wahlergebnis von 1990, als die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie haushoch siegte, wurde von den Generälen nie akzeptiert. Jetzt, nachdem uns die Wirtschaftskrise mit voller Wucht getroffen hat, bauen die Militärs ihr totalitäres System vollständig aus. Dazu gehört auch der neue, auch unterirdische Verwaltungssitz "Naypidaw" am Westhang des Shan-Gebirges. Dort feierten letztes Wochenende der Militärmachthaber Than Shwe und seine Gemahlin Daw (Dame) Kyaing Kyaing die Vollendung der gewaltigen Pagode "Uppatasanti" und warf ganze Bündel Geld in die Luft. Wie jeder König Burmas baute auch Than Shwe seine eigene Kapitale mit einer genauen Replika der Shwegadon-Pagode aus Rangun, samt Diamanten an der Spitze und einem goldigen Schirm. Aber auch dies täuscht nicht darüber hinweg, dass sich auch nach den Wahlen nichts verändern wird.

24th September 2011

Donnerstag, 11. August 2011

Somalia: Kindersterblichkeit infolge Hungersnot erschreckend hoch


Somalia: Kindersterblichkeit infolge Hungersnot erschreckend hoch!




3,7 Millionen Somalier sind mittlerweile von der Hungerkatastrophe
am Horn von Afrika betroffen.
Die UNO zeigt sich alarmiert über die hohe Kindersterblichkeit


jonas m lanter

Ich schaue tatenlos zu wie Kinder und ältere Menschen in Somalia und anderen Orten sterben. Ich sehe die Bilder täglich am TV oder am Computer. Die Bilder prägen sich tagtäglich aufs Neue ein: " Ein sterbendes Kind wegen Unterernährung? Schrecklich! "

Sterben wegen fehlender Nahrung; die wir in der sogenannten Ersten Welt in den Abfall schmeissen oder an unser Vieh verfuttern!

Was ist los mit unserer hochgelobten Solidarität, der Hilfe an hungernden und sterbenden Kindern in unserer globalisierten Welt? Wenn es um unseren Wohlstand geht, können wir Berge versetzen und Staaten mit Hunderten von Milliarden vor dem Boykott retten.
Das Aktivieren von Hilfsmitteln unter anderem für die Hungernden in Somalia kostet nicht mehr, als mit einem Mausklick die richtigen Weichen zu stellen. Wir sind alle untereinander verbunden! Let's do it!

Seit den vergangenen 20 Jahren, seitdem der Computer auch zu Hause zu einem unentbehrlichen Kommunikationsmittel geworden ist, sind wir in Sekundenbruchteilen in allen Teilen dieses vom Klimawandel geschwächten Planeten.
Dennoch, der Computer verleitet nicht nur Politiker zum Nichthandeln, sondern auch mich selbst. Wem soll ich meine Spende anvertrauen? Warum benötigen verschiedenste NGO's einen Verwaltungsapparat der zwischen elf - bis 30 Prozent der Spenden frisst?
Mit etwas über elf Prozent Spendenabgang für Werbung und Verwaltung steht 'Médecines Sans Frontières' (MSF) an vorderster Stelle.

Ja, ich sehe die Bilder täglich vor mir. In Bruchteilen einer Sekunde bin ich mit verschiedensten NGO's verbunden. Ich organisiere meine Hilfe für hungernde Waisen in Burma selbst. Leider fühlen sich die meisten Leute nur im Geiste verbunden mit Kranken, Hilfsbedürftigen und Sterbenden.
Sind wir ein Volk von Heuchlern und aphatisch-Veranlagten? Heute, wo jeder von Kindheit an in und an den Kapitalismus gebunden und mit diesem verflochten wird, fallen Menschen, die nicht gleich walten und schalten aus dem sozialen Auffangnetz; sie werden als Asoziale abgestempelt. Hier liegt die grösste Gefahr; denn immer mehr Menschen fallen durch die Maschen.

Ich frage Euch: Was für eine Welt wollt Ihr Euren Kindern hinterlassen? Eine ohne Kriege, ohne Hunger, ohne soziale Benachteiligung? So könnte man es jedenfalls meinen.
Aber sicherlich nicht mit einem so minimalen Anteil an Wille, Eigenverantwortung, Wegschauen und falschen (Wahl-)Versprechungen.
Jeder einzelne Staat, unsere Politiker und jeder unserer egozentrischen Gesellschaft verpasst die letzte Chance für eine bessere Zukunft mit der eigenen Passivität, in die wir hineinerzogen wurden. Dieses wird sich mehr und mehr rächen! Soziale Ungleichheiten werden zunehmend bei uns zu Revolten führen (siehe Grossbritannien, Frankreich, Irland, Griechenland und weitere).

Kapitalismus, Globalisierung, Gier und Egoismus gehen Hand in Hand mit der Kriminalität. Dies ist mit unserem ungezügeltem Egoismus nicht nur falsch, sondern verbirgt, dass es in vielen Ländern dieser Welt weiter brodelt und sich die Lage weiter verschlimmert. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter. Als Irland vor 20 Jahren noch arm waren, hatten diese faktisch Bürgerkrieg. Irland ging in die EU und wurden die Nummer Eins; die Iren konnten sich plötzlich auch was leisten. Nach dem Bankrott bekriegen sich Protestanten und Katholiken wie in mittelalterlicher Zeit von Neuem. Ist dies unser Ziel?

Wer es noch nicht bemerkt hat: Es geht an allen Ecken und Enden abwärts mit unseren Werten. Die Zukunft liegt in den Schwellenländer. Unsere Politiker stellen die Weichen; leider die falschen. Jeder von ihnen ist ein Lobbyist; ob er dies wahrhaben will oder nicht!

Ein wenig mehr soziales Engagement kann niemandem schaden.
Wenn Kinder, alte Leute oder Flora und Fauna irgendwo auf unserem Planeten unsere Hilfe benötigen ist dies unsere Pflicht; wegschauen rächt sich sicherlich!

11. August 2011