Samstag, 17. Dezember 2011

Burmas lautloser Griff nach dem Kapitalismus


Ein letzter Schachzug der Militärs, dem Kriegsverbrechertribunal zu entgehen?

jonas m lanter

Burmas Generäle sind abgetreten oder halten sich im Hintergrund. Jenseits von Touristenpfaden und Abseits des eigenen Volkes verschanzen sie sich in der neuen Verwaltungshauptstadt ‚Naypidaw’ im unzugänglichen Nordosten des Landes.

Aung San Suu Kyi, die Ikone und Friedensnobelpreisträgerin, ist frei und kämpferischer denn je. Für die kommenden Nachwahlen sind ‚die Lady’ und ihre Mitstreiter der ‚Nationalen Liga für Demokratie’ (NLD) bestens gewappnet. Ihre Partei gehört jetzt genauso dazu wie die der Junta. Ihre Parteisprösslinge werden wie einst jene von den Generälen von eigenen parteiinternen Lehrern „gedrillt“. Viele der politisch Inhaftierten wurden bereits entlassen oder diese ist in Aussicht gestellt.

Mit den letzten militärisch-autonomen Kampfeinheiten, wie derer im Karen – Staate; der ‚Demokratic Karen Buddhist Army’ oder der ‚Karen National Liberations Army’, sowie anderer ethnischen Gruppierungen im Karenni, Mon, oder im Arakan-Staate, wurden Friedensabkommen ausgehandelt. Wer sich dennoch weigert, wird zu langjährigen Zuchthausstrafen verdonnert. Wie der Leader der ‚Karen National Union’, Saw Mahn Nyein Maung. Er wurde wegen 'ungesetzlicher Zusammenarbeit' (unlawful association) zu 17 Jahren Haft verurteilt.

Im ewigen Unruheherd des ‚Shan – Staates’; im berüchtigten ‚Goldenen Dreieck’, ’Burma – Laos – Thailand’, das vorab von gnadenlosen und blutrünstigen Kriegs- beziehungsweise Drogenlords, wie der mann- und waffenstarken ‚Shan-State Army South’ (SSA-S) und einigen anderen kontrolliert werden, hat der ‚Staatsrat für Frieden und Entwicklung’ (SPDC; wie sich die Juntapartei selbst nennt*), lukrative Friedensabkommen abgehandelt. Diese heissen Beteiligung an sämtlichen Ressourcen der ehemaligen Waffengegner der burmesischen Junta in ihrem autonomen, abgestammten Gebiete.

Nach 50 Jahren endlich Frieden – ein Weiser Schachzug der Militärs?

Es scheint seit nun mehr als 50 Jahren tatsächlich eine Art von Waffenruhe zu Stande gekommen zu sein. Die Generäle setzen lieber auf Diplomatie oder ziehen sich ganz aus der Politik zurück um dem Westen nicht die Möglichkeit; oder gar Hand, für ein Kriegsverbrechertribunal zu bieten.

Gerade jetzt, wo eines der grössten Staudamm-Projekte der Menschheit am ‚Irrawaddy’ – Fluss (UNESCO Weltkulturerbe) auf Eis gelegt wurde; nähert sich Burma zum Schrecken Chinas auch noch Amerika und der EU zu. Notabene hat China 2,6 Milliarden Euro (3,6 Mia. US$) in das Myitsone-Kraftwerk-Projekt und zur Sicherung dieser Nutzungsrechte bereitgestellt.


Nicht nur das Hillary Clinton auf Besuch weilt, zeigt, wie weit die Demokratisierung bereits fortgeschritten ist.

Da stellt sich zwangsläufig die Frage, wie Ernst es der burmesischen Regierung doch ist, ihr Land der Globalisierung, dem erhofften Wohlstand und dem Kapitalmarkt zu öffnen. Auch werden im Süden des Landes bereits riesige Gebiete an ausländische Investoren abgetreten.

Denn auch der Tourismus soll in Zukunft eine wichtige Stütze des weder allen Erwartungen erstarkendem Staates sein.

Ein wahres Schlaraffenland

Auch ist Burma reich an Bodenschätzen: Von edlen Metallen und Hölzern, reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen im Golf von Bengalen verfügt Burma über die weltweit teuersten Rubine. Trotz Amerikanischem- und EU-Embargo, hat dies den burmesischen Generälen alleine im Jahre 2006 offiziell 300'000'000.00 US$ (300 Mio. US$) an Einkünften beschert. Der Boden ist äusserst nahrhaft. Getreide, vorwiegend Reis und allerlei Früchte, können drei- bis viermal jährlich geerntet werden: Ein wahres Schlaraffenland!

Ein letztes Mal ausgetrickst…..

Durch dieses einst reichste Land Südostasiens winden sich neben den grössten Wasserwegen (60% aller Menschen in Südostasien befinden sich im Einzugsgebiet eines dieser Gewässer) auch wichtige chinesische Öl- und Gaspipelines. Burmas Generäle scheinen auf das richtige Pferd gesetzt zu haben: Sie haben den Westen vor Ihrer „Abwahl“ ein letztes Mal ausgetrickst!


*Die 'USDP' = 'Union Solidarity and Development Party' ersetzte nach den Wahlen 2010 die 'SPDC'.

Zürich, 16.12.2011

Donnerstag, 17. November 2011

Die Burmesische Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung Suu Kyi bereitet ihre Rückkehr in die Politik vor


Die Friedensikone bereitet ihre Rückkehr in die Politik Burmas vor



jonas m lanter

Burmas Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi war 20 Jahre lang der Garant für die Massnahmen der westlichen Staaten, die sich an den Repressalien an ihr und ihrer Oppositionsbewegung orientierten. Der langjährige Hausarrest; beziehungsweise die Gefängnisaufenthalte im Insein-Prison, galten als Indiz für politische Unterdrückung. Der Boykott der ersten Wahlen seit 1991 letztes Jahr wurde als Beweis interpretiert, dass es sich bei der Wahl um eine Farçe handelt. Am Freitag beschloss nun die ‚Nationale Liga für Demokratie’ (NLD) von Aung San Suu Kyi, Mitte Dezember bei den Nachwahlen um knapp 50 Sitze für just jenes Parlament in der Hauptstadt Naypyidaw anzutreten, welches aus der 2010 boykottierten Wahl hervorgegangen ist. Damit nicht genug: Daw Aung San Suu Kyi, die Ikone des Widerstands, wird sich aller Voraussicht höchstpersönlich um einen Sitz in der von ehemaligen Militärs dominierten Regierung bewerben.

Die Kehrtwende der Friedensnobelpreisträgerin zwingt nun wohl auch die Skeptiker zum Umdenken. Selbst US-Präsident Barack Obama, dessen Regierung die Situation im Land regelmässig kritisiert, sah bei seinem Besuch auf der indonesischen Insel Bali vereinzelte "Lichter der Veränderungen". Im kommenden Monat wird nun seine Aussenministerin; Hillary Clinton, Präsident Thein Sein in der Hauptstadt Naypyidaw die Aufwartung; sprich Visité machen. Washington bezeichnet die Reise als historisch, weil es der erste Besuch eines US-Aussenministers seit 50 Jahren bei dem chinesisch-indischen Vasallen darstellt.

In Bali gab auch die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean ihre Entscheidung bekannt, dem bisher geächteten Burma 2014 den Vorsitz des Staatenbunds zu überlassen. Eigentlich hätte Burma den Sitz jetzt schon inne, wenn da nicht die Niederschlagung der Demokratiebewegung gewesen wäre. "Das ist ein Zeichen, dass für uns die Zukunft wichtiger ist als die Vergangenheit", sagte Indonesiens Aussenminister Natalegawa. Burmas Präsident Thein Sein, der frühere Premierminister des langjährigen Diktators Than Shwe, genoss den Prestigegewinn und die internationale Aufmerksamkeit sichtlich beim protokollarischen Händedruck mit Jakartas Präsident Susilo Bambang Yudhoyono.

Vor allem die EU hatte vergeblich versucht, die Asean-Entscheidung zu vertagen. Noch sind die meisten Sanktionen gegen Burma weiterhin in Kraft. Aber immer weniger Länder und Geschäftsleute halten sich an die Einschränkungen. Viele birmanische Oppositionelle warnen zwar vor allzu grossem Optimismus. Aber Harn Yawnghwe, Leiter des Euro-Burma-Büros in Brüssel, war positiv überrascht von der birmanischen Diaspora nach seinem ersten Besuch des Landes nach 50 Jahren. "Ich fand eine sehr optimistische Atmosphäre, offener als erwartet. In einem Fall weigerte sich eine Hotelrezeptionistin sogar, einem Geheimagenten meine Zimmernummer zu geben."

Die Regierung weigerte sich bislang aus Furcht vor Demonstrationen, die zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Rädelsführer der Safran-Revolution von 2008, freizulassen. Immer noch sitzen zwischen 1500 und 2000 politische Gefangene in Gefängnissen oder Zwangslagern. Ihre Freilassung ist eine der Vorbedingungen der NLD für deren Teilnahme an den Nachwahlen Mitte Dezember. Der Beschluss der Anhänger von Suu Kyi zur Teilnahme legt die Vermutung nahe, dass selbst Aung San Suu Kyi inzwischen auf Burmas Form von Freiheit setzt.

Zürich, den 17.11.2011


Samstag, 1. Oktober 2011

Burma; letztes Interview mit dem verstorbenen Präsidenten aller Ethnischen Gruppierungen Burmas und Chairman der Karens

Interview mit Premier und Chairman Saw Ba Thin Sein, Premier aller grossen Ethnischen Gruppierungen Burmas und Chairman der Karen National Union (KNU), verstorben an Weihnachten 2007

Jonas M. Lanter, Sven Jakal, Thailand - Burma

Veröffentlichungen, auch auszugsweise, dürfen nur nach Absprache mit aseannews@gmx.ch veröffentlicht werden. Copyright by Jonas M. Lanter http://Birmaberichterstattung.blogspot.com

Premier Minister (Chairman) Saw Ba Thin Sein im Gespräch mit Jonas Lanter

Saw Ba Thin Sein, sie sind der Chairman aller Ethnischen grossen Gruppierungen Burmas und der Karen National Union (KNU). Die KNLA, also der militärische Arm der Karens, untersteht auch ihnen.

"Ja, dies ist richtig so. Ich bin der Chairman aller grossen Ethnischen Gruppierungen Burmas und auch Chairman der Karens, also des Kayin - Staates. Nochmals Entschuldigung für den angsteinflössenden Empfang mit meinen bewaffneten Bodyguards. Normalerweise empfange ich nachts keine Gäste mehr. Es ist einfach zu gefährlich für einen Politiker meines Ranges. Aber da wir uns ja nun schon seit 14 Jahren kennen, wollte ich dich auch gerne treffen."

Anmerkung: Saw (Anrede für Herrn) Ba Thin Sein ist der höchstrangige Politiker (Präsident) der unten aufgeführten sieben (7) Staaten in Burma. Daneben existieren noch sieben (7) Divisionen, welche von der Junta 'geführt' werden. Total zählt Burma 14 Distrikte.
Die sieben Staaten, denen Ba Thin als Chairman vorsteht
sind hierbei aufgeführt:

- Arakan State (vorher Rakhaing)
- Chin State
- Kachin State
- Karen State (Kayin)
- Karenni State (Kayah)
- Mon State
- Shan State


Anmerkung: nach dem Chairman folgt der Vize-Chairman, von denen jeweils zwei existieren. Danach folgt der Premier Minister des Staates bzw. der Distrikte.


Wir pflegen auch sonst brieflichen Kontakt zueinander, und dies über viele Jahre. Ihren Brief von anfangs November habe ich dankend erhalten. In den Mails können wir ja keinen politischen Dialog führen. Sie sagten mir, unsere Mails werden vom Geheimdienst abgefangen?

"Ja, dem ist so. Dies betrifft aber nicht nur den Burmesischen Staat, sondern auch Nachrichtendienste anderer Staaten, vorab den der Chinesen und Russlands."

Trotz Ihres Alters von 80 Jahren scheinen Sie einen gesunden Eindruck zu hinterlassen?

"Du hast mich ja beim letzten Besuch im Hospital in Mae Sot besucht. Ich leide an Parkinson und nehme Sauerstoff zu mir. Aber nur wenn ich will. Geraucht und getrunken habe ich früher oft und viel!" Alle Anwesenden lachen.
"Ja, ich bin bereit, dir auch Informationen zu geben und mit dir offen über neue und gelöste Probleme zu sprechen. Ich gebe sonst keine Interviews, denn es wurden schon einige Attentatsversuche auf mich unternommen. Deshalb auch die vielen bewaffneten Bodyguards. Den letzten Mordanschlag habe ich im Spital nur dank einer meiner Bodyguards überlebt. Dieser wurde von der Burmesischen Junta geplant und durch hiesige, korrupte Individuen durchgeführt. Den Namen sollst du hier nicht nennen, dies ist auch für dich zu gefährlich. Du musst hier immer vorsichtig sein. Viele Spitzel, welche von den Burmesen bezahlt werden, machen sich gerade an Journalisten heran. Sehe dich immer vor und traue niemandem!.Vorab eben jenen, welche hier eigentlich für die Sicherheit verantwortlich sind."


Wie viele Menschen vertreten Sie gesamt?

"Die Shan-Bevölkerung im Nordosten Burmas ist neben den Birmanen nicht mehr die grösste Volksgruppe. Die Karens zählen heute in Burma und Thailand sieben Millionen Menschen. Daneben vertrete ich aber auch alle grossen Ethnischen Volksgruppen wie die der Karennis, der Mons, der Chins, den Arkan-State, den Kachin-State, den Shan-State und noch einige andere.
Total sind dies etwa an die 17 Millionen Menschen".

Sie haben letztmals erwähnt, dass die Generäle mit Hilfe Chinas das Projekt für einen Atomreaktor "ins Auge" fassen.

"Momentan ist dies eines der Ziele der Junta. Erst letzthin hatten wir ein Geheimtreffen mit Dr. Sein Win, dem Premier Minister aller Exilburmesen. Auch der Amerikanische Ex-Präsident Jimmy Carter, welcher bei mir auf Besuch weilte, hat an diesem Treffen teilgenommen. Daneben hatten wir auch Kontakt mit einem Vertreter von Aung San Suu Kyi's NLD.
Die Angst, dass die Generäle an angereichertes Uran oder Plutonium zum Bau einer Atombombe herankommen, ist begründet. Warum die USA hier nicht schon lange intervenieren, verstehe ich nicht!
General Than Shwe hat nun seine Berater angewiesen, die Pläne anzugehen."


2 v.l. Dr. Sein Win, Präsident der Exilburmesen, 4 ehem. US-Präsident Jimmy Carter und Ba Thin Sein PM und Chairman des ENC und der KNU.

Jimmy Carter wurde im Jahre 2002 mit dem Friedens-Nobelpreis für seine Bemühungen um friedliche Konfliktlösungen im Nahen Osten und Afrika ausgezeichnet.


Wissen Sie, an welchen Fluss dieser gebaut werden soll?

"Nein, ich glaube selbst die Generäle sind sich hier nicht einig. Die einten wollen es im innern des Landes und wieder andere in der Nähe zu China.
Ein anderes Problem liegt darin, dass die Generäle ein unterirdisches Bunkersystem in der neuen Hauptstadt Naypyidaw weiter ausbauen. Wie viele Kilometer dieses System nun misst, kann niemand von uns genau sagen. Alle Ministerien sind unterirdisch miteinander verbunden. Und die Chinesen erhalten im Gegenzug die meisten Ressourcen unseres Landes. Auch wurden schon erhebliche Teile unseres Urwaldes von den Chinesen gerodet, dies ist doch absurd! Nun haben wir vermehrt Erdrutsche und in der Regenzeit Überschwemmungen. Aufforstungen wird hier keine betrieben. Aber ich denke, General Than Shwe will auch Gutes für sein Volk."

Sind Sie da so sicher? Warum kauft denn die Generalität zehn MIG-29 zum Preise von drei Jahren des Burmesischen Brutto-Sozialproduktes? Und anscheinend sind ja nur noch drei MIG-29 in der Lage überhaupt geflogen zu werden. Die anderen sieben werden als Ersatzteillager für die übrigen drei gebraucht!

"Seine Gedanken kann ich nicht lesen, aber ich glaube es in meinem Innersten. General Than Shwe wurde in psychologischer Kriegsführung ausgebildet, er ist ein Tatmadaw (Anmerkung Birmanischer Militär). Er ist halt wie unser verstorbener General Bo Mya ein Militarist, und die müssen halt andere Prioritäten setzen.
Auch sollten wir von der Ideologie einer westlichen Demokratie Abstand nehmen. Unsere Volkseinheiten benötigen ein anderes System. Welches genau wird sich dann zeigen. Pläne sind vorhanden.

Auch haben wir bereits für die Zeit nach einem Umsturz hingearbeitet. Aung San Suu Kyi wird zwar vom Volke zu Recht verehrt, aber auch sie ist für einen solchen Posten nicht unbedingt geeignet. Auch wenn es der Westen so sieht."

Wer würde dann Ihrer Meinung nach in Frage kommen?

"Wir wollen, dass das Volk mitbestimmt. Und die haben folgende Personen gewählt: Dr. Sein Win, der die Mehrheit Burmas, also die Barmaren vertritt. Er lebt im Exil. Diese Barmaren stellen ungefähr 68% oder 37 Millionen des gesamten Birmanischen Volkes.
Daneben müssten die verschiedenen Ethnischen Völker ihren eigenen, autonomen Staat erhalten. So wie die Shans, welche mit der Junta operieren und dafür ihr Territorium selbst verwalten.
Sicherlich muss auch mein Nachfolger vertreten sein, schliesslich bin ich der gewählte Chairman aller grossen sieben Ethnischen Volksgruppen (ENC) in Burma."

Anmerkung: Es existieren exakt 135 verschiedene Volksgruppen in Burma, welche im Buche Ba Thin Sein's aufgeführt sind.

"Dies sind wiederum ungefähr 26% des Volkes. Die Ethische Gruppierung der Rohyngias muss auch eingebunden werden. Heute zählt diese Muslimische Minderheit ja nicht zum Burmesischen Staate. Angeblich darum, weil diese sich vor 400 Jahren von den Birmanen im Nachbarland Bangladesh abspalteten.
Den Grund dafür sehe ich aber darin, dass diese Muslimischen Glaubens sind."

Die Ethnische Vielfältigkeit Burmas: Hier sind nur die sieben Grossen abgebildet, welche einen Staate inne haben. Von eben diesen ist Saw Ba Thin Sein deren Chairman.

Sie haben mir vor Jahren schon gesagt, dass sie die einzige Gruppierung sind, welche in den über 50 Jahren Krieg nie die Seite zur Junta wechselten.

"Wir führen jetzt seit über einem halben Jahrhundert Krieg gegen die Junta und deren Verbündete.
Einem Seitenwechsel, welcher uns mit viel Geld und versprochener Macht unterbreitet wurde, stimmten wir nie zu.
Die Soldaten vergewaltigen unsere Frauen und Kinder als Akt dieser Kriegsführung. Unsere Dörfer werden niedergebrannt, die Felder zerstört.
Es gilt als legitim, auch Kinder zu entführen und bereits ab vier Jahren in den 'Ye Njunt Youth' Militärschulen zu drillen. Diese werden später hohe Offiziere. Meistens sind es Vollwaisen und diese Kinder gehören eben unseren Volkseinheiten an, also unsere eigenen Kinder werden gegen uns eingesetzt! Sie lernen nur eines, das Handwerk des Tötens! Auch sind Fälle bekannt, wo diese ihre eigenen Freunde erschiessen mussten, um deren Loyalität den Juntas zu zeigen."

Vor 14 Jahren, wo wir uns und den Chef des militärischen Flügels der Karens, General Bo Mya kennenlernte, war eine Gruppe der 'First Baptist Church' aus den Vereinigten Staaten hier. Ein gewisser Dr. Brian. Ich hatte dazumal den Konvoi noch über die Grenze zu euerm Hauptquartier begleitet. Dabei sah ich, dass die First Baptist Church viele Medikamente und anderes Material in einem eigens gemieteten Transport-Flugzeug direkt nach Mae Sot brachten.

"Ja, auch heute noch stammt das meiste Geld, welches wir benötigen, aus den USA. Die 'First Baptist Church' unterstütz uns sehr. Natürlich wollen sie auch missionieren. Deren Hilfe ist uns sehr wichtig. Nebst den Exilburmesen selbst ist es eben diese Gruppierung, welche uns am meisten unterstützt. Daneben erhalten wir noch vom Amerikanischen Staat Unterstützung. In welcher Art will ich hier nicht sagen."

Ich habe in einem Artikel geschrieben, dass die KNU die Zeichen der Zeit erkannt hat!
Denn Sie selbst haben die
UN-Security Council Resolution 1612 zum sofortigen Stopp von Kindersoldaten unter 18 Jahren in euren Truppen ratifiziert. Danke für die Kopie. Wie kam das 'Deed of Commitment' überhaupt zu Stande?

"Ich wurde schon vor einigen Jahren von Kofi Annan direkt darauf angesprochen.
Im März 2007 hat mir der Generalsekretär der UN, Herr Ban Ki-Moon, seine General-Sekretärin von 'Children and Armed Conflict', Miss Radhika Coomaraswamy, gesandt. Wir haben dadurch Unterstützung erhalten und können so mehr Druck auf die UN ausüben."

Wie ich aber in Euren Camps und in Eurer 101st. Special Forces sehen konnte, sind immer noch etliche Kinder darunter.

"Ja, leider ist dem so. Ich kann in Burma den Kindern nicht verbieten, bei der KNLA oder anderen Gruppierungen mitzukämpfen. Sie wollen dies. Und viele Eltern wollen auch, dass ihre Kinder bei uns sind. Lies mal mein Buch 'Policy Papers, Letters and Statements' des 'Ethnic Nationalities Council' der Union of Burma. Ist erst gerade neu herausgekommen. Bei uns gelten Kinder ab zwölf Jahren als Erwachsene, bei anderen Ethnien spätestens ab 14 Jahren."

Aber dies ist doch eine Farce? Warum können Sie als Chef dies nicht unterbinden.

Ba Thin überlegt und bespricht sich mit seinen Beratern. Sie sprechen in ihrer Karen-Sprache, welche wir nicht verstehen.
"Die Staatengemeinschaft glaubt immer, uns etwas aufzwingen zu wollen. Diese Kinder haben mit ansehen müssen, wie ihre Eltern ermordet, ihre Schwestern vergewaltigt und ihre Brüder in den Burmesischen Militärumerziehungslager zwangsinterniert wurden. Sie selbst wurden gedemütigt und geschlagen. Die wenigen, welche in unseren Lagern sind, konnten fliehen. Und denen soll ich verbieten, gegen ihre Todfeinde zu kämpfen? Kämpfen sie nicht, werden sie in die Lager jenseits der Grenze verbracht. Ich bin auch gegen Kinder in der Armee! Mehr will ich dazu nicht sagen."

Aber viele Politiker, Botschafter und 'Nicht Regierungs-Organisationen' (NGO's) versprechen immer wieder zu helfen. Stimmt es, dass in diesen Lagern auch Menschen zu Tode geprügelt werden?

"Da diese als 'Internally displaced peoples' gelten, dürfen die UNO, die NGO's und die Staaten nicht helfen. Auch werden immer wieder Bewohner in den Lagern von den Thai-Militärs zu Tode geschlagen. Auch Wasserbrunnen, welche wir mit grosser Mühe anfangs gebaut haben, wurden von den Thais mit Steinen wieder zugeschüttet."

Warum dies?

"Sie verkaufen lieber das Wasser und verdienen so einige Bath zusätzlich. Auch gespendete Kleider des 'Roten Kreuzes' werden nicht gratis verteilt wie vorgesehen, sondern verkauft. Auch alte Lebensmittel, die sonst nicht mehr gebraucht werden können, werden hier in den Lagern verkauft."

Schon vor Jahren wurde bekannt, dass rund um Mae Sot (Anmerkung an der Grenze zu Thailand) immer wieder ermordete illegale Arbeiter aus Burma aufgefunden werden. Was hat dies auf sich?

"Ganz einfach, so müssen diese nicht bezahlt werden. Einige dieser Firmenbesitzer wurden zwar verhaftet und einer davon hingerichtet, aber dennoch kommt es noch vor. Heute wird es halt einfach so gemacht, dass ein Stundenlohn, welcher sehr niedrig ist, schlussendlich halt doch nicht ausbezahlt wird oder sie erhalten nur ein Bruchteil davon."

Ich habe gesehen, wie Thailändische und Burmesische Soldaten zusammen in Mae Sot waren.

SPDC und Thai-Soldaten bei einem Meeting

"Es wird sich um ein Treffen handeln. Auch Meetings werden hier im 'Mae Sot Hill Ressort' Hotel zwischen den Thais und der SPDC abgehalten. Im Westen gelten sie offiziell als Feinde, bei uns nicht. Denn Burma ist ein wichtiger Handelspartner Thailands."

Jetzt noch eine letzte Frage: Wie lautet die Verfassung Burmas?

"Burma hat bis heute unter den Militärs keine offizielle Verfassung. Stellen sie sich dies mal vor. Wie soll ein Land so funktionieren? Die Befehlshaber sind alles Generäle und von einigen ist bekannt, dass sie Drogen und Alkoholsüchtig sind. Einige sind gar Analphabeten! Sie verlassen sich lieber auf Wahrsager als auf gebildete Politiker! Ganz hier in der Nähe ist die grösste Yaba-Produktionsstätte der Welt. Auch das grösste Heroinlabor Burmas befindet sich hier. Es kommt schon mal vor, dass die Menschen Masken tragen müssen. Sonst hätten diese bei Ostwind eine Überdosis. Der Ostwind bläst aber nur selten am Ende der Regenzeit."

Sie haben vorhin noch auf das 'Panglong-Agreement' hingewiesen!

"Unsere Republik wollte am 12. Februar 1947 unter General Aung San und anderen, führenden Vertretern unserer Staaten, dieses Agreement einführen. Es handelt sich um ein Vereintes Burma, in der jede Gruppierung über sich selbst bestimmen kann und in einer Zentralregierung die Massnahmen untereinander besprochen werden. Das heisst im Besonderen, dass jedes Ethnische Volk seine eigene Eigenständigkeit bewahren kann und auch Massnahmen durchsetzt, welchen ihrem Glauben gerecht wird. Nicht jede Ethnie kann hier wie in einer Demokratie geführt werden. Nein, dies ist viel komplizierter. Es benötigt viele Kenntnisse der örtlichen Begebenheiten, des Glaubens und deren Bräuche. Viele wirken fremd, aber so können wir untereinander die Loyalität fördern. Viele Völker sind indigenen Ursprungs, auch wir, die Karens. Leider kam es nicht zu diesem 'Panglong-Agreement', den fünf Monate später wurde General Aung San und weitere Unterzeichnende am 19. Juli 1947 ermordet!"

Anmerkung: Ein Chairman ist höher gestellt als ein Premier Minister, er ist der oberste Führer einer Nation oder eben eines Volkes.

Das Interview wurde im Hause von Premier Ba Thin Sein am 5. Dezember geführt.

Copyright by Jonas M. Lanter (aseannews@gmx.net)

Samstag, den 01. Oktober 2011

Donnerstag, 8. September 2011

Eilmedlung: Schwere Kämpfe zwischen burmesischen Juntasoldaten, thailändischem Militär und Karenrebellen




Burmas Juntasoldaten beschiessen thailändische
Militärs über den Moei-Grenzfluss auf das thailändische Mae Sot



Momentan finden hier die heftigsten Gefechte auf thailändischem Gebiet statt;
gegenüber liegt das burmesische Myawaddy



Copyright by jonas m lanter: Thai / Burma-Grenze Mae Sot

Burmesische Junta zetteln schwere Kämpfe mit thailändischen Militärs und
Karen - Kämpfern an

jonas m lanter

Nach Angaben des Gouverneurs Samart Loyfah der thailändischen Tak-Provinz und des Leaders der Karen National Liberation Army 'KNLA' wurden bis jetzt bei schweren Kämpfen im thailändischen Mae Sot und im benachbarten, burmesichen Myawaddy mindestens fünf Thailänder und fünf burmesische Juntasoltaden schwer verletzt. Über die Zahl der Toten liegen noch keine Zahlen vor.

Die Zahl der Menschen, die sich über den Moei Grenzfluss nach Thailand zu flüchten wagen, wird auf 3000 geschätzt.

In der Grenzstadt Mae Sot ist momentan schweres Artelleriefeuer zu hören. Mae Sot wird weiter beschossen. Das thailändische Militär versucht, die burmesischen Juntasoldaten zurückzuschlagen.

"Ein japanischer Fotograf wurde am Sonntag im burmesischen Myawaddy unter dem Verdacht des illegalen Grenzübertrittes festgenommen", so der japanische Botschafter in Thailand. Er habe versucht über die 'Parlamentswahl' zu berichten. Ausländische Journalisten waren zu der Abstimmung nicht zugelassen.


Bürgerkrieg droht

Organisationen der ethnischen Minderheiten, die rund 40 Prozent der Bevölkerung Burmas ausmachen, hatten in den vergangenen Tagen vor einem Bürgerkrieg gewarnt (siehe Beitrag "Burmesische bewaffnete Einheiten bereiten
sich auf einen Krieg gegen burmesische Truppen vor").
Wenn die Junta unter General Than Shwe ihnen die Verfassung aufzwingt und sie ihrer Rechte beraubt werden, wird es Krieg geben.
Es waren die ersten Wahlen seit 20 Jahren. Im In- und Ausland wurde damit gerechnet, dass die von den Militärs unterstützte "Union Solidarität und Entwicklung" - 'USDP' stärkste Partei wird. Die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi hatte zum Boykott der Wahlen aufgerufen. Bei der Parlamentswahl 1990 hatte ihre Partei einen Erdrutschsieg erzielt, der von der Militärregierung jedoch nicht anerkannt wurde. Zur Wahl standen 494 Sitze in dem aus zwei Kammern bestehenden Parlament und 665 weitere in den 14 Regionalparlamenten. Ein Viertel der Parlamentssitze ist laut Verfassung dem Militär vorbehalten. In 3400 Ortschaften in überwiegend von ethnischen Minderheiten bewohnten Gegenden wurden die Wahlen abgesagt, so dass ungefähr eineinhalb Millionen Menschen nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen konnten.

Die Gefechte haben sich in den letzten Stunden ausgeweitet. Wie Ner Dah Mya, Leader der Karen National Liberation Army 'KNLA' gegenüber Birmaberichterstattung bestätigte, sind die Kämpfe im vollen Gange. Auf ihrer Seite seien einige Tote zu beklagen. "Die genaue Zahl liege aber nicht fest, denn die Kämpfe sind im vollen Gange!"

Das thailändische Militär wird zur Zeit weiterhin von den Burmesen angegriffen und mit schweren Geschützen über den Moei-Grenzfluss hinweg beschossen.

Weitere Meldungen sind bei den Kommentaren ersichtlich!

jonas m lanter, Chief Editor Birmaberichterstattung


08. September 2011 / 0100 p.m.

Mittwoch, 24. August 2011

Burmas Waffenlieferanten sind zugleich ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates



Daw Kyaing Kyaing, die Frau des Militärmachthabers Than
Shwe, spendet zur Einweihung des 99 Meter
hohen Prunkpalastes im neuen Verwaltungssitz
in Naypyidaw



jonas m. lanter / sven m jakal

Waffenlieferungen


Die fünf grössten Waffenlieferanten dieses Kontinenten sind auch stetiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates; und daher vetoberechtigt. Dies ist ein in sich geschlossenes Absurdum absolutem. Kein einziges Land kann sich diesem Vetorecht entziehen und daher bleiben Sanktionen gegenüber Staaten wie Burma chancenlos. Seien dies die Vereinigten Staaten von Amerika, Russland, China, Frankreich oder Grossbritannien. Sobald Wirtschaftsinteressen im Spiele sind, lassen sich keine Sanktionen durchsetzen. Hier liegt der springende Punkt zur Lösung vieler Konfliktherde. Solange die Situation weiterhin so ist und sich keine Änderung abzeichnet, wird sich daran auch nichts ändern. Diese Lage wird durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch geradezu noch gefördert. Es stehen keine humanitären und globalen Lösungen zur verschlechternden Menschenrechtslage und der zuehmenden Verschmutzung unserer Flora und Fauna zur Debatte. Ökonomie kommt in heutiger Zeit vor Ökologie. Den Staaten selbst geht es jetzt vorderrangig um die Rettung ihres eigenen Bruttosozialproduktes. Und solange es mit der Wirtschaft weiter bachab geht, ist keine Änderung auch innerhalb der "Non Gouvernements Organisations - NGO's" abzusehen.
Darunter leidet gerade das äusserst arme Burma.

Eine direkte Einmischung durch die ASEAN, der EU oder der Verbündeten der Vereinigten Staaten bleibt so chancenlos. Burma war, ist, und steht weiterhin im Abseits.


Der Spitzel


"Nicht umdrehen", warnt ein Begleiter, nachdem uns der Mann auf Schritt und Tritt zur Shewagon-Pagode gefolgt ist. Wie ein birmanisches Sprichwort besagt, kommt auf drei Reisende ein Spitzel. Dieser fällt auf, weil er der einzige Einheimische ist, der eine dunkle Sonnenbrille in dieser angenehmen Nachmittagswärme trägt. Die Spitzel im Dienste des Militärregimes, die an der Tempelanlage vom frühen Morgen bis in die Abendstunden mit kleinkrämischer Pedanterie hinter ausländischen Besuchern herstiefeln, zeigen ein Jahr nach der schweren Verwüstung durch den Wirbelsturm "Nargis" und 18 Monate nach der Safranrevolution, mit welcher Besessenheit die Generäle des Landes jede Form von entfaltender Opposition sofort im Keime ersticken. "Man kann nicht sagen, dass es blanke Unterdrückung gibt", sagt eine Frau in Rangun. "Aber die Behörden schlagen zu, sobald sie glauben, es gebe das kleinste Anzeichen von Widerstand."
Etwa 2100 politische Gefangene sitzen in den brutalen Folterstätten der Junta und verbüssen oftmals drakonische Strafen, wie etwa ein 21-jähriger Student, der wegen Teilnahme und Anführung der Safranrevolution im September 2007 zu 104 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. "Die Militärs wollen niemanden zulassen, der die Wahlen nächstes Jahr stören könnte". Der Urnengang wäre der "krönende Abschluss" der Roadmap zur Demokratisierung, welcher nach den Vorstellungen der Generäle gemacht wurde. Im vergangenen Jahr wurde während des verheerenden Wirbelsturms "Nargis" per Referendum über eine neue Verfassung "abgestimmt". Welche Rolle das Parlament spielen wird, kann man nur erahnen. "Wir müssen abwarten, ob im Parlament wirklich Entscheidungen gefällt werden oder ob dieses nur ein- bis zweimal pro Jahr zusammenkommt, um Beschlüsse der Militärmachthaber abzusegnen". Denn die Junta lässt sich seit Jahrzehnten nicht in die Karten blicken. Das Wahlergebnis von 1990, als die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie haushoch siegte, wurde von den Generälen nie akzeptiert. Jetzt, nachdem uns die Wirtschaftskrise mit voller Wucht getroffen hat, bauen die Militärs ihr totalitäres System vollständig aus. Dazu gehört auch der neue, auch unterirdische Verwaltungssitz "Naypidaw" am Westhang des Shan-Gebirges. Dort feierten letztes Wochenende der Militärmachthaber Than Shwe und seine Gemahlin Daw (Dame) Kyaing Kyaing die Vollendung der gewaltigen Pagode "Uppatasanti" und warf ganze Bündel Geld in die Luft. Wie jeder König Burmas baute auch Than Shwe seine eigene Kapitale mit einer genauen Replika der Shwegadon-Pagode aus Rangun, samt Diamanten an der Spitze und einem goldigen Schirm. Aber auch dies täuscht nicht darüber hinweg, dass sich auch nach den Wahlen nichts verändern wird.

24th September 2011

Donnerstag, 11. August 2011

Somalia: Kindersterblichkeit infolge Hungersnot erschreckend hoch


Somalia: Kindersterblichkeit infolge Hungersnot erschreckend hoch!




3,7 Millionen Somalier sind mittlerweile von der Hungerkatastrophe
am Horn von Afrika betroffen.
Die UNO zeigt sich alarmiert über die hohe Kindersterblichkeit


jonas m lanter

Ich schaue tatenlos zu wie Kinder und ältere Menschen in Somalia und anderen Orten sterben. Ich sehe die Bilder täglich am TV oder am Computer. Die Bilder prägen sich tagtäglich aufs Neue ein: " Ein sterbendes Kind wegen Unterernährung? Schrecklich! "

Sterben wegen fehlender Nahrung; die wir in der sogenannten Ersten Welt in den Abfall schmeissen oder an unser Vieh verfuttern!

Was ist los mit unserer hochgelobten Solidarität, der Hilfe an hungernden und sterbenden Kindern in unserer globalisierten Welt? Wenn es um unseren Wohlstand geht, können wir Berge versetzen und Staaten mit Hunderten von Milliarden vor dem Boykott retten.
Das Aktivieren von Hilfsmitteln unter anderem für die Hungernden in Somalia kostet nicht mehr, als mit einem Mausklick die richtigen Weichen zu stellen. Wir sind alle untereinander verbunden! Let's do it!

Seit den vergangenen 20 Jahren, seitdem der Computer auch zu Hause zu einem unentbehrlichen Kommunikationsmittel geworden ist, sind wir in Sekundenbruchteilen in allen Teilen dieses vom Klimawandel geschwächten Planeten.
Dennoch, der Computer verleitet nicht nur Politiker zum Nichthandeln, sondern auch mich selbst. Wem soll ich meine Spende anvertrauen? Warum benötigen verschiedenste NGO's einen Verwaltungsapparat der zwischen elf - bis 30 Prozent der Spenden frisst?
Mit etwas über elf Prozent Spendenabgang für Werbung und Verwaltung steht 'Médecines Sans Frontières' (MSF) an vorderster Stelle.

Ja, ich sehe die Bilder täglich vor mir. In Bruchteilen einer Sekunde bin ich mit verschiedensten NGO's verbunden. Ich organisiere meine Hilfe für hungernde Waisen in Burma selbst. Leider fühlen sich die meisten Leute nur im Geiste verbunden mit Kranken, Hilfsbedürftigen und Sterbenden.
Sind wir ein Volk von Heuchlern und aphatisch-Veranlagten? Heute, wo jeder von Kindheit an in und an den Kapitalismus gebunden und mit diesem verflochten wird, fallen Menschen, die nicht gleich walten und schalten aus dem sozialen Auffangnetz; sie werden als Asoziale abgestempelt. Hier liegt die grösste Gefahr; denn immer mehr Menschen fallen durch die Maschen.

Ich frage Euch: Was für eine Welt wollt Ihr Euren Kindern hinterlassen? Eine ohne Kriege, ohne Hunger, ohne soziale Benachteiligung? So könnte man es jedenfalls meinen.
Aber sicherlich nicht mit einem so minimalen Anteil an Wille, Eigenverantwortung, Wegschauen und falschen (Wahl-)Versprechungen.
Jeder einzelne Staat, unsere Politiker und jeder unserer egozentrischen Gesellschaft verpasst die letzte Chance für eine bessere Zukunft mit der eigenen Passivität, in die wir hineinerzogen wurden. Dieses wird sich mehr und mehr rächen! Soziale Ungleichheiten werden zunehmend bei uns zu Revolten führen (siehe Grossbritannien, Frankreich, Irland, Griechenland und weitere).

Kapitalismus, Globalisierung, Gier und Egoismus gehen Hand in Hand mit der Kriminalität. Dies ist mit unserem ungezügeltem Egoismus nicht nur falsch, sondern verbirgt, dass es in vielen Ländern dieser Welt weiter brodelt und sich die Lage weiter verschlimmert. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter. Als Irland vor 20 Jahren noch arm waren, hatten diese faktisch Bürgerkrieg. Irland ging in die EU und wurden die Nummer Eins; die Iren konnten sich plötzlich auch was leisten. Nach dem Bankrott bekriegen sich Protestanten und Katholiken wie in mittelalterlicher Zeit von Neuem. Ist dies unser Ziel?

Wer es noch nicht bemerkt hat: Es geht an allen Ecken und Enden abwärts mit unseren Werten. Die Zukunft liegt in den Schwellenländer. Unsere Politiker stellen die Weichen; leider die falschen. Jeder von ihnen ist ein Lobbyist; ob er dies wahrhaben will oder nicht!

Ein wenig mehr soziales Engagement kann niemandem schaden.
Wenn Kinder, alte Leute oder Flora und Fauna irgendwo auf unserem Planeten unsere Hilfe benötigen ist dies unsere Pflicht; wegschauen rächt sich sicherlich!

11. August 2011

Freitag, 27. Mai 2011

Burma: Der heimliche Killer wird erste Wahl



Burma: Der heimliche Killer wird erste Wahl


US M14 Antipersonenmine

Burmesische Kopie der M14


sven m jakal
jonas m lanter


Das Burmesische Regime setzt als letzte Regierung aktiv Landminen gegen die eigene Bevölkerung ein. Die Rebellen verzichten ebenfalls nicht auf diese billigen, in grosser Stückzahl herstellbaren Waffen. Zivilisten und Kinder sind die Hauptleidtragenden der Kriegstaktiken aller Parteien.

Ooetepew liegt mit einem zerfetzen Unterschenkel unter einem Berg alter Decken; stoischer Gesichtsausdruck in Erwatung der Amputation.
Es ist bereits mehr als eine Woche her, als er auf eine Landmine trat, seine Wunden eitern.In einem schmutzigen Krieg, zwischen Burmesischer Armee und Rebellen sowie Aufständischen, ist der heimliche Killer zur Waffe erster Wahl geworden.

So wundert es auch nicht, dass die Amerikanische M14 Landmine, welche seit 1974 beim US-Militär keine Verwendung mehr findet, als Nachbau im Jahre 2007 im Papun Distrikt in Burma, aufgetaucht ist. Die Myanmar Defence Industries (MID) unterhalten mehrere Minenfabriken, darunter eine in Ngyaung Chay Dauk, Bago Division. Von dort sollen die Burmesischen M14 Kopien stammen.
Weitere Modelle die im eigenen Land hergestellt werden sind Kopien Amerikanischer M18 Claymoreminen, die in Lizenz gebauten Chinesischen Typ 58 (in Burma bekannt als MM2) und die gefundenen M14 Kopien.
Ein ehemaliger US-Militär Angehöriger, welcher die nach gebauten M14 Minen untersuchen konnte meinte dann auch: "Es handelt sich um professionell hergestellte Kopien, allerdings entspricht die Qualität längst nicht der der Amerikanischen M14."

Burma ist das letzte Regime dieser Welt welches noch Minen legt. So belegen Studien des Internationalen Komitees zum Bann von Landminen (ICBL), dass ein zehntel der Burmesischen Bevölkerung lediglich ein paar Fusstritte von einer Gliederamputation oder Tod durch eine Mine, entfernt lebt.

Wie viele Minen Jährlich in Burma produziert werden, ist ausserhalb des Militärs nicht bekannt. Es dürften aber an die Tausenden sein. "Die Kampagne gegen Landminen ist sehr erfolgreich. Jedes Jahr wird in ehemaligen Konfliktgebieten Land gesäubert und Arsenale an Minen zerstört. Die Zahlen von Verletzen oder Toten gehen weltweit zurück. Dies ist jedoch in Burma nicht der Fall. In Burma bleiben die Zahlen der Verletzten und Getöteten weiter konstant hoch", sagt Yeshua Moser-Puangsuwan, Untersuchungskoordinator der ICBL. "Burma steht alleine da mit einem riesigen Problem und ist im Begriff nichts dagegen zu tun." Laut ICBL sind in zehn, der insgesamt 14 Burmesischen Staaten und Divisionen, Landminen ein vorherrschendes Problem. 17 verschiedene ethnische Gruppierungen haben zwischen 1999 und 2007 Minen eingesetzt. Einiger dieser Gruppen lehnen heute den Einsatz von Antipersonen Minen strikte ab.

Die Rechtfertigung der Regierung ist, dass Burma lange Grenzen und Probleme mit Drogenschmugglern hat. Yeshua Moser-Puangsuwan erklärt: "Krieg mit Minen ist in Burma eine akzeptierte Militärdoktrin. Auch kann man den Gebrauch von Landminen durch das Militär nicht als Infrastrukturschutz beschreiben, sondern als exzessiv eingesetzte Waffen. Oft werden Zivilisten ins Fadenkreuz genommen."
Laut Berichten mehrerer ethnischer Menschenrechtsgruppen sowie der internationalen Gruppe 'Human Rights Watch', werden Minen wiederholt in der Nähe von Dörfern, auf Reisfeldern sowie häufig begangenen Pfaden verlegt. Dies um zu verhindern, dass Dorfbewohner die Ernte einbringen können, oder um die Menschen an der Flucht aus Militär kontrollierten Gebieten zu hindern.

Fragt man Ootepew nach der Herkunft der Mine die ihm sein Bein zerrissen hat, antwortet er in bestimmtem Ton: "Es war die Junta, welche die Mine verlegt hat." Minenopfer in Burma geben oft der Regierung die Schuld. Die Realität scheint indes komplexer zu sein. Denn nicht nur die Regierung, sondern auch die Rebellen verwenden Landminen. Die Minen der Regierung sind so stark, dass sie meistens
tödlich wirken. Die Rebellen hingegen verwenden selbstgebaute, meist aus Bambusholz oder Glasflaschen bestehende Behälter, gefüllt mit Schiesspulver, Schrauben, Nägeln und Kugellagern. Diese Minen werden mit Batterien gezündet und bleiben wegen der hohen Luftfeuchtigkeit 'nur' sechs Monate nach Verlegen scharf. Die Detonation einer solchen Mine endet meistens nicht sofort tödlich. Die
Verletzungen von Ooetepew lassen auf eine von den Rebellen gelegte Mine schliessen. Burmesische Dorfbewohner geben meist der Regierung die Schuld an der humanitären Katastrophe, dabei spielen die Militärs und die regionalen Warlords, Roulette mit dem Leben der zivilen Bevölkerung.

Überlebende einer Explosion fürchten sich vor der Amputation ohne Narkose, welche meist im Urwald, in feuchten Bambushütten, mit rudimentärsten medizinischen Mitteln durchgeführt werden muss. Wenn selbstgebaute Landminen der Rebellen töten, dann ist es meist ein langsamer und schmerzvoller Tod, oft begleitet von Infektionen und Wundbrand. Nur wenige haben Glück wie Oetepew, werden von Freunden über die Grenze nach Thailand verbracht, wo ihnen professionell geholfen werden kann.

Minen sind billig; eine Chinesische Typ 58 Antipersonen Mine kostet zwischen einem oder zwei Dollar. Da ist es nicht verwunderlich, dass Rebellen, bei denen notorische Waffen- und Munitionsknappheit herrschen, auf solche billigen Waffen zurückgreifen um sich zu verteidigen. Die Rebellenarmeen verfügen über professionelle Minen wenn diese zuvor gewaltsam von Regierungstruppen erbeutet oder aus Minenfeldern geborgen wurden. Oft stammen die Minen auch von
korrupten Armeeangehörigen, welche diese verkaufen. Ansonsten operieren diese Gruppen meist mit den oben beschriebenen Selbstbauvarianten, welche aber nicht weniger effektiv, gar brutaler sind.

In Burma gibt es kein einziges humanitäres Programm, welches sich mit der Entminung von betroffenen Lokalitäten oder gar mit der Ausbildung von Minenräumern befasst. Manchmal kommt es vor, dass Soldaten der Rebellenarmeen, Dörfer, Felder und Wege per Hand von Minen säubern, nachdem feindliche Verbände durch marschiert sind.

Menschenrechtsgruppen haben einen wesentlich schnelleren und billigeren Weg zur Entminung dokumentiert, welchen die Burmesische Armee anwendet: Man lässt aus Dörfern zwangsrekrutierte Träger und Zivilisten als menschliche Minenschilder vor weg gehen. Die Burmesische Armee hofft auf diese Weise die Rebellen vom legen
neuer Minen abzuhalten.

Tragischerweise wird der Gebrauch von Minen in naher Zukunft weiter zu nehmen. Zwischen den Jahren 2009 bis heute liess sich ein signifikanter Anstieg von Minenopfer in Ostburma verzeichnen. Dies ist auf die andauernden Kämpfe zwischen Rebellen der 'Karen National Liberation Army' (KNLA) und der Regierung zurückzuführen.

Minen wurden zu einem integralen Bestandteil der Militärstrategie, wenn es darum geht, Gebiete von Zivilisten zu 'säubern', Nachschub der ethnischen Rebellen zu kappen oder Verbindungswege unpassierbar zu machen. Für das Burmesische Militär wie für die Rebellenorganisationen sind Minen nach wie vor der billigste und effizienteste Weg um sich selbst zu verteidigen. Die wirklichen Verlierer, wie immer im Krieg, ist die Zivilbevölkerung, vorab spielende Kinder.

ICBL 'Landmine and Cluster Munition Monitor Burma 2010'

Claymore und MM2-Minen aus Burmesischer Produktion


Rebellen werden im Bau von Minen unterrichtet



Querschnitt durch eine US-M14 Antipersonenmine, die heute
vom Burmesischen Militär nachgebaut werden


27. Mai 2011

Mittwoch, 4. Mai 2011

Burma: Ethnien fordern Freilassung von politischen Gefangenen



Burma: Ethnien fordern Freilassung von politischen Gefangenen


2'073 politisch Inhaftierte


sven m jakal
jonas m lanter

Fünf ethnische Parteien (Shan Nationalities Democratic Party, All Mon Region Democratic Party, Rakhine Nationalities Development Party (RNDP) Phalon-Sawaw Democratic Party und Chin National Party), fordern eine Generalamnestie für politische Gefangene in Burma.

In einer an die Regierung gerichteten Erklärung fordern die Parteien eine sofortige Freilassung aller politisch Inhaftierten in Burma; dies zum Beitrag einer 'nationalen Versöhnung'.

"Die Regierung sollte eine Generalamnestie einführen.", so der Sekretär der 'RDNP', Hla Saw und fügt gleich hinzu, dass er selbst aufgrund einer Generalamnestie im Jahre 1980 aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Dieses Thema wurde bis jetzt von der neuen Regierung weder in Angriff genommen noch erwähnt. Vergangene Regierungen haben das Existieren von politischen Gefangenen immer dementiert: "In Burma gibt es keine politischen Häftlinge; nur Verbrecher welche gegen das Gesetz verstossen haben!" Die Organisation für Unterstützung politischer Gefangener in Burma (aappb), spricht momentan von 2'073 Menschen, welche aus politischen Gründen inhaftiert sind.

Der neuen Verfassung folgend, hat der neue Präsident Thein Sein mit Zustimmung des Ministeriums für nationale Verteidigung und Sicherheit, die Macht, eine solche Amnestie zu erlassen.

Weitere Punkte in der Erklärung fordern permanenten Frieden in ethnischen Gebieten, welche von jahrelangen Kämpfen gezeichnet sind. "Es ist wichtig, dass das Entwicklungsgefälle in den Randregionen gemindert wird. Wenn Friede herrscht, können wir die Internationale Gemeinschaft um Entwicklungshilfe bitten."

Anfangs April forderte die Gruppe 'Freunde politischer Parteien' (ein Zusammenschluss aus sechs Parteien), dass die Regierung einen Dialog mit allen Betroffenen beginnt, um endlich zu einer Lösung zu gelangen, wie der Konflikt in Burma beendet werden kann.

In seiner Antrittsrede sagte Präsident Thein Sein, dass die Regierung ihre Pflichten laut der neuen Verfassung war nehmen wird. Thein Sein, ebenfalls Vorsitzender der Gruppe zur 'Einführung spezieller Projekte': "Die Regierung muss Entwicklungsprojekte anreissen und diese in die betroffenen Regionen tragen."

Hier noch einige Fakten zu Burma:

Mindestens 530'000 'Intern Deplazierte Menschen' (IDP's) leben in Burma

Etwa 3'200 Dörfer wurden in Ostburma in den Jahren 1996 – 2007 dem Erdboden gleichgemacht


Seit 49 Jahren leidet Burma unter der Misswirtschaft und Brutalität von verschiedenen Militärregierungen

9 Jahre jung ist der jüngste bekannte Kindersoldat, welcher durch die burmesische Armee in den Einsatz geschickt wurde


04. April 2011


Mittwoch, 13. April 2011

Thailand plant Schliessung von Flüchtlingslagern


Thailand plant Schliessung von Flüchtlingslagern

Umphiem Mai - Flüchtlinglsager
Copyright jonas m lanter



Burmesische Flüchtlinge werden über die Friendship-Bridge vom
Thailändischen Mae Sot nach Burma repatriiert/
Copyright jonas m lanter

sven m jakal
jonas m lanter

Thailand plant mehr als 100'000 Burmesische Flüchtlinge, welche in Flüchtlingslager entlang der Thai- Burmesischen Grenze leben, nach Burma zurück zu schicken. Dies aufgrund des Machtwechsels in Burma, bei dem das Burmesische Militär die Macht an eine neu gewählte Regierung abgab. So ein Sprecher der Thailändischen Regierung.

"Das Burmesische Flüchtlingsproblem ist 20 Jahre alt. Es hat Thailand einiges an Ressourcen gekostet und es ist Zeit, eine endgültige Lösung herbeizuführen." So der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Tawin Pleansri.

Pleansri: "Ich kann Ihnen nicht sagen wann wir die Camps schliessen, doch wir sind entschlossen dazu.", wie er nach Rücksprache mit dem Thailändiscfhen Premier Abhisit Vejjajiva, verlauten liess. "Wir sind jetzt mit der Regierung Myanmar's am Verhandeln."

Thailand steht in Kontakt mit der UN-Flüchtlingskomission, was die Rückführung der Campeinwohner nach Myanmar angeht. Eine Sprecherin der UN Vertretung in Bangkok, Kitty McKinsey sagt jedoch: "Es ist viel zu früh für die Flüchtlinge in ihr Heimatland zurück zu kehren. Die Wahlen in Burma waren abgekartet und der 'Staatsrat für Frieden und Entwicklung' auch als SPDC berüchtigt "wurde in eine vom Militär gestützte Regierung überführt. Es muss sich erst eine Besserung der humanitären Situation abzeichnen."

"Unsere Zusammenarbeit mit der Thailändischen Regierung verlief immer zufrieden stellend. Wir können aber Thailands Anliegen verstehen."

"Es kann keine Lösung sein, die Menschen in ein unsicheres Land zurück zu schicken. Wir hätten gerne eine Rückkehr in Sicherheit und Würde und sie muss absolute freiwillig geschehen", so McKinsey weiter.

Das Thailändisch-Burmesische Grenz Konsortium (TBBC), eine Nichtregierungsorganisation welche in Thailand an der Grenze zu Burma operiert, beziffert die Zahl der Burmesischen Flüchtlinge entlang der Grenze auf 142'000 Personen im letzten Januar.

"Auch nach dem Machtwechsel gibt es jeden Tag Neuankömmlinge in den Camps. Ostburma ist noch lange nicht befriedet." so Sally Thompson, die geschäftsführende Direktorin des Konsortiums. "Wir drängen ebenfalls auf ein bleiben der Flüchtlinge in Thailand. Es ist einfach noch zu früh für eine Rückkehr in die Heimat, obwohl genau das unser Ziel ist."

Heftige Kämpfe zwischen den Rebellen der Karens und den Regierungstruppen während der Wahl im November, haben eine Welle von 20'000 Flüchtlinge verursacht, welche nun ebenfalls in den Lagern leben.

Die meisten Camp Einwohner stammen aus Dörfern in Ostburma. Diese wurden durch den jahrelangen Krieg zwischen ethnischen Gruppierungen für mehr Autonomie, sowie den Regierungstruppen teilweise mehrmals ausgeraubt, geplündert oder gar gebrandschatzt.

Laut Aussagen geflohener Flüchtlinge, verschleppen burmesische Regierungstruppen ganze Dorfgemeinschaften zur Zwangsarbeit. Vergewaltigungen sowie wahllose Exekutionen sind an der Tagesordnung. Zerstörung der geplünderten Dörfer üblich. Solche Aussagen werden ebenfalls von Organisationen wie Amnesty International bestätigt.

Burma wird seit fast fünf Dekaden vom Militär regiert und die bewaffneten Kräfte werden weiter die heruntergewirtschaftete Nation dominieren.

Der neue Präsident, vorheriger Premier Thein Sein, ist nur einer von vielen Generälen, welche ihre Uniform während den November Wahlen, gegen ein unauffälligeres Gewand getauscht haben.

Letzten Dezember wurde Thailand von der US Menschenrechtsgruppe 'Human Rights Watch' (HRW) gerügt, aus Burma stammende Flüchtlinge nicht wie menschliche 'Ping-Pong'-Bälle zu behandeln. So musste Thailand auch Kritik einstecken, als 2009 das Militär eingesetzt wurde, um 4'500 Angehörige des indigenen Hmongstammes, gewaltsam nach Laos zu repatriieren.

13. Oktober 2011