Sonntag, 22. März 2009

Burma; das Land mit den meisten Kindern an Waffen. Niederschlagung blutiger als Junta zugibt.

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jonas m. lanter

Padoh
Man Sha: Kurz nach seiner Wahl zum neuen Chairman der 'Karen National Union' - KNU. Bei unserem Interview im Dezember 2007.

Kurze Zeit später wurde Padoh Man Sha hier von einem zwei Mann zählenden Exekutionskommando einer rivalisierenden Rebellenorganisation erschossen.
Seine Dolmetscherin (rechts) blieb unverletzt.





Mit einem Angriff durch Regierungstruppen der Junta oder verfeindeter Gruppierungen
ist jederzeit zu rechnen




Immer noch fallen Hunderte von Menschen jährlich in der Grenzregion Burma / Thailand den Minen zum Opfer. Vorab Kinder sind die Leitragenden.
Diese Plastikminen 'Made in French' können auch nicht mit Detektoren aufgespürt werden


Der zitierte Bericht des Ombudsamtes und Studien der UNO gehen davon aus, dass "wenn sofort der Einsatz von Antipersonenminen gestoppt würde, es 1'100 Jahre dauern und 33 Mrd. US$ kosten würde, um im jetzigen Rhythmus die verlegten Minen in der gesamten Welt zu räumen".

Antipersonenminen sind sehr leicht herzustellen und zu installieren und haben einen Wert von ca. 3 US$
.

Nach dem Abkommen von Ottawa versteht man unter eine Mine jeglichen Sprengkörper, der dazu hergestellt wurde, um unter, über oder nahe der Oberfläche des Bodens oder jeglichen anderen Oberfläche verlegt zu werden und durch die Anwesenheit, Nähe oder den Kontakt mit einer Person oder einem Fahrzeug zu explodieren.
Unter Antipersonenmine versteht man jede Mine, die so konstruiert ist, dass sie durch die Anwesenheit, Nähe oder den Kontakt einer Person explodiert und eine oder mehrere Personen handlungsunfähig macht, verletzt oder tötet.





Burma ist das Land mit den meisten Kindern an Waffen. Nach neuesten Berichten ist bereits jeder dritte Rekrut ein Kind.






Auch viele Mädchen kämpfen...




Kinder ab zehn Jahren kämpfen auch bei den Gruppierungen, die gegen die brutale burmesische Junta ankämpfen






Die Junta zwingt Kinder in sogenannten Ne Yount Youth Schulen. Von kleinauf lernen sie das Wichtigste: Gehorchen und töten.
Später bilden genau sie die Elite





Die Zwillinge Martin & Jonathan Luther King.
Sie führten die 'Gods Army' im südlichen Kayin-State an (Grenze zu Thailand). In der Blütezeit umfasste die Truppe maximal 400 Mann (die meisten aus den umliegenden Dörfern).




Die Jungs im Alter von acht Jahren.

Viele der Burmesen folgten ihnen, denn für sie sind Martin & Jonathan Luther von guten Geistern beseelt.
Die Mitkämpfer glaubten, Kugeln
prallen an ihnen ab....

Sie wurden von Thai-Militärs gefangengenommen und in den USA "umerzogen".
Heute wohnen sie wieder zu Hause in Burma




Junta-Soldat des burmesischen 'State Peace and Development Councils' - SPDC am Moi-Grenzfluss




Zu Trainingszwecken: Thai-Militärs mit ihren bumesischen Junta-Verbündeten

Anmerkung: Viele Thais haben eine grosse Abneigung gegenüber den Burmesen. Dies führt daher, dass die Burmesen die frühere thailändische Hauptstadt Aautthaya zerstörten. Die Thais selbst sind friedliebend. Von ihnen ging noch nie ein Krieg gegen die Nachbarländer aus.

Auch heute noch sind die Burmesen und viele Ethnien in Konflikte verstrickt.
Zusätzlich stellen die über fünf Millionen illegalen BurmesInnen in Thailand ein grosses Problem dar.





Im Mae-La refugee-camp derben offiziell 38'000 - 40'000 Menschen. Andere Schätzungen gehen von einer Anzahl von über 50'000 IDP's aus (Internally displaced peoples)





Zurück aus dem umkämpften Gebiet





Kameramann Sven Jakal beim Betrachten von erbeuteten Blindgängern und gebastelten Sprengsätzen für Sabotageakte gegen die burmesische Armee und deren Verbündete:
Die Karens führen einen eigenen Demolition-Minister





Der gefangene 17-jährige Übermittlungssoldat der burmesischen Junta (SPDC)
im HQ (Hauptquartier) der 'Karen National Liberations Army' - KNLA





Wäre er nicht der Funker der Junta und könnte er keine Aussagen machen, hätten sie ihn wohl auch getötet.

Seine Kollegen der burmesischen SPDC wurden bei der Einnahme des Aussenpostens at
" BaYinNaungHill " erschossen. Offiziell wurde mir gesagt, sie hätten vier Gegner getötet und keine eigenen Verluste. Vorab haben sie viel Munition wie Mörser, 'Claimore'-Minen und vieles anderes erbeutet. Auch Geschütze und andere Waffen sind dabei. In ihren Reihen sah ich einen Verwundeten.

Hinter dem Posten werfen sie einen Leichnam die Böschung hinunter.


Zu seiner Einheit kann der 17-jährige Soldat nicht mehr: Burmesische Militärs erlauben keine Gefangennahme oder Verluste an Material.

Der Karensoldat oben links hat immer seine eigene (violette) HG bereit (oberhalb M16): "Damit ich nicht meinen Feinden in die Hände falle.."





Infolge kriegerischer Ereignisse: Grenzstelle geschlossen..





Bereits zum dritten Male für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen; Dr. Cynthia Maung leitet die Mao Tao Clinic in Mae Sot(d). Sie gilt als erste Anlaufstelle für verwundete oder kranke BurmesInnen. Vorwiegend die ethnische Volksgruppe der total 7 Millionen Karens & Karennis, aber auch arme Thais gehen in ihr Hospital, in deren Waisenschule und Prothesenwerkstatt. Als ich Cynthia in den 90-ern kennenlernte, stand eine kleine Holzhütte....



Dieser Doktor erhielt den asiatischen Friedensnobelpreis; den Magsaysay-Award.
Der Junge ist sein Assistent.

Ein Kämpfer der Karens wurde beim Clash verletzt...



Kindersoldat der 'Demokratik Karen Buddhist Army' (DKBA) nach dem Rauchen
der selbstgedrehten Zigarren. Eine narkotisierende Wirkung "übermannt" diesen 'Private soldier'.


unten: Der Besitzer dieses Wagens wurde von Banditen bzw. Rebellen erschossen. Seine Frau weint am Polizei-Checkpoint...

Vor der Grenzstadt und um die Camps hat es viele Militärsperren. In diesen dienen 20 Soldaten und mehr. Auch Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge mit Geschütztürmen kommen zum Einsatz.

Am Tage wird die Grenzstrasse, welche auch am grössten Internierungscamps für Burmesen vorbeiführt (Anmerkung Mae La), auch durch die thailändischen 'Rambo-Unit' kontrolliert.
Diese staatliche Eltieeinheit wurde in den USA ausgebildet. Sie sind schwarz masskiert, bis auf die Zähne bewaffnet. Gefangene im Dschungel werden selten gemacht, da ein Aneinandertreffen mit den Guerillas in offenen Gefechten enden.


Brigadegeneral Supachoke Visetdhiphan, der Chef der Rambo Unit, wird vom thailändischen Volk und vom Könighaus sehr verehrt. Er ist Weltmeister in verschiedenen asiatischen Kampfsportarten und ist für viele Kinder ein Vorbild. 'Rambo', wie ihn seine Freunde nennen, ist ein sehr aufrechter Offizier. Seine oberste Devise ist Loyalität und Ehre. Bei einem Treffen höre ich ihn schon von Weitem seine Eisenbeschläge an seinen polierten Stiefeln. Er trägt stets Uniform.

Wir hoffen dieses Jahr mit seiner Einheit filmen zu können



Die 105 Strasse gilt als die gefährlichste Strasse Thailands. Überfälle, Schiessereien und Entführungen durch an der Grenze operierenden burmesische Guerillas sind häufig.

Die meisten arbeiten mit regulären burmesischen Truppen zusammen.
Ganze Baustellen mit Baumaschinen wie Caterpillars werden abgebaut. Bauarbeiter werden danach freigelassen und die schweren Geräte nach Burma verbracht.





Geflüchtete Burmesen werden zurück nach Burma geschickt. Die Folgen sind ungewiss....





Viele versuchen illegal nach Thailand zu gelangen. Sei es über den Fluss oder schnell unter dem Grenzzaun hindurch.....





Kampf um BaYinNaung Hill am frühen Morgen des 10. November 2000: 05.00 a.m.





Illegale MigrantInnen in Bangkok kommen vorwiegend aus Burma




16 Jahre jung mit einem amerikanischen M16-Gewehr. Tätowierungen haben Tradition und sollen auch vor bösen Geistern schützen. Die Karens sind indigenen Ursprungs und baptistischen und /oder buddhistischen Glaubens.
Früher kämpften die Gruppierungen Seite an Seite gegen die Junta.
Heute bekämpfen sie sich gegenseitig.....




Auch thailändische Soldaten sind keine 18..





Ba Thin Sein, der Chairman aller sieben grossen Ethnien Burmas und Premier der Karens.
Sein letztes Interview. Zwei Monate später verstarb Saw Ba Thin. Seither haben sich noch mehr Gruppierungen abgespalten, die sich auch gegenseitig bekämpfen. Die 'Karen National Union' ist die einzige, welche die Seite seit Bestehen im Jahre 1947 nie zur Junta hin gewechselt hat.

Ba Thin kämpfte bereits gegen die Japaner im II Weltkrieg.
Durch sein Engagement wurden die sieben grössten Ethnien (12 Millionen Bewohner) seinerzeit vereint. Ba Thin und die Exilregierung haben viel Positives erreicht.
Nach seinem Tod stehen die Karens und andere Ethnien vor einem Scherbenhaufen.....





Burmesischen Kindersoldaten

jonas m lanter

In keinem anderen Land werden so viele Kindersoldaten eingesetzt wie in Burma. Ihre Zahl geht in die Zehntausende. Sie alle sind Opfer der zahllosen ungelösten Konflikte im Land. Und sie alle werden zu Tätern gemacht von skrupellosen Offizieren, Milizenführern und Guerilleros, die mit oder gegen die burmesische Junta kämpfen.

Sie leiden ihr Leben lang. Manche wurden mit nicht einmal zehn Jahren zwangsrekrutiert. Auch werden Eltern ihrer Kinder beraubt, vorab in ethnischen Konfliktgebieten zu Thailand, Laos, China oder Bangladesch.
In sogenannten Ne Yount Youth Schulen werden sie gedrillt und zum Kampfe ausgebildet.

Auch werden diese Kinder und Jugendliche bewusst missbraucht, über Minenfelder zu gehen, um den nachkommenden Junta-Soldaten den Weg "freizuschaffen".

In wenigen Fällen gelingt es, durch Verhandlungen Kindersoldaten aus den Kasernen zu holen.

Den Patenschaftsprogramme und die dazu gehörigen Projekte helfen diesen Mädchen und Jungen ihre Vergangenheit zu verarbeiten und schaffen zugleich Perspektiven für die Zukunft. Psychologische Betreuung, Ernährung, Bildung und medizinische Versorgung sind feste Bestandteile der Arbeit vor Ort.
Dies ist ein Anfang. Bei der grossen Anzahl an burmesischen Kindersoldaten leider 'ein Tropfen auf den heissen Stein'.

Dennoch muss gehandelt werden. Obwohl der 'Ethnic National Council' (ENC) die Jarta der UN gegen Kindersoldaten ratifiziert hat, ist es schwer, diese im Lande selbst auch durchzusetzen. Denn die Führung des 'ENC' sitzt vorwiegend im benachbarten Thailand.

Ein Kind, dessen Eltern ermordet, kämpft mit oder gegen die Junta. Eine andere Perspektive kennen diese verlorenen und vergessenen Kinder nicht. Genau diese Erkenntnis wird von den verschiedensten Gruppierungen sowie der burmesischen Junta schamlos ausgenutzt.

Kinder gehorchen und lassen sich gut kommandieren. Sie befolgen Befehle, ohne Fragen zu stellen.




Niederschlagung der Proteste blutiger als Junta zugibt


Verhaftungswelle geht ohne Reaktion der internationalen Gemeinschaft weiter!

" Die Generäle haben ihre Zivilschergen, Soldaten und Polizisten auf Mönche und andere friedlich demonstrierende Menschen losgelassen. " Brad Adams, Direktor der Asien-Abteilung von Human Rights Watch


Bei der Niederschlagung der von buddhistischen Mönchen angeführten friedlichen Proteste im September 2007 wurden mehr Menschen getötet, als die burmesische Regierung bisher zugegeben hat, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Seit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste geht das Militärregime mit allen Mitteln gegen Oppositionellen vor. Anführer der Demonstrationen werden in Nacht- und Nebelaktionen gejagt und Mönche aus ihren Ämtern entlassen.

Der 140-seitige Bericht „Crackdown: Repression of the 2007 Popular Protests in Burma” beruht auf über 100 Interviews mit Augenzeugen in Burma und Thailand. Es ist der bisher umfassendste Bericht über die Ereignisse in Burma im August und September.

Human Rights Watch kommt aufgrund eigener Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und Gummigeschossen in die Menschenmenge gezielt haben. Demonstranten und Mönche sind geschlagen worden, bevor man sie auf Lastwagen verlud, und Tausende Personen sind willkürlich verhaftetet und an mehr oder weniger offiziellen Orten festgehalten worden. Neben Mönchen wurden auch zahlreiche Studenten und andere Zivilisten getötet. Doch die genaue Zahl der Todesopfer lässt sich ohne freien und uneingeschränkten Zugang in das Land unmöglich feststellen.

„Die aktuelle Repressionswelle in Burma ist noch längst nicht vorbei”, sagt Brad Adams, Direktor der Asien-Abteilung von Human Rights Watch. „Die gnadenlose Unterdrückung geht weiter, und die Regierung verbreitet weiterhin Lügen über die Zahl der Todesopfer und Verhafteten.”

An der Niederschlagung der Proteste war auch die USDA (Union Solidarity and Development Association) massgeblich beteiligt, eine parteiähnliche Massenorganisation mit mehr als 23 Millionen Mitgliedern, die von der burmesischen Armee als mögliche Führungspartei einer zukünftigen Zivilregierung geschaffen wurde. Gemeinsam mit Swan Arr Shin-Milizionären, Armeesoldaten und Bereitschaftspolizisten schlugen USDA –Mitglieder auf die Demonstranten ein und beteiligten sich an Verhaftungen.

Der Bericht dokumentiert die Tötung von 20 Personen in Rangun, doch Human Rights Watch glaubt, dass die Zahl der Todesopfer dort wesentlich höher ist; Hunderte Personen befinden sich zudem weiterhin in Haft. Aus anderen Städten und Ortschaften, wo ebenfalls Demonstrationen stattgefunden haben, konnte Human Rights Watch keine Informationen über Tötungen und Verhaftungen erhalten.

Auf einer Pressekonferenz am 3. Dezember in der neuen Hauptstadt Naypidaw sagte der Chef der nationalen Polizei, Generalmajor Khin Ye, „während der Mönchs-Proteste vom 26. bis 30. September sind zehn Menschen ums Leben gekommen und vierzehn weitere wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte haben sich durchwegs an ihre Weisungen gehalten.” Human Rights Watch liegen Informationen vor, dass Khin Ye persönlich die Gewaltanwendung gegen Demonstranten, die brutalen Verhaftungen sowie die Tötung der Mönche bei der Shwedagon Pagoda am 26. September in Rangun überwacht hat.

Nach Angaben des regierenden „Staatsrats für Frieden und Entwicklung“ (SPDC) sind insgesamt 2.927 Personen, darunter 596 Mönche, verhört worden, und fast alle sollen wieder freigelassen worden sein. Neun Personen sollen zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sein, 59 Laien und 21 Mönche befinden sich demnach weiterhin in Haft.

Laut Human Rights Watch sind jedoch nach wie vor Hunderte Demonstranten verschwunden, darunter Mönche und Mitglieder der Studentenorganisation Generation ‘88, die die Proteste bis zu ihrer Verhaftung Ende August angeführt hatten. Human Rights Watch weist darauf hin, dass sich bereits vor den Protesten 1.200 politische Häftlinge in burmesischen Gefängnissen und Arbeitslagern befanden.

„Die Generäle haben ihre Zivilschergen, Soldaten und Polizisten auf Mönche und andere friedlich demonstrierende Menschen losgelassen,” sagt Adams. „Jetzt sollten sie zumindest die Zahl und Identität der Getöteten bekanntgeben und über das Schicksal der Vermissten berichten.”

Human Rights Watch ruft die internationale Staatengemeinschaft auf, entschlossener zu handeln. Zudem soll der Sicherheitsrat, die burmesische Regierung zu umfassenden Reformen drängen. Am 11. Dezember wird der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Burma, Paulo Sérgio Pinheiro, vor dem Menschenrechtsrat in Genf die Ergebnisse seiner Mission präsentieren.

Human Rights Watch kritisierte, dass Länder mit guten Beziehungen zu Burma und somit einem gewissen Einfluss auf das Land, insbesondere China, Indien, Russland, Thailand und andere ASEAN-Mitgliedstaaten, nicht entschlossen genug handeln. China hat deutlich gemacht, dass die Situation in Burma nicht vor den UN-Sicherheitsrat gebracht werden soll. Auch Japan hat äußerst verhalten reagiert, obwohl bei der Niederschlagung der Proteste auch ein japanischer Journalist getötet wurde.

„Es ist höchste Zeit, ein UN-Embargo und finanzielle Sanktionen gegen Burma zu verhängen, damit die burmesische Führung gezwungen wird, endlich wirkliche Reformen vorzunehmen,” so Adams. „Länder wie China, Indien und Thailand können nicht einfach die Augen schließen, sondern müssen mithelfen, die Generale zur Rechenschaft zu ziehen, damit dieser Albtraum einer Militärdiktatur endlich ein Ende hat.”


Augenzeugen berichten: Auszüge aus dem „Crackdown” - Bericht

„Der Angriff auf das Kloster begann um 1 Uhr morgens. Die Soldaten verlangten lautstark nach Einlass, doch als niemand das Klostertor öffnete, rammten sie dieses kurzerhand mit ihrem Lastwagen. Unter lautem Geschrei warfen sie Tränengaspatronen, feuerten mit ihren automatischen Waffen in die Klostergebäude und schlugen bei jeder Gelegenheit mit ihren Knüppeln auf die Mönche ein. Viele Mönche liefen weg, kletterten auf Bäume oder versuchten, sich in den Häusern der Nachbarschaft in Sicherheit zu bringen. Ich wurde mit einem Knüppel am Kopf verletzt. Ich sah Blutlachen, zerbrochene Fensterscheiben und leere Patronenhülsen überall auf dem Boden, als ich am Morgen ins Kloster zurück kam. Von unseren 230 Mönchen waren ungefähr 100 spurlos verschwunden. Sie hatten auch unser Geld und unseren Schmuck genommen und was sie sonst noch an wertvollem im Kloster vorfanden”.


– Der Mönch U Khanda über den Angriff auf sein Kloster am 27. September.

„Wir hatten solche Angst. Meine beiden Freunde weinten laut, und ich fürchtete, die Soldaten würden uns finden. Dann zeigten die Informanten auf das Gras. Sieben junge Leute hatten sich dort versteckt. Sie erhoben sich und rannten weg, doch die Soldaten eröffneten von hinten sofort das Feuer. Nach höchstens sechs oder sieben Schritten lagen sie alle am Boden. Drei oder vier der 20 bis 22jährigen Jungen waren sofort erschossen worden. Die andern versuchten wegzurennen, aber sie wurden gefasst und in Militärautos abtransportiert.”


– Thazin Aye beschreibt die Tötungen bei der Tamwe No.3 High School am 27. September:

„Nach den Warnungen schossen die Soldaten in der vordersten Reihe Tränengas in die Menge. Fünf Soldaten schossen das Tränengas. Sie begannen sofort nach der Ankündigung damit. Die Leute flüchteten in alle Richtungen. Zwanzig Soldaten kamen über die Barrikade und begannen, auf die Leute loszuschlagen. Zwei Personen starben… Es war nicht wie im Kino. So wie die Soldaten auf die Leute eindroschen, war klar, dass sie sie töten wollten. Sie schlugen sie auf den Kopf und in den Bauch. Dann zogen sie sie an den Beinen über die Barrikade… und legten die Leichen neben ihre Lastwagen.


– Zaw Zan Htike beschreibt einen Zwischenfall vom 27. September im Stadtzentrum von Rangun.

„Das Mädchen wusste nicht, ob es aufstehen oder sich hinlegen sollte. Dann schlug ein Bereitschaftspolizist dem Mädchen mit seinem Knüppel ins Gesicht. Das Mädchen brach zusammen. Sie war vielleicht etwas über 20 Jahre alt – Blut lief ihr über das Gesicht und ihr Schädel war möglicherweise gebrochen. Ich kann nicht sagen, ob sie gestorben ist. Niemand konnte ihr helfen. Wenn wir den Kopf gehoben hätten, dann hätten sie uns geschlagen oder mit ihren Stiefeln getreten.”

– Htun Kyaw Kyaw beschreibt die Festnahmen am 27. September.


Mae Sot(d), Border town, Thailand / Burma

22nd March 2009




Anmerkung des Autors in Sachen Genozid in Burma und Anerkennung dieser durch die Vereinten Nationen:


29th March 2009


Burma, Birma, Union of Myanmar

Die Arbeit scheint angesichts der Tatsachen, dass die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates jeglichen Boykott der burmesischen Generäle unterbinden, aussichtslos zu sein.
Die Staaten schieben den "Schwarzen Peter" der UN zu.

Die UN wiederum kann sich nicht offiziell in Konflikte (wie die durch ethnische Säuberungen in vielen Staaten Burmas leider zum alltäglichen Bild gehören) einmischen, ohne ein Mandat zu haben.

De Facto ist alles nur eine Alibiübung (siehe Darfur), um das Gewissen der Menschen zu beruhigen.

Birmaberichterstattung.blogspot.com

Samstag, 7. März 2009

Karen-Rebellen im thailändischen Exil werden nach Burma zurückgeschickt

Karen Organisationmitglieder sollen Thailand sofort verlassen

Copyright jonas lanter

Auch die Älteren werden so wieder an die Waffen gezwungen


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Wer keine Folge leistet, wird nach Burma ausgeschafft;
zu Folter, Zwangsarbeit oder in den Tod


Copyright jonas lanter

Auch diese Kindersoldaten dürfen (auch wenn in zivil) nicht mehr auf thailändisches Territorium


Copyright jonas lanter

Alle Mitglieder sind davon betroffen



Leidtragende sind vorab Kindersoldaten bzw. - Sklaven



Grafik der Standorte der verschiedenen Offensive & der Karen desplaced peoples,
der KNU/KNLA und der Junta . SPDC, DKBA und der abgespaltenen KNU/KNLA PC
des Putschisten Htwa Lynn



Karen-Rebellen im thailändischen Exil werden nach Burma zurückgeschickt


Mae Sot(d)


jonas m lanter

Die politischen Führer der Karen National Union (KNU) und dessen militärischen Flügel, der Karen National Liberation Army (KNLA), sollen Thailand sofort verlassen. So ein amtlicher Brief an deren im thailändischen Exil lebenden Mitglieder der indigenen Karen. Die KNU / KNLA bekämpft die burmesische Junta seit ihrer Bestehung und ist mit ihr nie zu einer Einigung, geschweige denn zu einer Annäherung, gekommen.


Dies heisst, dass die in die Jahre gekommene Führungsriege um den vor beinahe zwei Jahren verstorbenen Chairman Saw Ba Thin Sein - der auch Premier aller sieben grossen Ethnien Burmas war (Anmerkung: Des ‚Ethnic National Council’, ENC); ausgeliefert werden. Es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als nach Burma kämpfen zu gehen oder in ein Drittland wie Norwegen; das bereits viele Exilanten beherbergt, auszuwandern versuchen. Denn auch deren Führung hat keine Internationalen UN-Pässe.

Lediglich von der UN ausgestellte Dokumente, die diese als Staatenlose (Anmerkung; diese geniessen keinerlei Rechte) ausweisen.


Auch tausende Gewerkschaftsmitglieder der KNU sollen das Land unverzüglich verlassen.

Die Nachricht, welche am 11. Februar von thailändischen Behörden zugestellt wurde, weist die KNU an, sich sofort auf die burmesische Seite zurückzuziehen. Die KNU/KNLA wird vowiegend von den in den Vereinigten Staaten lebenden Baptisten unterstützt.


Die thailändischen Behörden schliessen aber zur Zeit nicht aus, dass kranke oder im Kampfe verletzte Mitglieder der Karens zur ärztlichen Behandlung weiterhin nach Thailand verbracht werden dürfen.

Die thailändischen Behörden teilen mit, dass dieses Dekret auf einen Beschluss der burmesischen Junta (Tatmadaw), des ‚State, Peace and Development Council’, (’SPDC, wie die burmesische Armee heisst), und der mit den Militärs operierenden ‚Demokratic Karen-Buddhist Army’ (DKBA) veranlasst wurde.


„Die thailändischen Behörden gaben den Erlass auf der Grundlage und der Argumentation des ‚SPDC’-Rates und der mit ihr seit dem Jahre 2003 verbündeten ‚DKBA’ heraus. Dieser Beschluss veranlasst damit die KNLA-Truppen und die Politiker der KNU die thailändische Seite zu verlassen,“ sagt ein zentrales Vollzugsausschussmitglied, der zur Junta konvertierte David Htaw Lynn.

Dieser war einst selbst Lieutenant Colonel und ehemaliger Kommandant des 101st Battaillon der KNLA unter der siebten Brigade von General Bo Mya.


Nach dem Tode des streng agierenden Generals Bo Mya, welcher an Weihnachten 2007 verstarb, hatte sich Htaw Lynn von der KNU abgespalten und sich mit der Junta und der buddhistischen ‚Demokratic Karen Buddhist Army’ zusammen getan.

Diese Gruppierung unter Htaw Lynn nennt sich ‚KNU/KNLA PC’ (das ironischerweise Peace Council heisst), und hat sich in einem ‚Gentlemen's agreement’ mit den burmesischen Generälen geeinigt.


Htaw beharrt darin, dass diese Entscheidung am effetivsten sei, um den militärischen Arm der KNLA und die politische Führungsriege der Karens (KNU) innerhalb Burmas bekämpfen zu können.


7th. March 2009


Kommentar des Autors:


Anstatt deeskalierend auf die momentane Situation einzuwirken, wird das Spannungsfeld weiterhin aufgeheizt.

In den vergangenen Monaten sind vermehrt Morde innerhalb der Gruppierungen und wieder erschwerte Kämpfe ausgebrochen.

Dies kann nicht die Lösung sein. Ich befürchte, dass sich die verschiedenen juntatreuen Gruppierungen untereinander abspalten werden und den Kampf gegen die Junta selbst wieder aufnehmen bzw. ausdehnen werden.

Denn sobald die KNU / KNLA von ihrem jahrzenhntelangen Exil aus Thailand vertrieben ist, wird die Mord-

rate innerhalb der zerstrittenen Parteien zunehmen. Da bereits intensive Kampfhandlungen im Gange sind, rechne ich mit dem Schlimmsten.

Somit werden die Karens ein weiteres Male ihrem Schicksal überlassen und haben nach ihren Angaben keine andere Wahl, als den Krieg gegen die buddhistischen Karens, die abtrünnige Gruppierung und gegen die burmesische Junta auszuweiten.

Sollte dies die einzige Lösung sein, hat die UN, die ASEAN und auch die westliche Politik versagt.


07. März 2009

Sonntag, 1. März 2009

In Burma zeichnet sich kein Wandel ab

Da Burma gerade mal wenige politische Gefangene frei liess, zeigt dies, dass sich in naher Zukunft keine Veränderung abzeichnet


Russischer Mig- 29 Kampfflieger mit burmesischem Hoheitszeichen


Pilatus Porter (Trainer) mit Aufhängung für Waffensysteme -
bumesisches Hoheitszeichen. Schweizer Lieferung vor Embargo



Da Burma gerade mal wenige politische Gefangene frei liess, zeigt dies, dass sich in naher Zukunft keine Veränderung abzeichnet

jonas m lanter

Unter den 6313 freigelassenen Inhaftierten waren gerade mal sechs von der Nationalen Liga für Demokratie (NLD). Deren Generalsekretärin, welche seit Jahren unter Arrest steht, ist die charismatische Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi ist. Dies sollte dem Westen klar vor Augen führen, wer hier weiterhin das Sagen hat: Die Junta.


Sie geht mit äusserster Brutalität gegen ihr eigenes, indigenes Volk vor und treibt den ethnischen Vielvölkerstaat ins Abseits. Selbst dem Sondergesandten der UN, Ibrahim Gambari und dessen UN-Ermittler Tomas Ojea Quintana, welche von Generla Than Shwe nicht zu einem Gespräch empfangen wurde, sollte nun endgültig klar sein, dass sich in naher Zukunt an dieser Lage nichts ändern wird.

Solange die burmesische Junta von China Waffen erhält und von Indien und Russland wirtschaftlich und finanziell abhängig ist, haben diese genügend Kapital, ihre 450'000 Soldaten umfassende Tatmadaw (Armee) weiterhin zu unterhalten. Obwohl russische Mig-29 Kampfjets wegen fehlender Pilotenausbildung und mangelnder Erfahrung in der Wartung am Boden verrotten, zeigt sich, dass sie dennoch über genügend Waffen und loyalen Soldaten zur Machterhaltung verfügen. Somit zeigt sich einmal mehr, dass die Generäle gewillt sind, ihre Machtbefugnisse durch eine unterdrückte und in sich gespaltene Oppostion weiter vehement auszubauen.Somit sind auch die Wahlen im kommenden Jahr eine weitere Farce in der Geschichte Burmas.

1. März 2009