Montag, 22. Dezember 2008

Burma: Ärzte ohne Grenzen stossen an Grenzen


Ärzte ohne Grenzen können auch in Burma nur noch eingeschränkt arbeiten

jonas m lanter

In Burma, wo das Gesundheitswesen für die Regierungen keine Priorität hat und humanitäre Missionen mit Argwohn betrachtet werden, ist Hilfe nur noch sehr eingeschränkt möglich. Dabei kümmerten sich diese Organisationen oft als einzige um die überwältigende Not im Landesinnern.

Infektionen mit dem HI-Virus und Tuberkulose sowie die Mangelernährung seien die Ursache für den Tod von bis zu fünf Millionen Kindern in Ländern wie Burma, Simbabwe und anderen, heisst es weiter in dem Bericht. Das Leid vieler Menschen in Konflikten und Krisengebieten werde nur noch eingeschränkt wahrgenommen, sagte der internationale Präsident von Ärzte ohne Grenzen, Christophe Fournier.

22nd Dec. 2008

Montag, 15. Dezember 2008

Burma; Hilfe dringender denn je




Martin Luther und sein Bruder -
ehemalige Anführer der Guerilla-Organisation 'God's Army'.
In den 90-ern kämpften sie erfolgreich gegen die burmesische Junta


jonas m lanter

Wo Menschenrechte missachtet, Kinder als Soldaten gedrillt, Mönche, Dissidenten und Studenten verschwinden, fehlt es an jeglicher Achtung der Menschenwürde. Überall dasselbe Leid: Zwangsarbeit, Brandstiftung, Plünderung und Schändigungen von Frauen und Mädchen werden durch regimtreue Truppen und der SPDC systematisch geführt. Vergewaltigung gilt als legitimes Mittel der Kriegsführung. Ausrottung sowie die Vertreibung von ethnischen Volksgruppen ins benachbarte Laos, Bangladesch, Indien und Thailand ist ein tägliches Übel in Burma.
Nachdem der UNO-Sondergesandte faktisch kaltgestellt wurde und die Olympischen Spiele vorbei sind, stellt sich die Frage, ob man in heutiger Wirtschaftslage überhaupt noch Druck auf China ausüben will oder kann.


Freunde kann man sich aussuchen, Nachbarn nicht

Dies sagen sich nicht nur die Chinesen, auch Indien will seine wirtschaftlichen Vorteile nicht auf ein leichtes Spiel setzen. Bereits ein Viertel des burmesischen Urwaldes wurde unwiederbringlich vernichtet. Die riesigen Flüsse; Wasserreservoir für eineinhalb Milliarden Menschen, verschmutzen zusehends. Die Artenvielfalt ist stark bedroht. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Die Junta hat Burma, einst reichstes Land Südostasiens und grösster Reisexporteur, ins totale Chaos gestürzt. Macht, Geld, Gier und Angst dominieren dies wunderschöne Land.
Es wird ein langer, sehr steiniger Weg zu einem gemeinsamen Miteinander.
Sicherlich spielt der Junta auch die Tatsache in die Hände, dass Burma nicht mehr auf der Agenda der Weltpolitik steht. Die Sorgen der Industrienationen lassen Burmas Gräuel erblassen.


15. Dezember 2008

Freitag, 12. Dezember 2008

Burma-Blog: Mitteilung in eigener Sache und Aufruf zur Hilfe in Krisengebieten

Liebe LeserInnen meiner Burma-Blogbeiträge.

Folgendes Problem stellt sich bei mir. Meine Postbeiträge werden alle in gleicher Schrift und Grösse geschrieben und veröffentlicht.
Seit geraumer Zeit musste ich leider feststellen, dass ich keine neuen Beiträge mehr aufschalten kann, ohne dass diese in Bild und Schrift jeweils anders dargestellt werden. Die Schriftgrösse verändert sich. Klicke ich den Beitrag direkt an, wird er mir in richtiger Schriftgrösse angezeigt. Ansonsten ist er das einte Mal in Fettschrift, dann wieder ohne.

Nun habe ich endlich Gewissheit, dass ich dies den Hackern bzw. gewissen Burma-Bloggern zu verdanken habe, welche bei mir einen Link einbringen und dadurch auch meine Schriftgrösse abändern.

Um diesen Treiben nun Einhalt zu bieten, wechsle ich das Passwort. Aber dies kann auch keine Lösung auf lange Sicht sein! Ihr könnt mir schreiben, wenn ich euren Link einfügen soll.

Ich spreche diese Blogger an, welche sich bei mir ein- und ausloggen, wie es ihnen zu passen scheint. Das Problem liegt eben genau hier! Jedem meiner Posts, welcher von euch mit einem Link versehen wurde, wurde in Schriftgrösse abgeändert.

Ich setze mich gerne für diese Mitmenschen ein. Natürlich werde ich weiter diesen Blog nebst meiner journalistischen Tätigkeit führen.

Stell Dir einfach mal vor, Du bist ein kleines Kind. Irgendwo in einem dieser Krisengebiete in Afrika. Du leidest an Hunger, Durst und Krankheiten. Du musst dieses gelblich-bräunliche, nach Fäulnis stinkende Wasser trinken. Du erkrankst daran und Hilfe bietet sich keine. Von einer anderen; einer ersten Welt, hast Du keine Ahnung. Du stirbst qualvoll daran, obwohl ein einziges Prozent der weltweiten Militärausgaben Dir helfen kann.

Wo bleibt hier die Gerechtigkeit? Gibt es für Menschen der dritten und vierten Welt keine Hoffnung? Ich denke nein, denn es bleibt ein Lippenbekenntnis der meisten. Der Westen profitiert an diesen Missständen.
Was tun wir unseren eigenen Kindern an?

Wir alle sind dazu verpflichtet, anderen Menschen in totalitären Systemen zu helfen. Wo Hunger, Tod und Kriege wüten, muss die UNO einschreiten. Wo Verbrechen wie Genozide nicht verfolgt werden, wird weiter gefoltert und gemordet. Eine Verarbeitung dieser Gräuel kann so keine Früchte tragen. Vorab, wenn es sich um Kinder und gebrechliche Leute handelt.
Jeder kann auf seine Weise helfen! Sei es mit persönlichem Einsatz oder mit einer Spende.

Allen Mitmenschen eine schöne Weihnachtszeit und die Hoffnung stirbt zuletzt.....

Euer

Birmaberichterstattung.blogspot.com

Mittwoch, 19. November 2008

Burma: Gerichtsfarce; drei Anwälte mitverurteilt - andere wiederum ausgeschlossen

UNO-Experten prangern willkürliche Gerichtsverfahren an







Verteidiger von Verhandlungen ausgeschlossen - Drei Verteidiger wegen Missachtung des Gerichts zu mehreren Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt

jonas m lanter

Fünf Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen in Genf haben die burmesische Justiz in Zusammenhang mit dem drakonischen Vorgehen gegen Regimegegner äusserst scharf kritisiert. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung werden unangemessen harte Gerichtsurteile und unfaire Verfahren gegen Gewissenstäter angeprangert. Nach willkürlichen Festnahmen bei den gewaltlosen Demonstrationen im September letzten Jahres wurde durch die Schergen der Militärs des Generalissimus Than Shwe Dutzenden von Einheimischen und Mönchen der Prozess gemacht. Viele freigelassene Studenten und Parteimitglieder des nicht anerkannten Wahlsieges von 1990 wurden nun erneut verhaftet und inhaftiert.

Bei den Verhandlungen hinter verschlossenen Türen in den verschiedenen Gefängnissen seien drei Verteidiger wegen Missachtung des Gerichts zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt worden, schrieben die UN-Experten. Die Anwälte hätten lediglich die Klagen ihrer Mandanten wegen unfairer und willkürlicher Prozesse vorgetragen. Seit November seien einige Verteidiger von den Verhandlungen ausgeschlossen worden. In der vergangenen Woche seien ein Dutzend Gefangene, darunter Frauen, zu je 65 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mehr als 20 weitere Inhaftierte, darunter buddhistische Mönche, hätten bereits vorher Strafen von bis zu 24 Jahren Gefängnis bekommen.

2007 hatten Mönche in Burma friedliche Massenproteste angeführt, die das Regime blutig niederschlagen liess. Zeitweise hatten in mehreren Städten täglich mehr als 150.000 Menschen gegen die Diktatur demonstriert. Dieser werden schwerste Menschenrechtsverbrechen zur Last gelegt, insbesondere Zwangsarbeit, Folter, brutale Verfolgung von ethnischen Volksgruppen, Vergewaltigung als legitimes Mittel der Kriegsführung und Missbrauch von Kindersoldaten.

In Burma habe sich die Zahl der politischen Gefangenen innerhalb eines Jahres faktisch verdoppelt, berichtet der Verein für politische Gefangene 'Assistance for Political Prisoners' (AAPP) in Bangkok

19. November 2008

Freitag, 10. Oktober 2008

Burma: Das verlorene Volk der Padaung

Volksgruppe der Padaung (meist Karens) -
auch als Hill Tribes bekannt



Burmas Volksgruppe als Touristenattraktion nach Thailand verkauft

jonas m lanter

Touristen werden an Orte im Nordosten Thailands gefahren, wo man Hill Tribes gegen harte Devisen wie in einem grossen Zoo bestaunen kann. Dies sind vorab Menschen der Ethnien der burmesischen Karens oder auch als Padaung bekannt. Sie flohen entweder vor den Schergen der burmesischen Junta oder wurden von diesen an Thailand 'veräussert'. So wurden Tausende von Ureinwohnern nach Thailand verbracht, wo sie sich an den Luxus der dortigen Bevölkerung und der Touristen gewöhnten. Sie werden nie mehr selbständig jagen und leben können wie die restlichen Hill Tribes in Burma. Diese werden aber weiterhin verfolgt, da sie einer Minderheit angehören. Lieber flüchten sie ins Exil nach Thailand oder leben in einem dieser "Touristendörfer".
Wie Paung Aung sagt, ist der Zusammenhalt in der Familie nicht mehr wie früher und Missgunst untereinander breitet sich aus.
"Früher jagten und lebten wir zusammen, wir teilten die Beute und lebten in Einklang mit der Natur. Dann wurden wir von burmesischen Militärs verschleppt und in dieses Dorf nach Thailand verbracht. Viele von uns sterben an Krankheiten, die eingeschleppt werden. Das Leben hier hat uns alle verändert, hat uns entzweit. Heute schaut jede Familie für sich, früher waren wir eine Gemeinschaft, in deren jeder jedem half. Vorab die Kinder und jungen Leute wollen hier bleiben und haben sich längst an Fernsehen und andere Güter gewöhnt. Stell dir vor, wir haben nichts gemeinsam mit Thailand, und trotzdem wollen die meisten bleiben. Ich sehe, wie viele von uns wie die Menschen hier werden, und dies macht mich sehr traurig!"

Samstag, 18. Oktober 2008

Freitag, 3. Oktober 2008

Burma: Mord und Übergriffe spalten die Karens

Frieden durch Bruderzwist innerhalb der Karen National Union vor dem Aus

jonas m lanter

Seit einigen Jahren führen nicht nur die baptistischen und buddhistischen Karens untereinander Krieg. Auch die abgespaltene Gruppe der 7th Brigade (KNU / KNLA PC) kämpft nun an der Seite der Junta. Die 'Democratic Karen Buddhist Army'; DKBA und die burmesische Armee 'SPDC' (State, Peace and Development Council) haben ihre Kräfte vereint und mehrere Karendörfer nahe Pah Bu Hla Hta angegriffen und teilweise zerstört. Dies liegt 120 km südlich Mae Sots auf burmesischem Gebiet. Beide dieser Gruppen, die DKBA wie die KNLA; die 'Karen National Liberations Army' unterstehen der Karen National Union 'KNU'. Nach Ansicht der Karen Menschenrechtsgruppe 'KHRG', welche die Verletzungen der Menschenrechte im Kayin- bzw. Karen-State untersuchen, zog die Democratic Karen Buddhist Army ungefähr 170 - 190 Dorfbewohner im Pa-an Bezirk ein, um diese gegen die KNLA einzusetzen. Wie der Commander der 6th Brigade der KNLA, Brigadeleutnant Isaac mitteilte, sind sie zum Kampfe gegen die SPDC und die abgespaltenen Gruppen bereit. "Jedes Dorf musste zusätzlich zu den gewaltsam eingezogenen Jugendlichen auch noch eine Ausbildungssteuer zwischen 300'000 und 400'000 Kyats pro Rekrut (US$ 235,00 - US$ 315,00) bezahlen".
In dieser Region kämpft die burmesische Junta mit den abgespaltenen Gruppierungen um die reichen Bodenschätze im Pa-an Distrikt und um die verbliebenen indogenen Karens auf die thailändische Seite in Flüchtlingscamps zu drängen.
"Die Junta spielt die Karens gegeneinander aus. Dies kommt auch daher, dass nach dem Tode des Präsidenten der Karens, Saw Ba Thin Seins (Anmerkung: Ba Thin war auch Präsident des 'Ethnic National Councils' Burmas) und der Ermordung des Generalsekretärs der KNU letztes Neujahr, Padoh Man Sha, ein Machtvakuum entstand" so Brigadeleutnant Isaac der KNLA.
"Nebst der Häufung der Übergriffe und der Kampfhandlungen muss die KNU nun an ihrem 14. Kongress einen neuen Präsidenten und für den ermordeten Generalsekretär einen Nachfolger gewählt werden".
Ob dieser die verschiedenen Gruppierungen wieder vereinen kann, bleibt vorläufig eine Illusion. Die Machtkämpfe innerhalb dieser Gemeinschaft hat die Karens völlig entzweit.
Die Fortschritte, die mit Ba Thin Sein erreicht wurden, wurden durch Machtgelüste in den eigenen Reihen zunichte gemacht.

Sonntag, den 5. Oktober 2008

Dienstag, 23. September 2008

Burma: Unter den 9002 Freigelassenen nur sieben Politische

'Bassein-Prison' in Moulmein

jonas m lanter

Burmas Junta hat aus "Freundlichkeit und Wohlwollen" 9002 Gefangene freigelassen, wie "The New Light of Myanmar" berichtet.
Leider sind nur sieben politische Inhaftierte darunter. Der am längsten weggeschlossene politische Häftling, U Win Tin (78), kam nach 19-jähriger Haft und Folter frei. Er arbeitete als kritischer Journalist und war ein führendes Mitglied der Nationalen Liga für Demokratie. Aung San Suu Kyi, die Führerin der NLD, bleibt weiterhin unter Hausarrest.

Dienstag, 23. September 2008

Donnerstag, 11. September 2008

Burma; Keine Einigung in Sicht

Die Generäle sitzen fester im Sattel denn je



Dass ein Regierungssitz an einen anderen Ort verlagert wird, kommt nicht alle Tage vor, ist aber auch nicht völlig ungewöhnlich. Aber wenn es geschieht, dann nach langer öffentlicher Debatte. Anders in Birma (seit 1989 Myanmar), wo wichtige offizielle Entscheidungen stets klandestin getroffen werden. Was hier am 6. November 2005 geschah, kam völlig überraschend: Beladen mit Stühlen, Schreibtischen, Bänken und anderem Mobiliar, fuhren ganze Lkw-Kolonnen und tausende konsternierter Beamten aus Rangun hinaus in Richtung der 390 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Pyinmana. Im hügligen, dschungelüberwucherten und malariaverseuchten Umland dieser Stadt entsteht der neue Regierungssitz namens Naypyidaw - Sitz der Könige.

Der militärische Bereich liegt im Osten, rund um das Kriegsministerium, die Ministerien und die Wohnsiedlungen für die Beamten erstrecken sich westlich des neuen Bahnhofs, der an der Strecke Rangun - Mandalay liegt. Allerdings ist auf der riesigen Baustelle erst ein Viertel der Gebäude fertiggestellt, die Stromversorgung ist unzureichend, eine Wasserversorgung so gut wie nicht vorhanden. Der Flughafen aber funktioniert, die Junta-Generäle sind ja auf ihn angewiesen, und unter den Hügeln im Umland sollen riesige Bunker für die Kommandozentralen der Streitkräfte entstanden sein.

Die Verlegung der Hauptstadt war die Idee von General Than Shwe, der an der Spitze der seit 1988 regierenden Militärjunta steht. Dahinter stehen drei Gedanken: Erstens will man erneut an das alte Königtum anknüpfen, denn Rangun war ja eine Schöpfung der britischen Kolonialherren(1). Zweitens will man verhindern, dass das Land noch einmal, wie 1988, durch Volksaufstände gelähmt wird. Und drittens will man einer Aggression der USA vorbauen.(2)

Der Rückzug von der Küste ins Hinterland war schon immer strategischer Leitgedanke des Regimes, aber nach dem Einmarsch der USA in den Irak wurde er zur Obsession. Dass der Umzug so plötzlich erfolgen musste, war dem Ratschlag von Than Shwes Astrologen zu verdanken.

Die in der Vergangenheit gefangenen und immer schon isolationistisch denkenden Generäle Birmas betrieben den Plan schon seit Jahren. Er war einer der Konfliktpunkte zwischen den Generälen Than Shwe, Maung Aye und Geheimdienstchef Khin Nyunt, dem Hauptrivalen der beiden. Khin Nyunt wurde im Oktober 2004 entmachtet. Kurz darauf beauftragte Than Shwe einen seiner Getreuen, General Thura Shwe, die Bautätigkeit in Pyinmana zu beaufsichtigen und zu beschleunigen (damals war freilich nur von einer Verlegung des Kriegsministeriums die Rede).

Unter den zahlreichen Baufirmen sind drei der wichtigsten nicht nur mit dem Regime verbunden, sondern auch in illegale Geschäfte verwickelt. Die Htoo Trading Company gehört dem Magnaten und Waffenhändler Tay Za, der eng mit General Than Shwe assoziiert ist. Die Asia World Co. des einstigen Opiumbarons Lo Hsing Han und die Olympic Construction Co. eines gewissen U Aik Htun stehen beide im Verdacht, Drogengelder zu waschen, seitdem im April 2005 die zum Olympic-Konglomerat gehörende Asia Wealth Bank nach Geldwäschevorwürfen aus den USA auf Befehl von General Maung Aye geschlossen wurde. Durch den Umzug konnte General Than Shwe auch seine Machtposition festigen. Zum Schutz der neuen Hauptstadt wurde zusätzlich zu den zwölf bestehenden Regionalkommandos das "Naypyidaw Regional Command" geschaffen. Es untersteht dem fünften "Special Bureau of Operation", dem auch das Kommando über die alte Hauptstadt Rangun zusteht. An die Spitze dieses neuen Special Bureau gelangte nicht zufällig der frühere Chef des Rangoon Command, Myint Swe, ein Neffe und treuer Gefolgsmann von General Than Shwe.

Eine von Clankämpfen geprägte Diktatur

Myint Swe sieht dadurch seine Position als Nummer vier des Regimes gefestigt. Und General Than Shwe kontrolliert nunmehr den gesamten Apparat des Staatsrats für Frieden und Entwicklung (State Peace and Development Council, SPDC), der das Land unter Kontrolle hat.

Das birmanische Militär ist heute mächtiger als je zuvor. Sein Beschluss, unter exorbitanten Ausgaben die Hauptstadt zu verlegen, ist um so verabscheuenswürdiger, als die Wirtschaft des Landes am Boden, die Bevölkerung ein erbärmliches Dasein fristet, und die Beamten, denen man die groteske Umzugsprozedur zumutet, nur die Wahl haben, mitzuspielen oder sich nach Thailand abzusetzen. Doch die große Mehrheit der Bevölkerung ist zu sehr mit dem Überleben beschäftigt, um an einen Aufstand zu denken.

Birmas Diktatur ist von permanenten Clankämpfen geprägt, auch jenseits der Rivalität zwischen den Generälen Than Shwe und Maung Aye, die über die entscheidenden Fragen zutiefst zerstritten sind. Das gilt vor allem für die Politik gegenüber der Opposition, den ethnischen Minderheiten und den wichtigsten Nachbarstaaten.

Die Spannungen mit Bangkok stehen im Vordergrund, obwohl (siehe den nachfolgenden Artikel) der gestürzte thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra bei der birmanischen Junta sehr geschätzt war. Doch als Thailand von US-Präsident George W. Bush als einer seinen treuesten Verbündeten außerhalb der Nato gelobt wurde, diente dies nicht gerade der Beilegung alter Streitigkeiten. In thailändischen Köpfen wiederum spukt immer noch die Erinnerung an die Plünderung der einstigen Hauptstadt durch die Birmanen - im Jahre 1767.

Die letzten großen Spannungen im Jahre 2001 hatten sich am Amphetaminschmuggel entzündet. Hundertmillionenfach waren die Tabletten ins Land gelangt, geschmuggelt von früheren Rebellengruppen, die mit der Junta einen Waffenstillstand geschlossen und sich der birmanischen Armee angeschlossen hatten. Birma musste die Schmach hinnehmen, dass es den thailändischen F-16-Bombern nichts entgegenzusetzen hatte, und beschloss überstürzt den Kauf russischer MiG-29.

Bis heute wirft Birma der Regierung in Bangkok vor, aufständische Gruppen zu unterstützen, etwa die nach wie vor rebellischen ethnischen Minderheiten der Karen, Karenni und Shan oder die Exilorganisation All Burmese Student Democratic Front (ABSDF). Dennoch schlossen beide Länder im November 2005 ein Abkommen über den Bau mehrerer Staudämme am Fluss Saluen.

Trotz des Abkommens hielt der birmanische Generalstab noch im Februar 2005 eine von der CIA ferngelenkte thailändische Invasion für denkbar, die ebenfalls als Argument für den Umzug nach Pyinmana diente. Die angebliche Bedrohung und potenzielle Instrumentalisierung durch Invasoren soll eine strenge Überwachung der politischen Parteien und ihrer Führer rechtfertigen, vor allem der National League for Democracy (NLD) mit der charismatischen Aung San Suu Kyi an der Spitze.

Die NLD ist heute, wie alle Oppositionsparteien, faktisch lahmgelegt. Die Parteizentrale in Rangun existiert noch, aber fast alle anderen Büros im Land sind geschlossen. Die wichtigsten NLD-Führer, Aung San Suu Kyi und deren Stellvertreter Tin Oo, stehen unter Hausarrest. Die Transmissionsriemen der Partei sind gekappt, Nachwuchs ist kaum vorhanden. Zwar wurden Anfang 2006 einige Büros der NLD zaghaft wieder eröffnet, doch es wird gewaltiger Anstrengungen bedürfen, um den Apparat wieder in Gang zu setzen.

Dasselbe Schicksal erleidet die mit der NLD verbündete zweite Oppositionsgruppe, die Shan National League for Democracy (SNLD). Nach einer Verhaftungswelle sitzen ihre führenden Mitglieder im Gefängnis. Wie die NLD verweigerte sich die SNLD der Farce eines Nationalkonvents, der von Ende Februar bis zum 31. März 2005 eine von allen Vertretern des Landes gebilligte neue Verfassung schreiben sollte, in Wirklichkeit aber dazu diente, die Rolle der Armee im politischen Machtgefüge zu legitimieren und zu zementieren.

Die ethnischen Minderheiten sind in zwei Gruppen gespalten. Die einen haben sich der Junta unterworfen oder einen Waffenstillstand unterzeichnet oder sich dem SPDC angeschlossen. Dem stehen die letzten noch kämpfenden Gruppen gegenüber, die ins Grenzgebiet abgedrängt wurden. Ihnen lässt General Maung Aye heute nur noch die Wahl zwischen Kapitulation und Tod.(3)

Ehemalige Kommunisten als Drogenbarone

Die Vertreter der größeren ethnischen Minderheiten haben sich, unabhängig von der jeweiligen politischen Orientierung, in einem Ethnic Minorities Council (ENC) zusammengeschlossen, nachdem sie einsehen mussten, dass sie zu schwach waren, um einen Dialog zu erzwingen oder sich im SPDC durchzusetzen. All diese Gruppen geben zu, dass sie mit dem Abschluss getrennter Waffenstillstandsvereinbarungen nur auf kurzfristige Partikularinteressen setzten, während die birmanischen Generäle von vornherein ihre Uneinigkeit ausnutzen wollten. In Wirklichkeit gibt es im SPDC keinerlei Dialogbereitschaft und auch keine Neigung, die Macht abzugeben oder auch nur zu teilen.

Einen besonderen Platz in der politischen Landschaft hat die nationalistische Bewegung der Wa, die United Wa State Army (UWSA). Die Wa waren früher die wichtigste Minderheitsgruppe innerhalb der Kommunistischen Partei Birmas und erbitterte Feinde der Zentralregierung in Rangun. Als dann die Partei 1989 auseinanderbrach, schlossen die Wa einen Waffenstillstand und erhielten im Gegenzug freie Hand für den Schmuggel. Seitdem hat sich die UWSA zum mächtigen Drogenkartell entwickelt. Sie ist zwar mit dem SPDC verbündet, legt sich mit diesem aber ständig an. Die Wa wollen nur eines: die alleinige Kontrolle über ein autonomes Gebiet ausüben, in dem sie nicht einmal die offizielle birmanische Währung (Kyat), sondern den chinesischen Yuan als Zahlungsmittel verwenden. Hier werden nur zwei Sprachen gesprochen und gelehrt: Wa und Chinesisch. Da sie von China gestützt werden, scheren sie sich keinen Deut um das innenpolitische Gerangel in Birma, für sie zählen einzig die Geschäfte, legale wie illegale.

Die Wa kontrollieren zwei große Gebiete. Im Norden, entlang der chinesischen Grenze, die Sonderregion Nr. 2. Und im Süden zwei weniger genau definierte Zonen, die ihnen die birmanische Armee zum Dank dafür überlassen hat, dass sie den Kampf gegen die Shan-Guerilla des verstorbenen Opiumbarons Khun Sa unterstützten.

Herr über diesen zweiten Einflussbereich, den die UWSA auszuweiten sucht, ist der Chinese Wei Shao Kang. Er hat die chinesischen Drogennetze der einstigen Kuomintang übernommen, das heißt jener Chinesen, die nach Maos Sieg aus China vertrieben worden waren und sich im nördlichen Thailand niedergelassen hatten. Wei Shao Kang wurde zum Hauptpartner des UWSA-Führers Pao Yo Chang und zum Hauptfinanzier für den Drogenhandel und allen anderen Aktivitäten der Wa. Zum Wirtschaftsimperium Kangs gehören Privatbanken, eine Inlandsfluggesellschaft sowie das riesige Geschäftsimperium Hong Pang Co., das in allen Bereichen tätig ist, in denen Geld gewaschen wird: in der Lebensmittelbranche, im Bausektor und in anderen Industrien, bis hin zum Geschäft mit DVD-Kopien.

Im Januar 2005 eröffnete ein Gericht in den USA ein Verfahren (in Abwesenheit) wegen Drogenhandels gegen die acht wichtigsten Führer der UWSA, darunter Pao Yo Chang und Wei Shao Kang. Vorausgegangen waren Anklagen wegen Geldwäsche gegen zwei der von den Wa kontrollierten Banken, die Asia Wealth Bank und die Myanmar Mayflower Bank. General Maung Aye, dem die dominierende Stellung der Chinesen und der Wa missfällt, nutzte diese Verfahren im Ausland und verfügte im April 2005 die Schließung beider Banken.

Damit waren gewaltige Löcher in die Finanzen der Wa gerissen. Allerdings waren an beiden Banken auch mehrere Clans von birmanischen Generälen beteiligt. Das mag die Attentate erklären, die im Mai 2005 in Rangun ein Dutzend Tote forderten. Diese Anschläge gegen Gebäude, zu denen sich niemand bekannte, waren offenbar eine Warnung an Maung Aye, dessen Tochter bedeutende Anteile an den zerstörten Immobilien besaß.

Nachdem im September 2005 in Fahrzeugen von Wa-Angehörigen 490 Kilogramm Heroin beschlagnahmt worden waren, wurde das Unternehmen Hong Pang offiziell aufgelöst. Es gründete sich jedoch sofort neu unter dem Namen Xinghong. Das birmanische Regime hatte offenbar die Lektion der Mai-Attentate verstanden. Seitdem erteilt sie wieder unbeschränkt Konzessionen und Aufträge an Firmen, die ganz oder teilweise UWSA-Führern gehören. Als man vor kurzem am Ostrand des Shan-Gebiets, bei Kengtung, Kohlelagerstätten entdeckte, ging die Konzession an die thailändische Firma Lampoon Dam Co., die als wichtigste Geldwaschanlage der Wa in Thailand gilt. Im Übrigen können sich die Wa-Führer trotz der Anklage in den USA in Birma wie in China frei bewegen.

Dabei übt Peking in letzter Zeit noch stärkeren Druck auf Pao Yo Chang aus als die internationalen Institutionen. Die Chinesen wollen die Drogengeschäfte der Wa eindämmen, weil die Drogenmengen, die auf ihr Territorium gelangen, dramatisch angewachsen ist und mit ihr die Zahl der Aidsinfektionen. In den Zonen entlang der chinesischen Grenze wurden zwar viele Mohnfelder vernichtet, wodurch zahlreichen Bauern der Ruin droht. Doch die Kampagne war längst nicht so radikal, wie Pao Yo Chang behauptet hat. Manche Kulturen wurden einfach innerhalb des birmanisches Territoriums nach Westen verlegt. Und auch in der Sonderregion Nr. 2 verblieben noch genug kleinere und besser versteckte Felder.

Doch Peking kann seine UWA-Schützlinge auch härter anfassen, wie das Beispiel der Sonderregion Nr. 4 zeigt. Diese von dem Chinesen Sai Lin(4) autokratisch geführte Region verdankt ihre Entwicklung und Finanzierung zwar ebenfalls Drogengeldern, aber mehr noch ihren Casinos, die hauptsächlich in Mong La angesiedelt waren.

Dieses ehemalige Shan-Bauerndorf hat sich in wenigen Jahren zum neonglitzernden kleinen Macao in den Bergen gemausert. Seine ultramodernen, rund um die Uhr geöffneten Casinos wurden Jahr um Jahr von hunderttausenden von Chinesen aufgesucht, die hier ihr Geld verspielten. Als aber am Ende auch hohe Verwaltungsbeamte, Parteikader und sogar Polizeioffiziere beim Glücksspiel bis aufs Hemd ausgenommen wurden und sogar ihre Dienstwagen einbüssten, konnte Peking nicht länger tatenlos zusehen.

Ein unbekannter Grenzkrieg um Casinoschulden

Um den Strom der spielsüchtigen Chinesen einzudämmen, wurde 2004 die Grenzöffnung teilweise rückgängig gemacht. Die chinesischen Einwanderer in Mong La erhielten den Befehl zur Rückkehr. Im Juli 2005 schließlich rückte die chinesische Militärpolizei am hellichten Tag mit mehreren Lastwagen in Mong La ein, um dutzende von Dienstwagen zurückzuholen, die Sai Lin als Pfand für unbezahlte Casinoschulden einbehalten hatte. Obwohl diese Aktion eine schwere Verletzung der birmanischen Grenze darstellte, kam aus Rangun nicht die geringste Reaktion: ein Indiz für den Einfluss Pekings, wie es deutlicher nicht sein könnte.

Aufgrund dieser chinesischen Polizeioperation und der totalen Grenzblockade, die am Ende zur Schließung sämtlicher Casinos führte, hat Sai Lin sehr viel Geld verloren. Seine Schwächung wurde von der herrschenden SPDC sofort genutzt. Peking ließ Sai Lin fallen, als man ihm als Gegenleistung den gigantischen Nutzungsvertrag anbot, mit dem sich die chinesische Petro China im Dezember 2005 die Ausbeutung der Erdgasvorkommen in den birmanischen Gewässern sicherte.

Dieses chinesische Doppelspiel hat vor allem dazu geführt, dass Birma von der Militär- und Finanzhilfe Pekings abhängig gemacht wurde. Und wenn China sich am Ausbau der Infrastrukturen beteiligt, hat es vor allem die Ausfuhr chinesischer Produkte im Auge: Die jetzt ausgebauten Massenverkehrswege von Lweje nach Bhamo und von Tengchong nach Myitkyina enden an dem Fluss Irawadi, der in absehbarer Zeit zu einem für China wichtigen Wasserweg werden wird. China hat auch einen grossen Teil des Hafens von Rangun angemietet.
Ein oppositionelles Informationsbüro hat sogar schon die Vermutung kolportiert, Birma könnte irgendwann zur 24. Provinz Chinas werden.

Anmerkungen:

(1) Birma war traditionell ein Vasall des Reichs der Mitte. 1825 fiel es unter britische Herrschaft, 1937 wurde es Britisch-Indien angegliedert. Am 4. Januar 1948 wurde das Land als Birmanische Union unabhängig und schied auch aus dem British Commonwealth aus.

(2) Im Februar 2005 wurde Birma von US-Außenministerin Condoleezza Rice zusammen mit Nordkorea und Kuba als einer der Vorposten der Tyrannei bezeichnet.
(3) Die drei bewaffneten Widerstandstruppen, die Shan State Army-Sud (SSA-S), die Karen Nation Unio (KNU) und die Karenni National Progress Party (KNPP) stellen für die Junta keine echte Gefahr mehr dar.
(4) Sein chinesischer Name ist Lin Ming Shin. Er gehörte zu den Freiwilligen, die Peking Ende der 1960er-Jahre nach Birma schickte, um dort der KPC zu helfen. Er kehrte nicht nach China zurück und rückte nach Unterzeichnung des Waffenstillstands 1989 an die Spitze der Sonderregion Nr. 4.

11. September 2008

Samstag, 6. September 2008

Klagas aus Burma


Klagas aus Burma


Who knows the History of this wonderful piece of Burma-Art?


Klagas im Traputo Stil:

Bei Arbeiten im Traputo-Stil handelt es sich um eine Form des Applique, bei dem die applizierten Stoffstücke meist mit Rosshaar ausgestopft werden, so dass ein Hochreliefmuster entsteht. Die dreidimensionale Wirkung kann mit strukturierten Stickstichen und aufgenähten Fäden zusätzlich betont werden.
Dieser Klagas aus Burma ist sehr fein verarbeitet. Die antiken Klagas sind mit aufgenähten Kordeln aus Gold und Silber bestickt. Ebenso werden diese mit Kristallen und andere Pailletten und Metallfaden verziert.

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Who knows the history of this wonderful Kalagas- item? The owner means that is from the 1850's. But I don't know. The Length is 1.32 m x 0.86 m. Thick one of the embroidery approx. 6 cm.
A Dragon is shown above. A Tiger, a horse, one tiger more? and a white elephant, we think. Outside is a rectangle from stones (easily brownish - Red Spinell Crystals?). Also on the inside gold embroiders and afterwards again stones. Please look on this wonderful item.

Who can tell me any details above the age and from which part in Burma is this item?
It's very important to promote the Burmese culture.

Best regards.

6th Septembre 2008

Montag, 1. September 2008

Burma; Kleiner Junge der Rohingyas gestorben

Vier Monate nach dem Bericht vom 25. Februar ist dieser Junge verstorben


Dieser kleine Junge der muslimischen Rohingyas weigerte sich, als die SPDC ihn verschleppen wollten. Da wurden ihm die Knochen mit einem Gewehrkolben zertrümmert. Seine Eltern im Rakhine- bzw. Rakhing-States wurden umgebracht

jonas m lanter

Viele Dorfgemeinschaften ethnischer Gruppierungen und auch Burmesen selbst werden zur Zwangsarbeit gezwungen. "Wir waren im Kino in der Nähe der Stadt Moulmein. Dieser liegt inmitten des Mon-States, der an Thailand grenzt. Kaum war der Film zu Ende, schlossen schwer bewaffnete Soldaten die Tür des Kinos ab. Dann befahlen sie den Alten und den kleinen Kindern, das Gebäude zu verlassen. Wir wurden alle an einem Seil zusammengebunden und zu einer Armeebaracke geführt. Zusammen mit Hunderten weiteren Menschen kamen wir auch an die Front im Kayin-State (Anmerkung auch Karen-Staat genannt). Dort mussten wir Waffen, Munition und Verpflegung für die Truppen schleppen. Einige wurden als Minensäuberer gebraucht. Sie mussten den Truppen vorangehen, um das Land von diesen zu säubern. Ich wusste, dass auch ich sterben würde, wenn ich nicht fliehen kann." Er ist einer von inzwischen 145'000 Menschen, die in Flüchtlingslagern jenseits der Grenze in Thailand leben.

Der oben abgebildete Junge lebt im Rakhing-State, inmitten von Burma. Der Staat grenzt an die Andaman-Sea bzw. den Golf von Bengalen. Er gehört der muslimischen Ethnie der Rohingyas an. Als die Junta in sein Dorf einfiel und die meisten Frauen vergewaltigten und andere ermordet wurden, versuchte er zu fliehen. Aber die Militärs 'wollten' ihn wie die Kinder anderer ethnischen Völkern in sogenannten 'Ye Younth' Schulen zu zukünftigen Militärs drillen. Später stellen diese Jungs die Elite in der burmesischen Junta. Sie kennen nur ein Leben, ein Leben im Militär. Dieser Junge weigerte sich. Seine Knochen wurden von einem Soldaten mit einem Gewehrkolben zerschmettert. In Folge fehlender Behandlung und Medikamente starb der Knabe kurze Zeit später. Sein Bein hatte sich entzündet.

1. September 2008

Donnerstag, 21. August 2008

Burma: Vage Hoffnungen auf eine Öffnung zunichte gemacht

Aung San Suu Kyi erteilt der UNO eine Absage

Demonstration vor dem Chinesischen Konsulat in der Schweiz

jonas m lanter

Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat ein Treffen mit dem UNO-Sondergesandten Ibrahim Gambari abgelehnt. Die Verweigerung ging laut Gambari von der Friedensnobelpreisträgerin selbst und nicht von der Militärjunta aus. Die Opposition kritisierte Gambaris Mission mit ungewöhnlich scharfen Worten.

Der UNO-Gesandte habe "wertvolle Zeit vergeudet", weil er mit der Junta über mögliche Wahlen in zwei Jahren diskutiert habe, anstatt die Aufnahme von Gesprächen mit der Opposition einzufordern, erklärte ein Sprecher von Daw Aung San Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD).

Die 63-jährige verbrachte von den vergangenen 18 Jahren mehr als zwölf Jahre im Gefängnis oder unter Hausarrest. Die letzte Hausarrest-Anordnung wurde vom Militärregime erst im Mai um ein weiteres Jahr verlängert; es war bereits die sechste Ausweitung in Folge. Obwohl laut dem Dekret der burmesischen Militärs Aung San Suu Kyi dieses Jahr die Freiheit erlangen sollte.

Die NLD hatte 1990 die Parlamentswahl gewonnen; die Militärregierung hat den Sieg jedoch nie anerkannt und die Demokratiebewegung nach 1988 erneut blutig niedergeschlagen.

Sonntag, 24. August 2008gun


Dienstag, 19. August 2008

Das 'THW' geriet an die Firma 'Htoo Trading Co.' des Juntagünstlings Tay Za

Die Htoo Trading Co. hat ihre Hilfskräfte nicht bezahlt!

jonas m lanter

Das Deutsche Technische Hilfswerk 'THW' geriet an einen der Günstlinge (oder 'Cronies') der Junta. Wie jetzt aus sicherer Quelle zu erfahren ist, hat diese juntanahe Firma keinen ihrer angeheuerten Arbeiter entschädigt.
Nein, die 'Htoo Trading Company' hat die Helfer, welche zum Teil selbst schwer unter dem Wirbelsturm 'Nargis' leiden, ohne einen Kyat oder sonstiger Hilfe wie Lebensmittel oder technisches Hilfswerk zurück in ihre zerstörten Dörfer geschickt.

Kyat ist die burmesische Währung. Offiziell erhält man für 1 US$ 7 Kyats; auf dem Schwarzmarkt dagegen das 50-fache! Auch sonst hat sich diese Firma, welche zuoberst auf der EU-Embargoliste steht, nicht an die Abmachungen gehalten. Warum hat sich das 'THW' nicht genügend informiert oder sich Vor-Ort ein Bild gemacht?

Jeder Einheimische weiss, dass hinter dem roten H im roten Kreis der 44-jährige Zögling Tay Za des Generals Than Shwe steht.

Sieht so die Internationale Hilfe aus?

Bitte lesen Sie den untenstehenden Artikel.


19. August 2008

Dienstag, 12. August 2008

Das Deutsche Technische Hilfswerk 'THW' geriet an den Günstling von Juntachef Than Shwe

Wie das THW bei seinem Einsatz für Zyklonopfer in Burma in die Nähe eines Günstlings der Junta geriet
Than Shwe bei der 'Stimmabgabe'



Es ist nur ein einziger Buchstabe. Ein H. Rot ist dieses H, rot in einem roten Kreis. H könnte das Symbol für Hilfe sein. Doch dieses H steht für etwas anderes: für Probleme der Hilfe, der Helfer. Es steht für die Konflikte bei der Hilfe in einem Land, dessen Regime seinem Volk nicht helfen lassen will. In einem Land, das unter Embargo steht. Der vertrackte Buchstabe findet sich in Burma.

Es war schwierig, nach dem Zyklon 'Nargis' zu den Opfern ins verwüstete Irrawaddy-Delta zu kommen. Vor allem für die internationalen Helfer. Die Junta wollte keine westlichen Zeugen in der Krisenregion, sie wollte allenfalls Hilfe entgegennehmen und alles weitere selbst übernehmen. Das lehnten die Geber ab. Wie hilft man Menschen in solch einer Situation?

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) waren bereits in Rangun, als Juntachief Than Shwe rund drei Wochen nach der Katastrophe von Anfang Mai endlich die Verbote für Helfer lockerte. Die THW-Helfer waren dann schnell im Ort Bogale, Sie seien einfach losgefahren und durchgekommen, lautete die Auskunft. Sie waren, „das erste internationale Team“ mit Trinkwassertechnik im Delta, erklärt das Auswärtige Amt (AA).
Wochenlang versorgten sie zusammen mit Einheimischen Opfer mit Wasser. Anschliessend wurden Anlagen sowie Zelte, Feldbetten und ein Stromaggregat im Wert von insgesamt 1,3 Millionen Euro an die lokalen Behörden übergeben.

Das ist ein Teil der Geschichte. Ein anderer zeigt, wie schwierig es ist, Menschen in einem Land zu helfen, das mit internationalen Sanktionen belegt ist. Gegen Burmas Junta und ihre Handlanger hat die EU seit Jahren Strafmaßnahmen verhängt. Im sogenannten Gemeinsamen Standpunkt des EU-Rates heißt es, der Junta und ihren Helfern dürften „weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden oder zugute kommen“. Ausnahmen für humanitäre Projekte sind aber möglich.

Einer, der auf der EU-Embargoliste ganz oben steht, ist Tay Za. Er ist 44, hat ein leicht pausbäckiges Gesicht und steht an erster Stelle derjenigen, die „Nutzen aus der Wirtschaftspolitik der Regierung ziehen“. In der Fassung vom 29. April dieses Jahres folgen fünf weitere Familienmitglieder. Dort finden sich auch acht Firmen, als deren Chef Tay Za genannt wird. Darunter die Htoo Trading Company. Tay Za gilt als reichster Mann Burmas und Vertrauter von Juntachief Than Shwe.

An Tay Za und Htoo kamen die Deutschen offensichtlich bei ihrer Hilfsaktion nicht vorbei. Die THW-Mitarbeiter schlugen ihr Lager auf einem Gelände auf, das Tay Za und seiner Htoo gehörte. Über ihren Köpfen wehte eine Flagge mit dem Firmenlogo, ein rotes H in einem roten Kreis, als Aufkleber gelangte das H auch auf die Wassertanks und Generatoren. Während die Deutschen endlich „Wasser machen“ und Brunnen sanieren konnten, tauchte Tay Za dort persönlich auf. Er stellte sich freundlich lächelnd als „Partner“ der Deutschen vor, wie ein Reporter
im Magazin „Geo“ berichtet.


Eine Nachfrage beim Technischen Hilfswerk. Der Einsatzleiter von damals ist im Urlaub und nicht zu erreichen. Sprecher Nicolas Hefner kann aber einige Daten zusammenstellen. Unter Punkt vier listet er die „Kooperationspartner“ auf: Unicef, Malteser Hilfsdienst, lokale Verwaltung von Bogale, lokale Verwaltung von Rangun, DDA, Department of Development Authority, Htoo Trading. Im Übrigen sei vereinbart, dass zu diesem Thema das Auswärtige Amt Auskunft gebe, das den Einsatz finanziert hat.

Nach einer weiteren Nachfrage gab das Auswärtige Amt folgende Aussage: "Es wurden 'unentgeltlich Leistungen' der Firma Htoo Trading in Anspruch genommen". Dies mache auch Unicef. Das sei nötig gewesen, denn "in Bogale verfügte in dieser Situation nur die Firma Htoo Trading über die für den THW-Einsatz notwendigen Möglichkeiten. Nur durch Nutzung dieser Möglichkeiten (insbesondere Transportkapazität, geeignetes Gelände für die Trinkwasseraufbereitungsanlagen) konnte die humanitäre Hilfe des THW schnell an die Bedürftigen gelangen." Gegenleistungen haben demnach weder das THW noch die Bundesregierung erbracht. Htoo Trading ist aus Sicht der Bundesregierung auch "kein ‚Partner’ im von Ihnen beschriebenen Sinne". Dort heisst es: "Kooperationspartner des THW in Bogale ist die lokale Distriktverwaltung", und die Massgaben des EU-Embargos seien eingehalten worden. "Das Embargo hat durch die punktuelle Inanspruchnahme von unentgeltlichen Leistungen der Firma Htoo Trading keinen Schaden genommen." An burmesische Firmen oder die Armee sei kein Material übergeben worden.

Warum die Htoo-Fahne wehte? "Das Gelände (…) gehört diesem Unternehmen." Dass das Logo der Firma auch auf Tanks und Generatoren klebte, war wohl nicht vorgesehen. In den Fällen, in denen neben "dem deutschen Herkunftszeichen" noch "ein zusätzliches Logo angebracht worden ist, sahen die Mitarbeiter im Interesse einer schnellen Hilfe davon ab, eine Inbetriebnahme von deren Entfernung abhängig zu machen. Angesichts der akuten Notlage der Menschen wäre dies nicht zu verantworten gewesen".

Mindestens einmal soll einem Boot mit THW-Wassertanks das Ablegen erst gestattet worden sein, nachdem Tay Zas Firmenflagge mit einem roten H in rotem Kreis gehisst worden war. So steht es im 'Geo'-Magazin. Dazu erklärt das Aussenamt: "Hierzu liegen der Bundesregierung keine Informationen vor." Wenn es so gewesen wäre, könnte das ein Bruch der eigenen Regeln gewesen sein, fand der Sprecher mündlich. Hat der Intimus der Junta also meisterlich die Notlage der Überlebenden im Delta für sich ausgenutzt? Für die Bevölkerung dürfte es so ausgesehen haben, dass die deutsche Hilfe gleichbedeutend ist mit Htoo Trading und Tay Za. Denn jeder, der mit Hilfe ins Delta gefahren ist, hat es mit seinem Emblem versehen – die Opfer sollten sehen, wer sie bringt.

Einheimische in Rangun, die Tay Za kennen, schütteln den Kopf. "Die Regierung ist Htoo und Htoo ist die Regierung", sagt einer und presst beide Handflächen aufeinander, um die enge Verbindung deutlich zu machen. Tay Za habe Juntachief Than Shwe und die Seinen während des Aufstands der Mönche im Herbst vergangenen Jahres nach Dubai geschafft, heisst es in unterrichteten Kreisen: "Sie hatten Angst um ihre Macht."

Einer in Rangun sagt: "Sind die Deutschen verrückt? Alle hassen Tay Za." Er bekomme jedes Geschäft, andere hätten immer das Nachsehen. Ein Hotel in einer unberührten Gegend? Nicht erlaubt. Tay Za darf eins bauen.

Offensichtlich ist es in Burma so: Den 'Cronies', den eng mit der Junta verbundenen Geschäftsleuten, werden lukrative Aufträge zugeschanzt, sie bringen Geld ins abgeschottete Land. Von ihnen werden 'donations' für Regierungsprojekte erwartet, einige sind in humanitären Projekten engagiert. Das Delta soll nach dem Zyklon unter 43 Firmen aufgeteilt worden sein, die am Wiederaufbau verdienen dürfen – so berichtete das in Thailand gegründete Dissidenten-Magazin Irrawaddy Mitte Mai. Eine von ihnen: Htoo Trading.

Tay Za, ehemals eingeschrieben an der Militärakademie, ist unter anderem in der Baubranche aktiv, er verkauft Teakholz ins Ausland, gerne nach China, ihm gehören zahlreiche Hotels wie die 'Aureum Palace Hotels and Resorts', die Fluglinie Air Bagan, Schiffe. Ausserdem soll er der Junta unter anderem zehn russische MiG-29-Kampfjets beschafft haben.

Die Anlagen des THW sind mit Ende des Einsatzes der Deutschen an die lokalen Behörden in Bogale übergeben worden. Es soll weiter Wasser an die Opfer verteilt werden. "Die Nutzung der Anlagen zu einem anderen als dem vereinbarten Zweck ist nicht genehmigt worden", teilt das Auswärtige Amt mit. Sie stehen auf dem Firmengelände von Tay Zas Htoo Trading. Die Firma mit dem roten H auf weissem Logo.

12. August 2008

Montag, 4. August 2008

Burma: Abzockerei im grossen Stil

Das 'World Food Programme' der UN, verschiedene Länder und Hilfsorganisationen wissen, dass von den Militärs in Burma abgezockt wird. Vorab NGO's haben damit zu kämpfen. Dennoch wird den Generälen indirekt weiterhin Devisen geschoben


jonas m lanter

Obwohl man schon lange weiss, dass der burmesischen Junta nicht zu trauen ist, und im Wissen, dass Gelder nicht den Bedürftigen im Irrawaddy Delta zu Gute kommen, werden weiterhin nebst Nahrungsmittel grosse Mengen an Devisen nach Burma 'verschoben'.

Dies zum einen, dass im Westen der Eindruck entsteht, die verschiedenen Organisationen helfen vor Ort. Leider aber ist es so, dass viele Organisationen zum offiziellen Wechselkurs 1 US$ = 7 Kyats tauschen. Auf dem Schwarzmarkt erhält man dagegen das 50-fache, also für 1 US$ 350 Kyats!

Somit verdient die Junta an der offiziellen Politik verschiedenster Hilfsorganisationen und Ländern den grössten Teil mit, ohne irgendwelchen Finger zu krümmen. Nein, sie befehligen gar, wer helfen bzw. spenden darf und wer nicht!

Laut Aussagen und Analysen lassen sich viele Hilfsorganisationen von den Generälen indirekt Bestechungsgelder abnehmen, damit diese auch ihre Spendengelder einsetzen bzw 'abgeben' dürfen. Obwohl bekannt ist, dass die gespendeten Gelder ebenfalls wieder in den Taschen der Generäle verschwinden. Denn für einen Aussenstehenden sieht es nach wirklicher Hilfe aus.

Es wäre viel wichtiger, die Hilfe zum Beispiel der 'Mao Tao Clinic' ins nahe thailändische Mae Sot zu spenden. Denn ihre Gründerin, Dr. Cynthia Maung, hilft den Burmesen wo sie kann und die Gelder werden richtig eingesetzt.

Verschiedenste Organisationen, wie auch die UN, wissen um diese Zwiespaltigkeit!

Es nützt nichts, wenn man Gelder an eines der korruptesten Länder vergibt. Denn dies kann kein Hilfsmittel sein, wie es die Situation nach drei Monaten aber auch die Vergangenheit unter den Militärs in Burma zeigt! Mitgebrachte Nahrungsmittel, Kleider und sonstige Geräte scheinen viel dringender nötig zu sein.

Auch klopfen immer wieder sogenannte Mönche, welche aus Burma kommen, in den westlichen Ländern an und geben sich als Flüchtlinge aus. Anscheinend wollen sie nur eines; ihren 'Brüdern' und 'Schwestern' zu Hause helfen.

Nur sollten sich viele Organisationen auch vergewissern, warum überhaupt ein Mönch Burma verlassen kann, hier Geld eintreibt und wieder zurück in sein Land geht. Jeder Kenner Burmas weiss, dass ein Mönch, welcher geflohen ist, nie mehr nach Burma zurückkehren kann und darf. Dies wäre sein sicheres Ticket ins Zuchthaus oder Arbeitslager.

Sind wir so blind geworden und glauben einfach alles, was man uns auftischt? Ich bin auch dafür, dass man den Menschen in Burma hilft. Aber eben zu aufrichtigen Konditionen und nicht zu Versprechen irgendwelcher paranoiden Generäle, welche wissentlich nicht eingehalten werden.

Die Frage ist berechtigt.

Viele Hilfsorganisationen gehen solche Deals ein, denn auch diese sind 'National Global Player' mit Umsätzen, die in die Milliarden gehen!

4. August 2008

Montag, 21. Juli 2008

Burma ratifiziert Charta der ASEAN-Staaten

Burma ratifiziert ASEAN

In Singapur treffen sich die Aussenminister Südostasiens

jonas m lanter

Burma hat als siebter Mitgliedstaat die Charta der Staatengemeinschaft der ASEAN ratifiziert, wie die Teilnehmer des Aussenministertreffens ins Singapur am Montag erklärten. Die Charta enthält erstmals verbindliche Bestimmungen zur Einhaltung der Menschenrechte.

Die Charta soll bis zum kommenden Jahr in Kraft treten. Angesichts zahlreicher politischer Häftlinge in Burma bezweifeln Beobachter, dass sich die Militärjunta an die in der Charta festgelegten Menschenrechtsprinzipien halten wird.

Die Charta soll der 40 Jahre alten Organisation einen rechtlichen Rahmen geben. Sie sieht unter anderem die Schaffung einer Behörde zur Überwachung der Menschenrechte vor. Ob die Behörde Verstösse ahnden kann, steht noch nicht fest. Aber anzunehmen ist dies nicht. Denn Sanktionsmöglichkeiten sind jedenfalls keine vorgesehen. Drei der zehn ASEAN-Mitglieder; die Philippinen, Thailand und Indonesien, haben die Charta bislang nicht ratifiziert. Sie fordern, dass zunächst in Burma die Demokratie wiederhergestellt wird.

Am Sonntag hatte die ASEAN Burma so scharf wie nie zuvor wegen demokratischer Defizite kritisiert. Die ASEAN-Außenminister erklärten am Vorabend des Treffens in Singapur, sie seien „zutiefst enttäuscht“ über die Verlängerung des Hausarrests, den die Militärjunta über die Oppositions- und Friedensnobelpreisführerin Daw Aung San Suu Kyi verhängt hat.

Doch es gibt auch Hoffnung, dass Suu Kyi möglicherweise in sechs Monaten aus dem Hausarrest entlassen wird. Dies habe der birmanische Aussenminister Saw Nyan Win während eines Treffens am Sonntag angedeutet, erklärte dessen singapurischer Amtskollege George Yeo. Nyan Win habe gesagt, dass ein politischer Gefangener nach den Gesetzen des Landes bis zu sechs Jahre festgehalten werde dürfe. Dies sei im Fall Suu Kyi in einem halben Jahr der Fall.

Auf die Frage von Journalisten, ob dies bedeute, dass die Friedensnobelpreisträgerin nach Ablauf der sechs Jahre freikommen könne, sagte Yeo: „Dies ist keine inakkurate Schlussfolgerung.“

Die 63-Jährige Suu Kyi war mehr als zwölf der vergangenen 18 Jahre im Gefängnis oder stand unter Hausarrest. Suu Kyis Partei, die Nationale Liga für Demokratie (NLD), gewann 1990 eine Parlamentswahl, die Militärregierung hat den Sieg jedoch nie anerkannt und die Demokratiebewegung blutig niedergeschlagen.

21. Juli 2008

Sonntag, 13. Juli 2008

Burmas Generäle steinreich

Burma; Korruptionsrate höher als in Indonesien

Burmas Generäle steinreich

jonas m lanter

Burmas Generäle: 2,6 Milliarden Euro an ausländischen Devisen

Während der durchschnittliche Bürger in Birma immer ärmer wird, füllen die Generäle nach Angaben von Kritikern ihre Taschen mit Erträgen aus Verkäufen der reichen Öl-, Gas-, und Edelsteinressourcen des Landes. Auch Teakholz ist ein beliebtes Exportgut. Dabei stören sie die Wirtschaftssanktionen nur wenig, die Europa und die USA nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung im vergangenen Jahr noch weiter verschärft haben. Denn die boomenden asiatischen Staaten Thailand, Indien und China sind weiterhin gute Abnehmer. Eine birmanische Zeitung berichtete im vergangenen Monat von Erlösen in Höhe von umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro allein aus Gasexporten in 2007.

Offiziell zählt Birma nach 45 Jahren Militärherrschaft und Isolation zu den ärmsten Ländern der Welt mit einem Pro-Kopf-Einkommen, das unter dem von Kambodscha, Laos oder Bangladesch liegt. Nur 0,3 Prozent des BIP gibt die Junta laut UNO für das Gesundheitswesen aus, gerade einmal 1,3 Prozent für Bildung.

Ausbeutungen und Zwangsumsiedlungen

Dabei haben die Generäle rund 2,6 Milliarden Euro ausländischer Devisen in Reserve, wie der australische Experte für die birmanische Wirtschaft, Sean Turnell, schätzt. Diese Summe erhöhe sich um rund 97 Millionen Euro pro Monat. "Es scheint, dass nur die oberste Spitze des Regimes Zugang (dazu) hat", sagt Turnell. Selbst ranghohe Militärs hätten teilweise keine Ahnung von den Reichtümern. Die gewöhnlichen Bürger haben unter den Reichtümern ihrer Machthaber hingegen eher gelitten, sagt der Chef des südostasiatischen Arms der unabhängigen Organisation International Crisis Group, John Virgoe. Sie seien für die Ausbeutung der Ressourcen zwangsumgesiedelt oder sogar zur Zwangsarbeit eingesetzt worden.

Ende 2006 tauchte ein Video von der Hochzeit der Tochter von Junta-Chef Than Shwe im Internet auf. Die Bilder von Thandar Shwe - behängt mit Perlen, Diamanten und anderen Edelsteinen - sowie von ihrem mit Champagner um sich spritzenden Ehemann verstörten die wenigen Birmaner, die sie zu Gesicht bekamen. Die in Thailand erscheinende burmesische Exil-Zeitschrift 'Irrawaddy' schätzte allein den Wert der Hochzeitsgeschenke auf umgerechnet 32 Millionen Euro.

Noch mehr Geld soll 2006 der Bau des neuen Regierungssitzes Naypyidaw - der 'Wohnsitz der Könige bzw. Bleibe der Könige' - im entlegenen Hinterland gekostet haben. "Wenn sie über ein wenig Selbstlosigkeit verfügen würden, wäre Burma ein ganz anderes Land", sagt Aung Naing Oo. Doch das Tragische ist nach Ansicht von Experten, dass Burma gar nicht in die eigenen Kassen greifen müsste, um etwa die notleidenden Opfer von 'Nargis' zu versorgen. Die Weltgemeinschaft wie auch die Geberkonferenz versprachen bereits Hilfe in der Höhe von über 800 Millionen Euro.

13. Juli 2008