Mittwoch, 31. Oktober 2007

Die Bevölkerungszahl nimmt in Burma drastisch ab

Die Bevölkerungszahl sank um geschätzte sechs Millionen
Jonas M. Lanter
Die Zahl der Ethnischen Bevölkerung nimmt drastisch ab. Ging man vor fünf Jahren noch von einer Gesamtbevölkerung von 53 Millionen Bürgern in Burma aus so seien es heute nur noch deren 47 Millionen. Die Statistiken sind ungenau und niemand kennt exakte Zahlen. Den Bewohnern fehlt eine Identitäts-Karte. Einen Pass besitzen nur die Angehörigen der Generäle und juntatreue Geschäftsleiter. Dennoch ist dieser frappante Unterschied von sechs Millionen Bürgern nicht wegzuleugnen. Viele wurden ins Exil vertrieben. Die Bevölkerung der Muslimischen Rohingya hat keine existenzielle Berechtigung im eigenen Lande (siehe Artikel 'Rohingya, ein Volk das es nicht geben darf' vom Sonntag, den 28. Oktober) unter http://birmaberichterstattung.blogspot.com/2007/10/rohingyas-ein-volk-das-es-nicht-geben.html
31. Oktober 2007

Burmas Militär 'zieht' mehr Kinder ein

Militärs lassen zusätzliche Kinder einziehen und drillen sie

Jonas M. Lanter
Aus verlässlicher Quelle ziehen die Generäle zusätzlich Tausende von Kindern ein um diese gegen die Oppositionellen und Ethnischen Völker einzusetzen. Diese werden durch ihre Kommandeure mit sogenannten 'Yaba' – Methamphetaminen 'aufgespritzt' oder verabreicht. Dadurch verlieren die Kindersoldaten tagelang jegliches Hungergefühl und sämtliche Emotionen. Sogar Plünderungen und Morde der eigenen Dörfer dieser meist gekidnappten Kindern Ethnischer Bevölkerungsgruppen sind bekannt. Den Burmesischen Familien werden diese 'abgekauft' und in sogenannten 'Ye Njunt Youth'
- Schulen gedrillt. Bereits zehnjährige werden wie Gefangene gehalten. Durch die Verabreichung der Drogen treten Essensentzug, Amnesie und Halluzinationen auf. Vielfach erinnern sich diese Kindersoldaten nicht an Ihre Gräueltaten. Auch ist bekannt, dass Kinder den Juntasoldaten den Weg durch verminte Gebiete bannen müssen.

31. Oktober 2007

Mönche marschieren weiter gegen die Junta

Erneut protestieren die Mönche gegen die Generäle

Jonas M. Lanter

Zum ersten Mal seit der blutigen Niederschlagung der Proteste in Burma haben sich mehr als 100 buddhistische Mönche versammelt.
Sie zogen durch die Strassen der Ortschaft Pakokku in der Nähe der neuen Hauptstadt Naypyidaw, der "Bleibe der Könige". Allerdings riefen sie keine Parolen gegen die verhassten Militärs. Die Mönche begannen ihren Marsch an der Shwagu-Pagode und sprachen fast eine Stunde Gebete. Danach kehrten sie ohne Zwischenfall in ihre Klöster zurück.
Laut dem Radiosender 'Democratic Voice of Burma' (DVB), der aus dem Exil in Oslo berichtet, handelt es sich um eine Fortsetzung der Proteste vom September. Ein führender Mönch sagte gegenüber einem Journalisten: "Wir verlangen niedrigere Preise für Artikel des täglichen Bedarfs, nationale Versöhnung und die sofortige Freilassung von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und aller politischen Gefangenen!".

Er kündigte besser organisierte und grössere Proteste für die nahe Zukunft an.

In Pakokku, einem buddhistischen Zentrum mit mehr als 80 Klöstern rund 120 Kilometer nordwestlich der neuen Hauptstadt war es bereits im vergangenen Monat zu regierungskritischen Demonstrationen gekommen.

31. Oktober 2007

Burmas Mönche demonstrieren von Neuem

Die Mönche demonstrieren weiter

Die Mönche begannen ihren Marsch an der Shwagu-Pagode und sprachen fast eine Stunde Gebete. Danach kehrten sie in ihre Klöster zurück. "Es ist eine Fortsetzung der Proteste vom September", erklärte ein Mönch gegenüber dem Exil-Radiosender 'DVB'; Democratic Voice of Burma.

Update folgt abends.
BirmaBerichterstattung 31. Oktober 2007, 11.10 Uhr

Samstag, 27. Oktober 2007

Die grössten Ethnischen Volksgruppen in Burma

Gelobtes Land oder die Hölle auf Erden


Die grössten Ethnien in Burma


Jonas M. Lanter

Niemand in Burma kennt die Grausamkeit der Generäle besser als das Volk der Karen. Es wird vertrieben, zerrieben, gedemütigt. Ein Besuch auf der Müllkippe der Birmanischen Geschichte.
Die Karen sind grösstenteils baptistischen Glaubens, ein verschwindend kleiner Teil sind Buddhisten.
Mehr als zwei Millionen Karen, die innerhalb Burmas oder im benachbarten Thailand auf der Flucht sind, gelten aber nicht als Flüchtlinge. Es sind sogenannte IDP's oder 'Internally Displaced Peoples'. Ihre Angst vor dem Regime der Generäle steht wie ein Mahnmal für ihr kollektives Leid. Sie wurden vertrieben, erniedrigt und zerrieben zwischen den Welten. Kein Volk hat in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr gelitten unter der Burmesischen Junta als die fünf Millionen Karen.
Neben dem grössten Volk, den Birmanen und den Shan mit sieben Millionen Einwohnern, sind die Karen die grösste der über 130 Volksgruppen Burmas. Jedes dieser Völker schaut nun von Thailand und aller Welt mit grösster Hoffnung nach Burma. Sie hoffen, dass es den Mönchen gelingt, die Generäle in die Knie zu zwingen. Es ist nur eine schwache Hoffnung. Seit nunmehr 45 Jahren wütet ein blutiger Krieg; ein Krieg gegen die Menschen im eigenen Lande.
Vor 4000 Jahren waren die Karen aus der Mongolei aufgebrochen. Ihr 'Land' fanden die Karen nach langer Wanderung in Burma, im Osten, und wenige in Thailand, wo es gebirgig und mit dichtem Regenwald bedeckt ist und sich die Grenze entlang eines Flusses zieht. Wenn man genau hinhört, wird man zu gewissen Zeiten die Schüsse oder die Einschläge der Mörsergranaten in der Nähe von Myawaddy hören. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Thailändische Grenzstadt Mae Sot. Auch dort ist die Angst vor der Burmesischen 'Tatmadaw'; den Militärs, allgegenwärtig.

28. Oktober 2007



Freitag, 26. Oktober 2007

Drastische Verschärfung der Sicherheitsmassnahmen in Rangun

Vermehrt Soldaten in Rangun


Verschärfung der Sicherheitsmassnahmen

Jonas M. Lanter

Vermehrt Soldaten in Rangun

Einen Monat nach der gewaltsamen Niederschlagung der friedlichen Proteste geht die Militärjunta in Burma wieder vermehrt gegen Oppositionelle vor. Die Generäle verschärften die Sicherheitsmassnahmen in der Hauptstadt drastisch. Die Birmanische Regierung hat zum Ende der buddhistischen Fastenzeit religiöse Stätten in Rangun mit Polizeikräften umstellt. Mit Gewehren, Tränengas und Gummischrot ausgerüstete Polizisten bezogen in der Innenstadt Stellung. In den Strassen Ranguns prägen Hundertschaften der Polizei und Stacheldrahtsperren erneut das Bild.




Burmas Junta lässt einige Oppositionelle frei

Jonas M. Lanter

Wie die Zeitung 'New Light of Myanmar' mitteilt, seien bei den Protesten rund 3000 Menschen festgenommen worden.Von denen seien 50 Mitglieder der Partei von Aung San Suu Kyi's NLD (National League for Democracy) inzwischen freigelassen worden.


Der 'Ausfall' der Internetverbindung ist nicht auf einen Unfall zurückzuführen

Jonas M. Lanter

Wie die Junta uns weis machen wollte sei der Internetausfall auf eine Unterbrechung des Unterseekabels zurückzuführen.
Nach Auskunft der Seekabelendstelle der Deutschen Telekom war das 39000 Kilometer lange Unterseekabel, das vom deutschen Norden bis nach Okinawa in Japan reicht und so 33 Länder in Europa, Afrika, Asien und Australien verbindet, im fraglichen Bereich intakt. Ein anderes Kabel konnten die Militärs nicht gemeint haben, denn Burma verfügt insgesamt über nur drei Anbindungen an internationale Telekommunikationsnetze: Eine ist der Unterwasserverbindung und die anderen zwei sind Satellitenverbindungen.

26. Oktober 2007

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Aung San Suu Kyi trifft Militärjunta

Daw Suu Kyi trifft Verbindungsminister - UNO will Dialog fortsetzen


Dies sind Sondereinheiten der SPDC (auch Speerspitzen genannt). Ihr Kampf richtet sich gegen die Ethnischen Volkseinheiten, welche gegen die Junta ankämpfen.


Ibrahim Gambari trifft Machthaber General Than Shwe

Daw Aung San Suu Kyi trifft Verbindungsminister - Suche nach führenden Demonstranten geht weiter

Jonas M. Lanter

Daw Aung San Suu Kyi, die seit Jahren unter Hausarrest steht, hat ihr Anwesen für ein Treffen mit einem Regierungsvertreter erstmals seit langer Zeit verlassen können.

Aung San Suu Kyi hat sich in einem Gästehaus der Militärs mehr als eine Stunde mit dem neu ernannten Verbindungsminister, Saw Aung Kyi besprochen. Ob es das erste Treffen mit Saw Aung Kyi ist sei nicht bekannt. Gestern wurde Saw Aung Kyi vom stellvertretenden Arbeitsminister zum Arbeitsminister befördert. Die Junta erklärt dazu, von der Ernennung wünsche sie sich bessere Beziehungen zu Daw Aung San Suu Kyi.

Zuvor hat die Regierungszeitung "The New Light of Myanmar" berichtet, Saw Aung Kyi sei zum Minister mit Zuständigkeit für die Koordinierung der Kontakte zur Oppositionsführerin der NLD ernannt worden. Seine genauen Aufgaben wurden nicht erwähnt.

Vorschlag vom stellvertretenden UNO-Generalsekretär und Sondergesandten Ibrahim Gambari

Der Uno-Sondergesandte Ibrahim Gambari hat sich in den vergangenen Wochen bemüht, einen Dialog zwischen Militär und Opposition weiter 'anzutreiben'. General Than Shwe hat die Gespräche mit der Friedensnobelpreisträgerin im Jahr 2002 nach kurzer Zeit abgebrochen. Laut der Burmesischen Zeitung "The New Light of Myanmar" hatte der UNO-Sondergesandte die Ernennung Suu Kyis während seines Besuchs im September vorgeschlagen.

Uno-Sonderberichterstatter Pinheiro besucht Burma im November

Der Uno-Menschenrechts-Berichterstatter für Burma, Paulo Sergio Pinheiro, kündigte unterdessen für den November einen Besuch in dem Lande an. Er werde sich um ein objektives Bild der Proteste gegen die Regierung und ihrer gewaltsamen Niederschlagung bemühen. Insbesondere werde er versuchen, die genaue Zahl der Getöteten und Festgenommenen zu ermitteln, so Pinheiro weiter. Dabei erwarte er die volle Kooperation der Militärregierung, welche ihn zum ersten Mal seit langem wieder eine Einreiseerlaubnis erteilt hat.

Suche nach führenden Demonstranten geht weiter

Die Junta sucht nach einem staatlichen Bericht weiter nach Mönchen, welche die Kundgebungen im September anführten. "Bei ihnen handele es sich um ehemalige Häftlinge denen der Prozess gemacht werden soll" hiess es in "The New Light of Myanmar" unter Berufung auf den Minister für religiöse Angelegenheiten und General Thura Myint Maung. "Die Mönche, die nicht freiwillig an den Protesten teilgenommen haben, sind inzwischen wieder freigelassen worden."

25. Oktober 2007

Aufruf zu Friedensmarsch und Kundgebung am 27.10.2007 in Berlin

„Solidarität mit den Protesten in Burma - Wir geben Burma eine Stimme!“

12 Uhr Treffpunkt im Lustgarten, nahe S Hackescher Markt
13 Uhr Brandenburger Tor am Pariser Platz, Kundgebung und Friedensmeditation

Die friedlichen Proteste in Burma sind niedergeschlagen. Doch die Verhaftungswelle, Folter
und Gewalt in den Gefängnissen gehen weiter. Im Verborgenen finden weiterhin kleine
Akte des Ungehorsams statt.
Am 11. Oktober 2007 hat der UN-Sicherheitsrat in einer Erklärung den Einsatz von Gewalt
gegen friedliche Demonstrationen in Burma „sehr bedauert“ und betont, dass die
politischen Gefangenen bald freigelassen werden sollten. Der Sondergesandte der Vereinten
Nationen, Ibrahim Gambari, soll demnächst erneut nach Burma reisen.
Die Europäische Union hat am 15. Oktober ihre Sanktionen verschärft und um einen Import-
und Investitionsbann für Edelsteine, Tropenholz, und Metalle erweitert.
Wir begrüßen diese internationalen Stellungnahmen und Maßnahmen. Der Druck auf das
Militärregime darf nicht nachlassen!
Wir unterstützen den Aufruf der Menschen in Burma, darunter Mönchsorganisationen,
88er Studentengeneration, Oppositionsparteien, Studentenvereinigungen,
Frauenorganisationen. Sie haben die Vereinten Nationen und die internationale
Gemeinschaft wiederholt aufgefordert, so schnell wie möglich effektive Maßnahmen zu
ergreifen, denn täglich, ja stündlich stehen Menschenleben auf dem Spiel. Für sie ist
Burma das größte Gefängnis der Welt!
Wir geben Burma eine Stimme und erheben uns in Solidarität mit den friedlichen Protesten
und den Menschen in Burma!
Wir rufen deshalb zu Friedensmarsch und Kundgebung am 27. Oktober in Berlin auf!


Zum Ablauf
Wir treffen uns um 12.00 Uhr am Berliner Lustgarten (nahe S-Bahn Hackescher Markt).
Von dort laufen wir zum Brandenburger Tor, wo ab 13.00 eine Kundgebung und eine
Friedensmeditation mit Ashin Sopaka stattfinden werden.
Safranrot ist die Farbe des gewaltlosen Widerstandes in Burma. Tragt rote Kleider,
rote Schals und Bänder!

RednerInnen:Barbara Lochbihler (Generalsekretärin amnesty international) – angefragt
Volker Beck (Menschenrechtspolitischer Sprecher Bündnis90/ Die Grünen ) – angefragt
Marko Martin (Schriftsteller und Publizist)
Nwe Aung (National Council of the Union of Burma)
Phu Phu Aung (Aktionsgruppe Burma, Berlin)
Detlef Cratius (Aktionsgruppe Burma, Berlin)
Rainer Lingk, Burmariders
N.N., Frauennetzwerk für Frieden e.V. - angefragt


Aufrufer:
Burma Büro Germany e.V. Burma Initiative Asienhaus, Burma Aktion, Kölner-
Buddhismus-Center e.V., Aktionsgruppe Burma, Berlin, Polish-Burmese Solidarity, Frauennetzwerk
für Frieden e.V., Burmariders, Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit,
Infos und Kontakt:
Sonny Aung Than Oo (Burma Büro Germany) Tel. 0173 534 7534 atoburma@web.de
Ye Myint (Burma Aktionsgruppe, Berlin) Tel. 0160 99462242 Ye_Myint@t-online.de
Ulrike Bey (Burma Initiative Asienhaus) Tel. 0179 80 70 607 ulrike.bey@asienhaus.de

Für Fragen bitte wendet Euch direkt an:

Sonny Aung Than Oo (Burma Büro Germany) Tel. 0173 534 7534 atoburma@web.de
Ye Myint (Burma Aktionsgruppe, Berlin) Tel. 0160 99462242 Ye_Myint@t-online.de
Ulrike Bey (Burma Initiative Asienhaus) Tel. 0179 80 70 607 ulrike.bey@asienhaus.de


Mittwoch, 24. Oktober 2007

Täglich Verhaftungen und Folter

Dieses Interview erscheint in Deutsch und Französisch.

Copyright bei der Schweizerischen Mediengewerkschaft 'comedia'.
Das Interview führte die Redaktorin Rebecca Vermot.

Die Entlöhnung erhält teilweise 'Helfen ohne Grenzen'.

Jonas M. Lanter


INTERNATIONAL comedia-Magazin Nr. 10 - Oktober 2007

BURMA


Täglich Verhaftungen und Folter


Die Lage in Burma hat sich «normalisiert», Schulen und Läden sind geöffnet. Doch Nacht für Nacht werden Menschen verhaftet, die anhand von Bildern der Proteste identifiziert wurden. Trotz internationalem Druck und wirtschaftlichen Sanktionen sitzt das Militärregime fest im Sattel. Ein Interview mit comedia – Mitglied Jonas Lanter, der jährlich mehrmals nach Burma reist.



Burmesische Flüchtlinge werden von Thailand nach Burma zurückgeschafft, wo sie meist
Zwangsarbeit leisten müssen. Als diese Flüchtlinge das Pressezeichen auf dem Auto des Fotografen sahen, riefen sie laut um Hilfe.
(Bild: Jonas Lanter)

«m»: In der Zeitung lesen wir immer weniger über Burma und den Aufstand der Mönche. Wie ist die Situation im Land drei Wochen nach den Demonstrationen?

Jonas Lanter: Die Situation ist nach wie vor gespannt. Täglich werden BurmesInnen verhaftet, gefoltert, getötet oder von der Junta zu Zwangsarbeit herangezogen. Die Menschen werden unterdrückt und leben in grosser Armut. Und die Situation wird sich kaum ändern. Das ganze Volk leidet. Viele leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Stellen Sie sich vor: Nur gerade 0,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes wird für das Gesundheitswesen ausgegeben,aber über 50 Prozent für das Militär, also zur Machterhaltung. Die Menschen haben einfach nichts mehr zu verlieren.

Offiziell spricht man von zehn Toten während und nach den Protesten.

Die Toten werden in die Tausende gehen, schon wie im Jahre 1988, als die StudentInnen auf die Strasse gingen und über 3000 Menschen umgebracht wurden. Ich habe gestern mit Saw Aung Zaw, dem zweiten Sekretär der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) von Aung San Suu Kyi gesprochen. Er ist in Chiang Mai im thailändischen Exil und er äussert dieselben Befürchtungen. Und ein burmesischer Oberst, welcher sich mit einem Teil seiner Soldaten nach Thailand abgesetzt hat, berichtet, dass er Tausende von Mönchen hätte niedermetzeln sollen, um diese im Dschungel zu vergraben. Seinen Auftrag haben bestimmt andere übernommen.

Welche Rolle spielt denn Aung San Suu Kyis NLD?

Die NLD hat bei den jetzigen Protesten insoweit damit zu tun, als sie sich mit den Mönchen solidarisiert und sich den Demonstrationen angeschlossen hat. Ihre Ikone, Fiedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, ist die bekannteste aller DmokratiekämpferInnen in Burma.


Wäre die NLD denn fähig, einen demokratischen Wandel an- und herbeizuführen?

Nein, das glaube ich nicht. Die Partei ist wie alle anderen Parteien und Gewerkschaften verboten. In dieser Situation Strukturen aufzubauen und Strategien zu entwickeln, ist daher sehr schwierig, ja lebensgefährlich, wie wir sehen können. Hinzu kommt, dass es in Burma mindestens 130 ethnische Minderheiten gibt und ebenso viele Sprachen und Dialekte. Schon nur das ist ein grosses Hindernis, denn viele ethnische Gruppierungen verstehen sich untereinander nicht. Viele dieser Menschen kämpfen seit Jahrzehnten immer wieder gegeneinander. Sie wechseln zum Teil die Positionen je nach den Vorteilen, die sie daraus ziehen können.

Woher kommen diese ethnischen Spaltungen?

Die ethnischen Spaltungen gibt es von jeher. Schon unter den Briten waren diese Völker zum Teil sehr zerstritten. Die Junta hat aber auch schon verschiedene Ethnien zusammengebracht. Das einzige, was General Than Shwe erreicht hat, ist, dass er Gespräche mit den Aufständischen führte, um diese zu einigen und für sich zu gewinnen. Heute kämpfen nur etwa vier verschiedene Gruppierungen aktiv gegen die Junta; vorher waren es etliche mehr!


Mit welchen Mitteln hat er diese Aufständischen willig gemacht?

Die Wa-State-Army beispielsweise, die teilweise von der chinesischen Grenze in den Süden des Landes umgesiedelt wurde, um da gegen andere Aufständische zu kämpfen, hat sich mit Than Shwe so geeinigt, dass diese dafür mit Drogen und Menschen handeln können, wobei auch die Junta ihren Gewinn daraus zieht.


Der internationale Druck auf die Junta wächst. Wie schafft sie es, sich diesem zu entziehen?

Solange die Junta sich nur mit China, Russland und Indien auseinandersetzen muss, ist das nicht schwierig. In der asiatischen Kultur gilt die Verurteilung einer Regierung – auch wenn sie eine Diktatur ist – als sehr unhöflich. Man mischt sich nicht in interne Angelegenheiten anderer Länder ein. Dass die Vereinigung Südostasiatischer Staaten, die ASEAN, die Junta aufgefordert hat, nicht gewalttätig gegen die Protestierenden vorzugehen, gilt schon als überdeutliche Sprache. Aber es sind genau diese Länder, die eigentlich einen wichtigen und vielleicht richtungsweisenden Einfluss ausüben könnten, denn sie sind Burmas Wirtschaftspartner, Erdgas- und Erdölabnehmer. Die internationalen Sanktionen des Westens hingegen vergrössern nur das Leiden der Zivilbevölkerung. Auch wenn die Junta keine Waffenlieferungen aus dem Westen erhält – sie kriegt sie von China.

Was haben die Proteste auf Burmas Strassen gebracht?

Burma und seine Diktatur bleiben im Gedächtnis der Weltöffentlichkeit. Mehr leider nicht, weil die internationale Gemeinschaft zu zurückhaltend ist in Sachen Burma.


BURMA, BIRMA, MYANMAR

1989 taufte die Militärjunta das Land offiziell in Myanmar um. Rangun wurde zu Yangon und andere Orte erhielten ebenfalls einen neuen Namen. Die demokratische Opposition unter Aung San Suu Kyi wehrt sich gegen diese Umbenennung und fordert, dass das Land weiterhin Burma genannt wird. Myanmar wird unter Oppositionellen als Ausdruck der Willkür der Diktatur abgelehnt.
Einige internationale Organisationen und Staaten, so auch die UNO und die Schweiz, folgten der Junta und übernahmen deren neue Landesbezeichnung. Zahlreiche Staaten und NGO halten hingegen als Zeichen ihrer Ablehnung des Regimes am Namen Burma fest. Birma ist die eingedeutschte Variante von Burma.

Das Interview mit Jonas Lanter wurde schriftlich geführt.




Dienstag, 23. Oktober 2007

Pressemitteilung: 'Global Action Day for Burma' am 24.Oktober in Berlin

P r e s s e m i t t e i l u n g: Aufruf zum globalen Tag der Aktion für Burma


Am Mittwoch, den 24. Oktober 2007 um 16.00 Uhr in Berlin
vor dem Brandenburger Tor, '
Platz des 18. März'.


Dieser Aktionstag wird voraussichtlich wöchentlich wiederholt. Für die nächste Woche wird in Erwägung gezogen, auf dem Platz der Republik die Versammlung abzuhalten. Wenn wir es schaffen, weltweit ein bleibendes Interesse zu wecken, wird das die Burmesische Bevölkerung ermutigen, durchzuhalten. Daher möchten wir versuchen, alle Interessengruppen zu gemeinsamen Aktionen zu ermuntern.

Zeit: Am Mittwoch, den 24. Oktober 2007 um 16.00 Uhr
Ort: Vor dem Brandenburger Tor, 'Platz des 18. März', D - Berlin


Veranstaltung u.a. durch den Verein Burma Projekt e.V. Berlin


Bitte erscheint zahlreich. Lieben Dank.

Euer
Jonas. M. Lanter

Montag, 22. Oktober 2007

Junta ruft Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi zu Gesprächen auf

General Than Shwe will einen Dialog mit Daw Aung San Suu Kyi an harte Bedingungen knüpfen

Jonas M. Lanter

Die Politikerin solle ein entsprechendes Angebot der Regierung annehmen, hiess es am Samstag in einem Artikel der staatlichen Zeitung 'The New Light of Myanmar'. "Wenn eine Seite ein Zugeständnis macht, sollte das die andere Seite auch tun", so die Junta in ihrem Blatt.

Die Begegnung wurde an die Bedingung geknüpft, dass sich die Friedensnobelpreisträgerin gegen die internationalen Sanktionen ausspricht. Das einzige direkte Gespräch zwischen Than Shwe und Aung San Suu Kyi fand im Jahre 2002 statt.

Die USA verschärfen unterdessen weiter die Sanktionen. Präsident Bush wies das Finanzministerium an, zusätzliche Konten von weiteren Militärs auf US-Banken zu sperren.


Samstag, 20. Oktober 2007

Http://BirmaBerichterstattung.blogspot.com neu 44 Foltergefängnisse, 32 Arbeitslager und mindestens 5'000 politische Gefangene

44 Foltergefängnisse (Angaben der Birmanischen Regierung)

Birma Berichterstattung
Dies ist der neue Palast mit Pool in Naypyidaw von General Than Shwe, Juntachef (verbunden mit unterirdischem Bunkersystem). General Maung Aye, die Nummer zwei, residiert gleich daneben

- Weitere Auflistungen von Folter-Gefängnissen mit einigen Photos.
Siehe Post vom Vortag oder:
Burma Berichterstattung: 43 Foltergefängnisse, 32 Arbeitslager und mindestens 5'000 politische Gefangene

Sie können meine Burma / Birma News auch direkt in Eurem 'RSS' oder 'FeedReader' - Programm
aktivieren unter:
http://birmaberichterstattung.blogspot.com/


ich nehme gerne Hilfe und Anregungen in Anspruch. Solltet ihr Verbesserungen oder einfach Fragen oder News haben, so sendet diese mir unter: aseannews@gmx.net


44 Foltergefängnisse. Offizielle Angaben der Junta

Jonas M. Lanter

Neues Gefängnis der 'Tamadaw' (Militärs): In Pyjnmana (Naypyidaw (*) wurde für politische Gefangene eine neue Folterstätte gebaut.

'Jeder politische Gefangene wird gefoltert!'; protokollierte Aussagen ehem. Aktivisten und heutigen NLD - Mitgliedern, Exilanten, Ethnischen Volksgruppen in und entlang der Burmesischen Grenzen.

IDP's oder 'Internally Displaced Persons / or Peoples'. Betreffender bezeichnet als Flüchtlinge. Von einigen Stämmen ist bekannt, dass sie auf den Protokollen der UNO für 'Gefährdete und vom Aussterben bedrohten Völker' aufgelistet sind.

(*) Die 'Neue Hauptstadt': heisst Naypyidaw 'Bleibe der Könige' und wurde nach drei Jahren Bauzeit bezogen. Die neue Stadt wurde von Zwangsarbeitern errichtet. Nach Geheimdienst und Diplomatenkreisen umfasst das unterirdische Bunkersystem mindestens 40 Kilometer! Spezialisten für Planung und das umspannende, unterirdischen Bunkersysteme wurden auch von Firmen im Ausland geplant und gebaut. Dieses System verbindet alle Ministerien der Generäle. Für das unterirdische Sicherheitssystem ist meinen Recherchen zu Folge eine in der Schweiz domizilierte Firma verantwortlich. Zurzeit ist der neue Regierungssitz immer noch im Ausbau (siehe Photo Palast von General Than Shwe (Nummer EINS) und General Maung Aye (Nummer zwei).

Pyjnmana ist eine Stadt, in dessen Bezirk die Hauptstadt gebaut wurde. Diese liegt nahe zur Grenze zum Karen-State. Zur Sicherung der neuen Stadt wurden Hunderdtausende des Karen-Volkes vertrieben, eingesperrt oder umgebracht. Auch werden diese als unbezahlte, eine Mahlzeit pro Tag verspeisende Sklaven gehalten.

Pyjnmana ist eine überschaubare Provinzstadt mit einer langen Tradition. Sie hat einen eigenen, kleinen Flughafen. In der Stadt wird nun gebaut. Gebaut für Reinigunskräfte und einfache Arbeiter.

Die Regierungsmitglieder wohnen im Bezirke Pyinmana. Arbeitsstelle ist Naypyidaw; die "Bleibe der Könige"!

Post Scriptum:
Eure Kenntnisse über Burma, neues aber auch Kurioses und uns fremd wirkende Gegebenheiten nehme ich gerne entgegen. Habt Ihr dementsprechende Infos, würde ich dieses gerne in einem umfangreichen Buch über Burma; eine Art 'Lexika' verarbeiten . Halte Euch auf dem Laufenden.

Danke Euer jonas




Freitag, 19. Oktober 2007

43 Foltergefängnisse, 32 Arbeitslager und mindestens 5'000 politische Gefangene

Gefängnisse und Arbeitslager Burmas


Jonas M. Lanter

Dies sind die von der Junta angegebene, offiziellen Zahlen. Amnesty International geht davon aus, dass die politischen Gefangenen sogar mit 10'000 beziffert werden kann. Nach den Aufständen im September seien noch Tausende dazugekommen.

Einige Gefän
gnisse sind hier abgebildet. Die vollständige Liste nach Angaben der Militärs ist unten aufgeführt:



Bassein Prison

Lashio Prison

Kyaukyu Prison

Meiktila Prison

Insein Prison

Moulmein Prison

Prome Prison

Sittwe Prison




Anbei werden alle bekannten Gefängnisse Burmas aufgeführt:
(Quelle:
ASSISTANCE ASSOCIATION POLITICAL PRISONERS)

Bhamo prison:
Kachin state [North Burma] 803 miles to Rangoon.
Bassein prison:
Irrawaddy division [Lower Burma] 140 miles to Rangoon.
Buthitaung prison:
Araken state [West Burma] 730 miles to Rangoon.
Henzada prison:
Irrawaddy [Lower Burma] 123 miles to Rangoon.
Insein prison:
Rangoon division [Lower Burma]
Kale prison:
Sagaing division [NW Burma] 680 miles to Rangoon.
Katha prison:
Sagaing division [North Burma] 800 miles to Rangoon.
Kengtung prison:
Southern Shan state [E Burma]. 700 miles to Rangoon.
Hkanti prison:
Sagaing division [Nth Burma] 1200 miles to Rangoon.
Kyaukphu prison:
Araken state [W Burma] 450 miles to Rangoon.
Lashio prison:
Northern Shan state [NE Burma] 607 miles to Rangoon.
Loikaw prison:
Kayah state [E Burma] 551 miles to Rangoon
Magwe prison:
Magwe Division [Central Burma] 331 miles to Rangoon.
Mandalay prison:
Mandalay division [Upper Burma] 432 miles to Rangoon.
Maubin prison:
Irrawaddy division [Lower Burma] 60 miles to Rangoon.
Maikhtila prison:
Mandalay division [Central Burma]. 338 miles to Rangoon.
Mergui prison:
Tenasserim division in southern part of Burma. 545 miles to Rangoon.
Mogok prison:
Mandalay division [N Burma] 546 miles to Rangoon.
Monywa prison:
Sagaing division [Upper Burma] 517 miles to Rangoon.
Moulmein prison:
Mon state {Lower Burma] 187 miles to Rangoon.
Myaungmya prison:
Irrawaddy division [Lower Burma] 170 miles to Rangoon.
Myingyan prison:
Mandalay division [Upper Burma] 396 miles to Rangoon.
Myitkyina prison:
Kachin state [N Burma] 919 miles to Rangoon.
Nyaung U prison:
Mandalay division [Central Burma] 426 miles to Rangoon.
Pa-an prison:
Karen state [Lower Burma] 135 miles to Rangoon.
Pakokku prison:
Magwe division [Central Burma] 440 miles to Rangoon.
Paungde prison:
West of Pegu division [Central Burma] 150 miles to Rangoon.
Pegu prison:
East of Pegu division [Lower Burma] 50 miles to Rangoon.
Prome prison:
West of Pegu division [Central Burma] 179 miles to Rangoon.
Shwebo prison:
Sagaing division [Upper Burma] 503 miles to Rangoon.
Sittwe prison:
Araken state [W Burma] 590 miles to Rangoon.
Tachilek prison:
southern Shan state [E Burma] 795 miles to Rangoon.
Taunggyi prison:
Southern Shan state [Mid Eastern Burma] 454 miles to Rangoon.
Taungoo prison:
East of Pegu division [Lower Burma] 175 miles to Rangoon.
Tavoy prison:
Tenasserim division [S Burma] 395 miles to Rangoon.
Tharawaddy prison:
West of Pegu division [Lower Burma] 78 miles to Rangoon
Thayet prison:
Magwe division [Central Burma] 340 miles to Rangoon.
Kawthaung prison:
Tenasserim division [S Burma] 790 miles to Rangoon.
Pu-ta-o prison:
Kachin state [N Burma] 1150 miles to Rangoon. Currently under construction.




Donnerstag, 18. Oktober 2007

"Die Weltgemeinschaft ist nicht nur dazu da, um Burma zu bestrafen"

'Die Weltgemeinschaft ist nicht nur dazu da, um Burma zu bestrafen, obwohl es weiterhin zu willkürlichen Verhaftungen kommt'

so der UNO-Sonder-Beauftragte für Burma, Ibrahim Gampari



Angeblich wurde in einem Kloster grössere Mengen an Sprengstoff gefunden



Jonas M. Lanter
Der UN-Beauftragte für Burma hat eine Doppelstrategie für den Umgang der internationalen Gemeinschaft mit dem Militärregime vorgeschlagen. Neben einer entschlossenen Haltung sollte man auch versuchen, Burma (Burma) mit positiven Anreizen zu demokratischen Reformen zu bewegen, sagte Ibrahim Gambari am Donnerstag nach Gesprächen in der Hauptstadt Indonesiens, Jakarta. 'Die Welt ist nicht nur dazu da,Burma zu bestrafen', sagte der Diplomat während seiner zweiten Reise seit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste in Burma vor drei Wochen.
Der Sonderbeauftragte Gambari rief China dazu auf, seinen Einfluss auf das Militärregime geltend zu machen. 'Wir betrachten China weiter als Verbündeten', sagte Gambari vor Journalisten. Im November will er in Burma selbst seine Vermittlungsbemühungen fortsetzen. Unterdessen bemühte sich die Burmesische Militärjunta weiter, die Verhaftung von Regimegegnern zu rechtfertigen.
Bei einem 23-jährigen Mönch im Kloster Nan Oo in Rangun seien grosse Mengen Sprengstoff aus US-Produktion gefunden worden, hiess es am Donnerstag in der staatlichen Zeitung 'New Light of Myanmar'.
Am Mittwoch hatte die Regierung die Zahl der Festgenommenen mit 2.927 angegeben. Von diesen seien noch nahezu 500 in Haft. Nach Informationen von Diplomaten sollen hingegen bis zu 6.000 Personen festgenommen worden sein. Auch war die Zahl der Toten bei der Niederschlagung der Proteste am 26. und 27. September nach diesen Angaben viel höher als zehn, wie vom Regime angegeben.

Amnesty International berichtete am Mittwoch von Folterungen und mangelhafter Versorgung in überfüllten Gefängnissen im ganzen Land. Ausserdem komme es weiterhin zu willkürlichen Verhaftungen von Anhängern der Opposition.

Unterdessen verlieh Kanada der Birmanischen Oppositionsführerin Daw Aung San Suu Kyi die Ehrenbürgerschaft. Die Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1991 verkörpere den langen Kampf für Demokratie in Burma, erklärte der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper am Mittwoch in Ottawa. Aussenminister Maxime Bernier rief die Regierung in Burma auf,
Daw Aung San Suu Kyi sowie alle anderen politischen Gefangenen umgehend freizulassen, die Bürger- und Menschenrechte zu respektieren und in einen Dialog mit der Opposition einzutreten.

19. Oktober 2007

"Es gibt keinen Grund unseren Kurs zu ändern"

"Es gibt keinen Grund unseren Kurs zu ändern"


Jonas M. Lanter


Bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung sind in Burma mehr Menschen festgenommen worden als bisher bekannt: Wie die Junta einräumte, wurden 3000
Menschen festgenommen. Bisher war von 2100 die Rede gewesen.
Wie das Staatsfernsehen "New Light of Myanmar" weiter berichtete, seien landesweit noch immer rund 500 Menschen in Haft. Von den Sanktionen der EU und Japans zeigte sich die Militärführung unbeeindruckt.
«Es gibt keinen Grund unseren Kurs zu ändern», hiess es in der amtlichen Zeitung «New
Light of Myanmar».

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich über das Schicksal vieler
vermutlich Festgenommener besorgt. Wie Einsatzleiter Peter Krähenbühl sagte, baten
Dutzende besorgte Familien das Rote Kreuz, bei der Suche nach festgenommenen oder
vermissten Verwandten und Bekannten zu helfen.

Krähenbühl zufolge will die Junta ihr 2005 verhängtes Verbot gegen das IKRK, Gefängnisse
zur Prüfung der Haftbedingungen zu besuchen, nicht aufheben. Seinerzeit wurde der Schweizerische IKRK Sondergesandte für Burma, Herr Leon de Riedmatten des Landes verweisen.

Mehrere Mitglieder der oppositionellen Nationalen Liga für Demokratie (NLD) wurden
unterdessen zu langen Haftstrafen verurteilt, wie Verwandte erklärten.

Unter den Verurteilten sei der 85-jährige Saw Kyaw Khine, der an den Protesten nicht teilgenommen habe soll und auch nicht in der Stadt gewesen sei.

Kyaw Khine, der NLD-Chef in der Stadt Taunggok ist, sei zu siebeneinhalb Jahren Haft
verurteilt worden, ebenso wie der ebenfalls aus Taunggok stammende NLD-Funktionär Saw Ko
Min Aung. Die Prozesse haben unter Ausschluss jeglicher Verteidigung und der Öffentlichkeit stattgefunden.

Zwei weitere NLD-Mitglieder sollen zu jeweils viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden
sein. Nach Informationen aus Burma gehen auch die Razzien und die Festnahmen von
Regimekritikern weiter.


Auch mit 72 Jahren kämpft dieser Karen gegen die korrupten Generäle


Junger Soldat der DKBA im Schützengraben
(Demokratic Karen Buddhist Army).
Früher kämpfte dieser Junge zusammen mit der KNLA (Karen National Liberation Army); heute
sind diese untereinander verfeindet. Die DKBA kämpft heute mit den Generälen unter Than Shwe's SPDC


Auch moslemische Gruppen wie die Rohyngas kämpfen gegen das Regime. In Burma selbst
wurden fast alle zwangsumgesiedelt oder ins nahe Ausland nach Bangladesch oder Malaysia vertrieben. Andere werden zu Zwangsarbeiten missbraucht und viele wurden ermordet


18. Oktober 2007



Mittwoch, 17. Oktober 2007

Warum Internatonale Gemeinschaften und Oppositionen kaum Erfolg haben


Jonas M. Lanter


Ich möchte hier noch auf ein Interview hinweisen. Dieser Artikel erscheint in der Schweiz in zwei Landessprachen: Deutsch und Französisch. Nachzulesen in der 'm' -Zeitung der Medien - Gewerkschaft 'comedia' in ihren neuen Ausgabe.

Untern anderem wird der Frage nachgegangen: Burma, heutige Situation und was die Zukunft bringt. Warum Internationale Gemeinschaften und Oppositionen kaum Erfolge vorweisen können.

Viel Spass beim Lesen. (erscheint Freitag den 19. Oktober 2007, Ausgabe Nr. 10 in Deutsch; Französisch in welscher Ausgabe)

Dienstag, 16. Oktober 2007

Burma muss in den Medien präsent bleiben

Burma muss in den Medien präsent bleiben

Schusswechsel zwischen der Junta und der Karen National Liberation Army (KNLA)

Jonas M. Lanter

Weiterhin Druck auf die Junta ausüben

Der Druck gegenüber Burma soll weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Dies fordert die UNO und die Europäische Gemeinschaft gegenüber China, Indien und Russland. Auch Japan, Burmas grösster Geldgeber für humanitäre Hilfe, soll den Machthabern die Finanzspritze weiterhin drosseln. Schliesslich sei der Japanische Photojournalist gezielt ermordet worden. Dies fordern neben verschiedenen Organisationen auch die im Exil lebenden Burmesen. Dies wäre ein herber Einbruch der Finanzeinnahmen in dem einst reichsten Land Südostasiens. Durch die gierigen Generäle verarmte das Land zusehends. Heute vermag die Hälfte der Bevölkerung nur eine Mahlzeit pro Tag und das Pro-Kopfeinkommen liegt bei weniger als einem US Dollar pro Tag.

16. Oktober 2007

Montag, 15. Oktober 2007

'Des Teufels General' und der nackte Wahnsinn

'Des Teufels General' und der nackte Wahnsinn

Jonas M. Lanter

Birmane, welcher auf die unsäglichen Missstände der Mönche hinweist. Die Darstellung dieser Karikatur wurde offiziell bestätigt




Die Generäle um Than Shwe denken nicht daran die Türe zu Gesprächen mit der Opposition nur spaltweise zu öffnen. Sie wohnen in ungeheuerlichem Luxus und schwelgen in vermeintlich anderen Sphären. Unverhohlen füllen sich ihre Taschen mit Geld, Gold und Edelsteinen. Sollten die blutrünstigen Tyrannen eines Tages gestürzt werden, setzen sie sich ins benachbarte Laos oder nach China ab.

Die Opposition und deren über 130 unterschiedlich ethnischen Völker haben einen langwierigen Prozess der Aussöhnung vor sich. In etlichen Teilen Burmas herrscht Bürgerkrieg. Das Regime hat nur geringen Einfluss und Macht in diesen entlegenen Tälern und Stammesgebieten.

Welcher Burmesische Opponent wäre diesem nahezu aussichtslosen Unterfangen gewachsen, diese indogenen Völker in eine sichere Zukunft einzubinden? Sollte die Staatengemeinschaft eingreifen?

Der Chinesische Botschafter hat dies in Bangkok auf treffliche Weise zitiert: 'Meine Freunde kann ich mir aussuchen aber meine Nachbarn nicht'.


15. Oktober 2007, 21.10 Uhr

Samstag, 13. Oktober 2007

Burma Berichterstattung: Die Generäle nehmen Rache. Militärjunta setzt Terrorherrschaft fort: "Er starb als Folge der Folter"

Burma Berichterstattung: Die Generäle nehmen Rache. Militärjunta setzt Terrorherrschaft fort: "Er starb als Folge der Folter"

Aufruf zum Boykott der Olympischen Spiele in China

Aufruf zum Boykott der Olympischen Spiele in China


Wir fordern eine faire Politik Chinas gegenüber Burma und deren Bevölkerung

Jonas M. Lanter

China soll deren Einfluss so geltend machen, dass auch die verschiedensten ethnischen Gruppierungen in Frieden miteinander leben können. Auch muss China und Indien den Sieg der offiziell-gewählten NLD von Saw Aung San Suu Kyi anerkennen und die mit 'eiserner Faust' herrschenden Militärs zu einer Einigung 'bewegen'.

Junger DKBA-Soldat (Democratic Buddhist Army)


Jungendlicher Karen-Soldat mit M16 Schnellfeuergewehr




Wegen Bürgerkrieg vorübergehend geschlossen! Grenzübergang Mae Sod(t) Thailand Burma 'Friendship-Bridge'





Zürich, Samstag den 13. Oktober 2007



Hinweis auf Peking-Boycott-Aktion
http://l-total.com/?download=free-burma.pdf
von Nils Sauter

Freitag, 12. Oktober 2007

Die Generäle nehmen Rache. Militärjunta setzt Terrorherrschaft fort: "Er starb als Folge der Folter"

Die Generäle nehmen Rache. Militärjunta setzt Terrorherrschaft fort: "Er starb als Folge der Folter"


Insein - Gefängnis (Rangun)

Jede Nacht werden Tote aus Gefängnissen abtransportiert. Oppositionspolitiker unter den Opfern. 71 Leichen wurden am 26. September von der Junta ins Ranguner Yewywey - Krematorium 'verfrachtet'.

Jonas M. Lanter

Die junte Burmesin ist jetzt Lehrerin in Rangun und hat die Scherben ihres Lebens irgendwie wieder zusammengesetzt. In der Hoffnung, dass sich irgendwann die Situation ändern wird. Ihr hat sich die Horrorzeit im Insein-Gefängnis unwiderruflich ins Gedächtnis gebrannt. 'Sechs Jahre, fünf Monate und fünf Tage hat ihr Martyrium gedauert - zwischen 1992 bis 1998 sagt sie. Darüber reden will sie aber nicht. 'Da drinnen im Insein ist viel passiert, jeden Tag'; sagt sie monoton und leise.

Keiner, der je lebend aus dem Foltergefängnissen der Militärjunta herausgekommen ist, zweifelt daran, dass die Handlanger des Regimes mit Blut an den Händen jetzt wieder am Werke sind. Die AAPP ist eine Menschenrechtsgruppe im benachbarten Thailand und kümmert sich um politische Gefangene und deren Familien. Den neusten Fall hat diese soeben dokumentiert und veröffentlicht: Saw Ko Win Shwe (42-jährig) und Mitglied der Oppositionspartei NLD sei in Polizeigewahrsam in Mandalay umgekommen. Die Leiche sei soforf verbrannt worden. 'Er starb als Folge der Folter'.

Das Militär ist für seine Brutalität berüchtigt und setzt auf psychologische Kriegsführung.'Wir kennen die Täter!', schrillte es letzte Woche aus Lautsprecherwagen, die durch die Strassen fuhren und die Menschen davor warnten, Nachbarn, Eltern oder sogar Kinder zu verstecken, welche an den Protesten teilnahmen. Die Generäle nehmen Rache.

Fürchterliche Rache, wie Bilder und Berichte zeigen, die trotz aller Einschüchterungsversuche doch nach draussen gelangen. Auf einem Photo ist die Leiche eines Mönches zu sehen, die fast nackt im Rangun-Fluss treibt. Nachbarn des Yewwey - Krematoriums sehen am 26. September, wie Behörden in dieser Nacht 71 Leichen bringen. Dass aus dem berüchtigten Insein - Prison in Rangun täglich drei, vier Tote getragen werden, dringt auch nach draussen. 'Business as usual' denkt sich die Junta! AAPP hat das Schicksal unzählig politischer Gefangener in Burma dokumentiert. Unerträgliche Schmerzen, Folter bis zum Tode, Vergewaltigung, Zwangsarbeit, Schlaf- und Essensentzug, Demütigungen und SIPPENHAFT von meist betrunkenen oder Speed-abhängigen, kriminellen Handlangern der Junta bedienen sich der Grausamkeiten. Dies berichten Überlebende.

Neben der Folterkammer werden regelmässig auch Schweine geschlagen, um die Schreie der Gemarterten zu übertönen. 32 Arbeitslager gibt es laut deren Angaben, 43 Foltergefängnisse und 5000 politische Gefangene, vielleicht aber auch mehr. Bei den jüngsten Razzien sollen tausende dazugekommen sein.

In der Regime-Zeitung 'New Light of Myanmar' erklären sie den Aufstand von Mönchen und Zivilisten für beendet und kehren unbekümmert zur 'normalen Ordnung' im Lande zurück.

11. Oktober 2007



Donnerstag, 11. Oktober 2007

Militärjunta kritisiert ausländische Medien

Militärjunta kritisiert ausländische MedienMilitärjunta kritisiert vorab westliche Medien

Jonas M. Lanter


Das Informationsministerium in der neuen Hauptstadt Naypyidaw (Pyinmana) liess in einer Veröffentlichung in der staatstreuen Zeitung 'New Light of Myanmar' behaupten, dass Regimekritiker sich als 'Handlanger ausländischer Staaten, die ein Stück ihrer ausländischen Herren aufführen'. Dies soll heissen, dass hinter den Demonstrationen 'grosse Mächte' und Radiosender wie BBC London und 'Voice of America' dahinterstecken. Weiter heisst es: 'Dass sich im Chin-State (im Norden des Landes zu China) mindestens 30'000 Leute versammelten, um die neu-geplante Verfassung des Landes zu unterstützen'.

Laut meiner Meinung ist es für das Regime das Einfachste, diese ethnischen Völker an solche Veranstaltungen zu fahren und zu verköstigen um diese danach in ihre Propaganda einzubinden.

11. Oktober 2007

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Herzlichsten Dank an alle Leser! Burma darf nicht vergessen werden


Herzlichsten Dank an alle Leser! Burma darf nicht vergessen werden

Jonas M. Lanter

Ungefähr dritte Woche November bis Ende Dezember tägliche 'LIVE NEWS' aus dem Krisengebiet Burma / Thailand. Ich werde noch detaillierte Angaben machen und dies in diesem Blog veröffentlichen.
U.a. unterwegs mit den Karen-Freiheitskämpfern, der Karen Natinal League Army oder der ABSDF ('All Burma Students Democratic Front').



Herzlichsten Dank an die interessierten Leser
Euch ist es auch zu verdanken, dass die unterdrückten Menschen in Burma nicht in Vergessenheit geraten. Burmas Krieg gegen seine Bevölkerung ist där Längste in jüngerer Zeit; er grassiert seit 1962 und dessen Opfer gehen in die Hunderttausende; gar Millionen. Ganze Volksstämme werden zwangsumgesiedelt, unterjocht und versklavt. Dies kommt einem Genozid an der Bevölkerung gleich.

Danke für Eure Kommentare, Gruss
jonas

Ein langer Weg zu einer friedlichen Koexistenz


In Burma existieren über 130 verschiedenste ethnische Gruppen und ebenso viele Sprachen und Dialekte. Auch müssen sich diese meist indigenen Völker untereineinander einigen. Vor zwei Monaten waren es deren vier, nach der Niederschlagung fünf verschiedene Ethnien die gegen die Junta kämpfen aber sich auch unter einander bekriegen.

Dies ist das wahre Burma

Dies ist das wahre Burma


Bilder sagen mehr als 1000 Worte


Jonas M. Lanter

'So etwas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen'

Laut Augenzeugenberichten werden anscheinend Verletzte bei lebendigem Leibe 'kremiert'. Diese Praktiken wurden gemäss früherer Berichte bereits im Jahre 1988 durchgeführt. Die Militärs hätten nicht davor zurückgeschreckt, auch gegen Kinder so grausam zu verfahren. Dies wäre ein gezielter Genozid. Sollte jemand dieselben Infos aus vertraulich-geltenden Quellen erhalten haben, so bitte ich Euch um Mitteilung; danke.

Ausgangssperre zwischen 18.00 Uhr bis 0.600 Uhr


Kindersoldat der Karen Natinal League Army (Grenze zu Thailand)

Soldaten und Spione
Ein Burmesisches Sprichwort: 'Von drei Leuten arbeiten zwei für die Junta'

... und ab ins Insein-Prison: 'Überleben werden hier nur die wenigsten"


Kleiner Junge als Zwansarbeiter durch die Junta missbraucht
(Shan - Gebiet, Norden Burmas / Thailand)

Novizen. Jeder sollte einmal im Leben in ein Kloster


Nebenbei: Ab ungefähr Mitte November bis Ende Dezember versuche ich tägliche 'Live - Berichte' (jeweilge Aufschaltungen hängen auch von Übertragunsmöglichkeiten in den Burmesischen Tälern ab). In einigen ist dies möglich, da wegen der Kämpfe in den von
Bürgerkrieg betroffenen Gebieten der ethnischen Vielfältigkeit in Burma spezielle Richtfunknetze der Junta bestehen. Gruss Jonas